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Erinnerung an einen fast Vergessenen

Ehrung für einen mutigen Mann zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

Davoser
Zeitung
16.10.25 - 11:55 Uhr
Kultur
Harald Feller (1913 bis 2003) war ab Ende 1944 Geschäftsträger an der schweizerischen Gesandtschaft in Budapest. 
Harald Feller (1913 bis 2003) war ab Ende 1944 Geschäftsträger an der schweizerischen Gesandtschaft in Budapest. 
zVg
Eva Koralnik, geboren 1936, wurde zusammen mit ihrer Mutter und der neugeborenen Schwester Vera im Oktober 1944 vor den Transporten in die Vernichtungslager von Auschwitz gerettet. Ihr Retter war der Schweiz Diplomat Harald Feller, der sich damals in Budapest unter Einsatz seines Lebens für die Rettung ­vieler Juden und anderer Verfolgter engagierte. Als sie und ihre Schwester Vera Liatowitsch ihren Retter, Harald Feller Jahre später (1996) aufsuchen, haben sie ein Ziel: Dieser Mann muss für seinen grossen humanitären Einsatz geehrt werden. Sie setzen sich dafür ein, dass Harald Feller, der neben dem bekannteren Carl Lutz fast in Vergessenheit geraten war, 1999 in die Liste der Gerechten unter den Völkern in der Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem aufgenommen wird. Ausserdem soll eine Biografie erscheinen.

Spannender Politthriller

François Wisard, Historiker im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) setzt diese Idee um. Mit detaillierten historischen Recherchen erarbeitet er das Leben des Schweizer Diplomaten in drei Lebensabschnitten: Das Wirken Fellers in Budapest: zur Zeit der grössten Deportationen von Juden in die Vernichtungslager durch die Deutschen und unter dem Terrorregime der ungarischen Pfeilkreuzler und dem zeitgleichen Beschuss durch die Rote Armee. Die Verschleppung Fellers durch das Stalinregime nach Moskau. Und schliesslich seine Rückkehr in die Schweiz, die wiederum durch Verhöre und Misstrauen bestimmt war.

Ein spannend zu lesender Politthriller ist entstanden, der die Zeit des nationalsozialistischen Terrors in Ungarn, in der Feller die Schweizer Gesandtschaft in Budapest führte, hintergründig beleuchtet.

Eva Koralnik, Übersetzerin und ehemalige Leiterin der Zürcher Literaturagentur  Liepman arbeitete schon immer mit Büchern.

Die beiden stellen gemeinsam die im Sommer 2025 erschienene Biografie vor. Unterstützt wird der Anlass von der AKiD.

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Davos (abgekürzt AKiD) ist eine regionale Untergruppe der AGCK CH (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz). Sie fördert seit 1994 die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen und Gemeinschaften in der Landschaft Davos und das gegenseitige Verständnis. Sie bringt christliche Grundwerte in die Gesellschaft ein und bezeugt das Evangelium in Wort und Tat. In relevanten Fragen spricht die AKiD mit einer Stimme.Ökumene in der Schweiz ist die Zusammenarbeit von Kirchen, die unterschiedlich Theologie treiben, glauben und beten. Interkirchliche Zusammenarbeit ist in unserem Land weit fortgeschritten. Obwohl die Kirchen je unterschiedliche Traditionen bewahren, können Christen zusammenarbeiten. Sie werden darin unterstützt und gefördert, indem auch ihre Leitungsgremien öffentlich und regelmässig zusammenkommen.Die AKiD engagiert sich für vielfältige Begegnungen mit dem Judentum als Beitrag zu einem guten Miteinander in Davos. 

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