Chur ehrt H.R. Giger mit einem Platz
Chur hat jetzt einen Gigerplatz. Der nach dem weltbekannten Künstler H.R. Giger benannte Platz wurde gestern feierlich eingeweiht.
Chur hat jetzt einen Gigerplatz. Der nach dem weltbekannten Künstler H.R. Giger benannte Platz wurde gestern feierlich eingeweiht.
von Ursina Straub
Eineinhalb Jahre nach seinem Tod ehrt die Stadt Chur, Geburtsort von H.R. Giger, den weltbekannten Künstler und Oscar-Preis- träger. Der Platz an der Ecke Storchengasse/Vazerolgasse heisst nun, wie im September angekündigt (Ausgabe vom 11. September), Gigerplatz. Stadtrat Tom Leibundgut hat den Gigerplatz gestern feierlich eingeweiht.
H.R. Giger werde, so Leibundgut in seiner Einweihungsrede, von einem grossen Teil der Churer Bevölkerung «schon fast verehrt». Und seine Kunst, wie auch der Künstler selbst, weltweit bewundert. Umso erstaunlicher sei es, dass dies in der Kultur-, Polit- und Medienszene zu Lebzeiten H.R. Gigers keinen Nachhall gefunden habe. «Das hat vielleicht damit zu tun», vermutete Leibundgut, «dass sich H.R. Giger nicht vereinnahmen liess. Er blieb sich ein Leben lang treu.» Seine Kunst, resümierte Leibundgut, «dieses Dunkle, Morbide, aber auch die erotische Wucht», habe eine Aussage, eine, mit der man sich nicht gerne auseinandersetze, die man lieber verdränge.
Am Storchenbrunnen gespielt
H.R. Giger wurde am 5. Februar 1940 in Chur geboren und wuchs an der Storchengasse, wo sein Vater Hans Richard Giger eine Apotheke betrieb, auf. Am Storchenbrunnen, erinnert sich der Journalist und Buchautor Charly Bieler, hätten sie gespielt. Weltbekannt wurde Giger, als er 1980 einen Oscar in der Kategorie «Beste visuelle Effekte» für seine Ausstattung des Films «Alien» erhielt. Am Elternhaus an der Storchengasse 17 wurde nun eine Gedenktafel zu Ehren des Künstlers angebracht.
«H.R. Giger hätte sich über die Ehrung gefreut», ist sich Mia Bonzanigo, die eineinhalb Jahre mit H.R. Giger verheiratet war, sicher. Es habe Giger geschmerzt, dass er von seiner Geburtsstadt stiefmütterlich behandelt worden sei, weiss sie. «Dass der Platz jetzt nach ihm benannt wurde, ist eine schöne Geste. Schade, dass er das nicht erleben durfte.»
In Chur, wie in den meisten Städten, werden Strassen und Plätze nach bekannten Persönlichkeiten mit de- ren Nachnamen bezeichnet. Deshalb Giger- und nicht H.R.-Giger-Platz. Das sei eine formelle Angelegenheit, so Stadtrat Leibundgut auf Anfrage, die reglementarisch festgelegt sei.
H.R. Giger wäre diesen Februar 75 Jahre alt geworden. Die gestern eröffnete Ausstellung «Happy Birthday, Mr. Giger» des Bündner Kunstmuseums in der Rathaushalle ist bis 27. November zu sehen.
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