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Säumertross wurde triumphal empfangen

Pascal
Spalinger
25.07.22 - 12:04 Uhr
Graubünden
Daniel Flühler Reto Niggli-1
Daniel Flühler (l.) und Reto Niggli führen den Tross auch diesmal wieder an.

Die Säumerinnen und Säumer – die Altersspanne reichte vom Primarschüler bis zum Senior – hatten am Samstagmorgen früh aus den Federn zu steigen: Bereits um 7 Uhr marschierte der Tross in Gargellen ab. Knapp drei Stunden später hatte man den ersten Kulminationspunkt der diesjährigen «Via Valtellina» – das Schlappinerjoch – erreicht und gönnte sich einen ersten Stärkungshalt. Um die Mittagszeit traf der Säumertross in Schlappin ein. Bereits dort wurde im Rahmen der Feuer «800 Jahre Klosters» einiges geboten: Die Gäste konnten an Dorfführungen teilnehmen, oder man konnte seinen Horizont in Kursen zu den Themen «Schrägzaun bauen», «Käsen» oder «Trockenmauer bauen» erweitern. Zudem sorgten die «Schlappintaler» für musikalische Unterhaltung.

Dem Hufschmied über die Schulter geschaut

Auch auf dem Klosterser Bahnhofplatz wurde ab Mittag einiges geboten. Verschiedene Formationen diverser Stilrichtungen gaben auf der Bühne ihr Können zum Besten, und ein umfangreiches Rahmenprogramm sorgte für Unterhaltung. Die Kinder konnten die Zeit beim Ponyreiten verbringen, oder man erkundete Klosters per Kutschenfahrt. Im Zelt selber konnte man sich kulinarisch verwöhnen lassen, und in einer kleinen Ausstellung wurde gezeigt, mit welcher Aus-rüstung die alten Säumer unterwegs waren. Am meisten Beachtung wurde aber einem Hufschmied geschenkt, der vor Ort einem Pferd «neue Schuhe» – sprich Hufeisen – verpasste und auf diese Weise zeigte, welche Arbeiten ein Hufschmied zu verrichten hat. Viele hatten solches Tun noch nie gesehen und hielten das Geschehen mit ihren Handys fest. Ergänzt wurde das Programm durch Live-Einschaltungen zum Säumer- und Wanderertross. Die moderne Technik machte es möglich, dass auch die im Tal Gebliebenen einen hautnahen Eindruck von den Strapazen erhielten, welche die Akteurinnen und Akteure am Berg erlebten.

Der Hufschmied während der Vorführung seiner Arbeit.

Überwältigender Einmarsch

Punkt 16.30 Uhr marschierte der imposante Tross dann auf dem Bahnhofplatz ein. Die Teilnehmenden wurden wie Stars empfangen und genossen das Bad in der Menge – es waren mehrere Hundert Personen zugegen – sichtlich. Mensch und Tier konnten sich verpflegen, und natürlich blieb die Zeit auch noch für zahllose Selfies. Und die Tiere bekamen jede Menge Streicheleinheiten. Alphornklänge und Ansprachen begleiteten die Anwesenden und leiteten zum Säumerfest über, das weit in den Abend hinein andauerte.

Zwei der jüngsten Teilnehmer der diesjährigen Säumerwanderung.

Gleichwohl musste der Tross tags darauf wieder um 8 Uhr bereitstehen, denn die Wanderung ging weiter über den Wolfgangpass, durch Davos Dorf und das Dischmatal zum Dürrboden. Auch diese Etappe konnte – wie auch die nachfolgenden ins Engadin hinüber – bei strahlendem Wetter absolviert werden. So konnten am Ende alle ein positives Fazit ziehen: Die Säumerinnen und Säumer sowie die Wandernden, weil sie bei besten Bedingungen unterwegs sein konnten. Und die Organisatoren, weil alles reibungslos klappte und der Empfang des Säumertrosses viel Publikum anlockte.

Wohlverdiente Pause in Schlappin.
Die kleine, aber feine Ausstellung zum Säumerwesen und seiner Geschichte.
Einen Hund hoch zu Maulesel sieht man auch nicht alle Tage.
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