Einen Tag lang Kultur feiern
Kulturbegeisterte dürfen sich freuen: Am 13. November laden 21 Häuser zum Langen Samstag in Chur. Rund 80 Kurzprogramme erwarten das Publikum.
Kulturbegeisterte dürfen sich freuen: Am 13. November laden 21 Häuser zum Langen Samstag in Chur. Rund 80 Kurzprogramme erwarten das Publikum.
von Maya Höneisen
Bunt, abwechslungsreich und vielfältig. So dürfte mit Blick auf das Programm das kulturelle Angebot des diesjährigen Langen Samstags in Chur werden. 21 Häuser zeigen rund 80 Kurzprogramme in 200 Einzelvorstellungen in den verschiedensten Kultursparten. Anita Willi vom Verein Langer Samstag freut sich, nach der pandemiebedingten Zwangspause im vergangenen Jahr am 13. November wieder ein kulturbegeistertes Publikum einladen zu dürfen: «Die Stärke des Langen Samstags ist seine Vielfalt. Sie spiegelt das Kulturschaffen. Wir haben deshalb schon früh entschieden, dass er, wenn immer möglich, dieses Jahr stattfinden soll.»
Eine gemeinsame Collage
Einzelne Höhepunkte aus dem zwölfstündigen Programm herauszupicken, ist schwierig. Das Programm präsentiert sich in der ganzen Bandbreite der Kultur von Musik über Gesang und Theater bis zu bildender Kunst. Trotzdem sei es versucht: Neu dabei ist dieses Jahr als Gast die Regulakirche in Chur mit einem Puppenspiel von Michael Schwyter zu Huldrych Zwingli. Besonders dürfte auch der Programmpunkt der Argo-Stiftung sein. Im Steinbock-Center soll ein dreidimensionales Kunstwerk entstehen, das Passantinnen und Passanten gemeinsam mit den Argo-Mitarbeitenden und dem Kunst- und Designkollektiv Primocollective vor Ort collagieren.
Auch das GKB-Auditorium fällt in Sachen bildende Kunst ins Auge. Erstmals gibt die Graubündner Kantonalbank Einblick in ihre Kunstsammlung. Viele der Werke hängen sonst in den bankeigenen Gebäuden. Das Bündner Kunstmuseum bietet unter anderem Führungen zur Schau von Corsin Fontana. Zu den Besonderheiten des Künstlers gehört seine Leidenschaft für nordafrikanische Musik. Der Auftritt der marokkanischen Gruppe Bana um den Musiker Abderrahim Bani dürfte zu einem der vielen Highlights werden.
Wie immer bildet auch die Musik einen Schwerpunkt am Langen Samstag. In der Fundaziun Capauliana steht die rätoromanische Sängerin Chiara auf der Bühne. Psychedelic Rock, Punk und New Wave gibt es mit Ester Poly im Cuadro 22. In der Stadtbibliothek erklingt irische Musik, interpretiert vom Ensemble Le phénix. Begleitet wird die Formation von Tänzerinnen der Rojahn Academy of Irish Dance Basel. Zudem spielt in der Stadtbibliothek der Emser Musiker Tamino Weggler von der Band Noxx. Die Kammerphilharmonie Graubünden bringt im Theater Chur Igor Strawinskys «Feuervogel» zur Aufführung. Getanzt und szenisch umgesetzt wird das russische Märchen vom Tänzer Exequiel Barreras. Im Staatsarchiv widmen sich Sängerin Salome Cavegn und Pianist Andryi Dragan Werken von Duri Sialm.
Stark vertreten ist dieses Jahr die Bündner Schauspielkunst. Ursina Hartmann erzählt in der Galerie Obertor Geschichten aus dem Scaläratobel. Ebenfalls zu einer szenischen Lesung laden Nikolaus Schmid und Kurt Grünenfelder. Begleitet werden sie in der Postremise vom Bassisten Luca Sisera. Sehens- und hörenswert ist im selben Haus sicher auch das Junge Orchester Graubünden mit den Vertonungen alter Ski-Filme aus den Zwanzigerjahren.
Wie immer kommen am Langen Samstag auch die Kinder und Familien auf ihre Rechnung. Nebst der Regulakirche lassen auch das Bündner Naturmuseum und die Klibühni die Puppen tanzen. Das Kabinett der Visionäre, mit drei Standorten dabei, lässt die Schneckenkönigin durch den Bienengarten kriechen. Die Ausstellung Urgeschichte zeigt den altsteinzeitlichen Umgang mit Feuer und Jagdwaffen. Ateliers, Workshops und Führungen runden das Familienprogramm ab.
Eine neue Situation
Im Jahr 2019 besuchten rund 5200 Besucherinnen und Besucher den Langen Samstag. Wie viele es nach jenem Rekordjahr sein werden, kann Willi vom Verein Langer Samstag nicht sagen. Die Situation sei heuer pandemiebedingt neu. Aber: «Auch wenn es weniger sind, geht es uns darum, den Kulturinteressierten einen tollen Langen Samstag zu bieten.»
Die Extrabusse von Chur Bus bringen die Besuchenden im Viertelstundentakt gratis zu den ausserhalb des Zentrums gelegenen Häusern. Die Rhätische Bahn bietet auf ihrem ganzen Streckennetz ein «Einfach für Retour»-Billett an. Tickets und das Detailprogramm sind dieses Jahr online erhältlich. In den Häusern werden keine Tickets verkauft. Mit kontrolliertem Zertifikat und Eintrittsbändel kann das Publikum spontan zwischen den Häusern zirkulieren.
Im Rahmen der nationalen Impfwoche ist in der Stadthalle ein Testcenter zugänglich. Wer eine Erstimpfung hat oder sie gleich vor Ort vornehmen lässt, kann sich gratis testen lassen. Ohne Impfung kostet ein Test 30 Franken.
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