×

Eine Region im Festivalfieber

Pascal
Spalinger
22.07.22 - 13:36 Uhr
Graubünden
Patrick Hahn, © Gerhard Donauer
Der hochtalentierte Orchesterleiter Patrick Hahn.

Kurz vor der Eröffnung von Klosters Music steigt die Spannung. Wieder ist es dem künstlerischen Leiter David Whelton gelungen, ein attraktives Programm zusammenzustellen, das vom intimen musikalisch-literarischen Abend bis zum grossen Sinfoniekonzert eine enorme Bandbreite bietet. Alle vier eingeladenen Orchester sind zum ersten Mal zu hören in Klosters. «Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie gelungen die letzten beiden Festivalausgaben 2020 und 2021 von Klosters Music waren. Dank der hervorragenden Führung und Arbeit des Stiftungsrats und unserer Geschäftsführerin Franziska von Arb konnten wir trotz der Corona-Pandemie beide Ausgaben unter schwierigsten Umständen erfolgreich durchführen», sagt David Whelton. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch die kommende Ausgabe, die das 800-jährige Jubiläum der Gemeinde Klosters feiert, für die Ausführenden und für das Publikum einzigartige Erlebnisse bieten wird.»

Überregionale Ausstrahlung

Als Präsident der Stiftung Kunst & Musik, Klosters, kümmert sich Heinz Brand um die langfristige Planung, die strategische Ausrichtung und die Finanzbeschaffung des Festivals. Brand freut sich, dass die regionale, aber auch überregionale Ausstrahlung von Klosters Music in diesem Jahr weiter gestiegen ist und das Festival bereits jetzt ein Fixpunkt für die Tourismusdestination Klosters darstellt. «Ich bin auch sehr glücklich darüber, dass wir nicht wie in den letzten beiden Jahren corona-bedingte Vorgaben beachten müssen wie die Einhaltung von Abständen oder das Tragen von Masken.» Mit dem besonderen Konzert von Maurice Steger und der Sopranistin Nuria Rial am 4. August in der historischen Kirche St. Jakob mit 400 Jahren Musikgeschichte, dem musikalischen-literarischen Abend von Alain Claude Sulzer (Texte) und Oliver Schnyder (Klavier) zum Thema Reisen im 19. Jahrhundert in der Schweiz (2.8.) und dem Hollywoodstreifen Singin‘ in the Rain mit Gene Kelly in der Hauptrolle (5.8.) gibt es gleich drei Veranstaltungen, die das 800-jährige Jubiläum der Gemeinde reflektieren. «Gene Kelly war in den 50er- und 60er-Jahren Stammgast bei uns in Klosters. Das Konzert mit live gespielter Filmmusik ist eine Hommage an diese legendäre Zeit: Hollywood on the rocks», sagt Heinz Brand. «Nach dem überwältigenden Erfolg von Cinema Paradiso im letzten Jahr richten wir uns auch mit Singin‘ in the Rain besonders an die einheimische Bevölkerung.»

Das Freiburger Barockorchester tritt am 31. Juli in Klosters auf.

Orchester als Big-Band

Bevor die Arena Klosters am 5. August zum Kinosaal wird, ist ein erheblicher logistischer Aufwand notwendig. Die Bühne muss komplett zurückgebaut werden, um die grosse Leinwand aufzuhängen. Für den in den Roaring Twenties spielenden Hollywoodklassiker wurde das City Light Symphony Orchestra mit fünf Saxophonen und einer Rhythmusgruppe mit Gitarre, E-Bass und Schlagzeug aufgestockt, so dass der 60-köpfige Klangkörper auch zur Big Band werden kann. Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn wird Patricia Ward Kelly, die letzte Ehefrau des bekannten amerikanischen Sängers, Schauspielers, Tänzers und Choreographen, exklusive Einblicke in das Leben von Gene Kelly geben. Neben seiner Zeit in Klosters beleuchtet Kelly auch Hintergründe zum Film Singin’ in the Rain und spricht darüber, wie sie Gene Kellys Vermächtnis für zukünftige Generationen bewahren möchte (5.8., 18 Uhr).

Francesco Piemontesi

Musikalisches Feuerwerk

Aber zunächst steht das Eröffnungs­wochenende mit gleich zwei attraktiven Orchesterkonzerten an. Das Münchner Kammerorchester stellt sich am 30. Juli mit Gioachino Rossinis bekannter Wilhelm Tell-Ouvertüre, Robert Schumanns romantischem Klavierkonzert in a-Moll (Solist: der Tessiner Francesco Piemon­tesi) und Felix Mendelssohn Bartholdys energiegeladener Italienischer Sinfonie vor. Am Dirigentenpult steht Pablo Heras-Casado, der gerade für sein Debüt an der Mailänder Scala gefeiert wurde. Das Freiburger Barockorchester bietet am Sonntag, 31. Juli, mit Georg Friedrich Händels Wassermusik und virtuosen Solokonzerten einen Barockabend deluxe. Am Nationalfeiertag wird Philharmonix ein musikalisches Feuerwerk zünden. Das aus Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmonikern bestehende Septett schlägt bei diesem moderierten Konzert einen Bogen von Klassik zu Pop und von der Volksmusik zum Jazz. Höchste Kammermusikkunst ist im Konzert des Hagen Quartetts mit dem Pianisten Kirill Gerstein am 3. August zu erleben. Auch am Abschlusswochenende stehen bekannte Künstlerinnen und Künstler im Mittelpunkt. Die Münchner Geigerin Arabella Steinbacher interpretiert am 6. August mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung des erst 27-jährigen, hochtalentierten Österreichers Patrick Hahn Johannes Brahms’ Violinkonzert, ehe Sir Ándras Schiff das Festival am 7. August mit Werken der Wiener Klassik ausklingen lässt.

Für Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre sowie Lehrlinge/Studierende mit Ausweis bis 25 Jahre gibt es von Klosters Music das Angebot von «Last Minute-Tickets» für 10 Franken (nach Verfügbarkeit eine Stunde vor Konzertbeginn).

Infos unter https://klosters-music.ch

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Graubünden MEHR