×

Herzschmerz zwischen zwei Buchdeckeln

Herzschmerz zwischen zwei Buchdeckeln

Die Eschenbacher Autorin Nadine Gerber gibt bald eine Fortsetzung ihres Romans «Herz über Bord» heraus. Und sie verrät, warum die ersten Kapitel lange in der Schublade schlummerten.

Ramona
Nock
vor 3 Wochen in
Kultur & Musik
Schreiben ist ihre Leidenschaft: Nadine Gerber, aufgewachsen in Eschenbach, mit ihrem neuesten Fortsetzungsroman «Herz über Bord – rudere, wenn der Wind fehlt»
PRESSEBILD

Sie ist eine Meisterin der Emotionen. Wenn Nadine Gerber zu Papier und Stift greift und Figuren zum Leben erweckt, wird es dramatisch. Sehnsucht, Wehmut, verdrängte Gefühle –und mitten drin: zwei Liebende, die sich vor Jahren gegen einen gemeinsamen Weg entschieden haben. Weil es einfach nicht anders ging. Doch was, wenn diese Entscheidung falsch war? Wenn man immerzu denkt, «was wäre, wenn»?

So ergeht es Hanna und Simon, den Hauptfiguren im neuen Roman der Eschenbacher Autorin Nadine Gerber. «Herz über Bord – rudere, wenn der Wind fehlt», heisst er, und erscheint am 1. Mai. Es ist Gerbers vierter Roman und eine Fortsetzung ihrer 2019 erschienen Erzählung «Herz über Bord – rudere nie zurück». Eine Liebesgeschichte, zu der die zweifache Mutter damals viele Komplimente bekommen hat.

«Es war eines meiner emotionalsten Bücher», sagt sie rückblickend. Gerade deshalb erlebe sie aktuell eine regelrechte «Zitterpartie». Wie wird der zweite Teil bei den Leserinnen und Lesern ankommen? Kann die Fortsetzung mithalten, am Erfolg von damals anknüpfen?

Die 41-Jährige, das merkt man schnell, ist sich selbst die strengste Kritikerin. Ihre Ansprüche an das, was sie in ihre Buchkapitel packt, sind hoch, die Rezensionen zu ihren Romanen kann sie auf Knopfdruck abrufen. Ebenso die Anzahl Sterne, mit denen ihre Bücher bewertet wurden.

Lange an den Details gefeilt

Selbstkritisch war Nadine Gerber auch bei ihrem jüngsten Roman. Was fehlt noch, wo ist die Erzählung noch nicht «rund», stimmt der Spannungsbogen? An der Endfassung hat sie lange geschliffen, Kapitel umgeschrieben, neue Erzählstränge hinzugefügt. Trotzdem: «Der Druck ist gross», so die Autorin, die mittlerweile in der Nähe von Zürich lebt. Und gleichzeitig freue sie sich riesig, bald das erste Exemplar in den Händen zu halten.

Die ersten Zeilen von «Herz über Bord», Teil zwei, hat Gerber schon niedergeschrieben, da war Teil eins noch mitten am Entstehen. «Ich wusste von Anfang an: Die Geschichte dieser beiden Menschen ist noch nicht zu Ende», sagt sie über die Protagonisten. Dennoch blieben die Entwürfe für eine Fortsetzung lange Zeit in der Schublade liegen. In der Zwischenzeit widmete sich die Autorin, die hauptberuflich als Journalistin arbeitet, anderen Buchprojekten sowie ihrer zweiten Leidenschaft, der Fotografie.

Mit Tabuthema gebrochen

Auch wenn Gerber vor allem Romane schreibt: Wer beim Stichwort Liebesgeschichte denkt, ihre Erzählungen kratzen nur an der Oberfläche, irrt. Die Eschenbacherin scheut sich nicht davor, Tabuthemen aufzugreifen und von schweren Schicksalen zu erzählen.

Inspiriert von ihrer ehrenamtlichen Arbeit als «Fotoengel», drehte sich ihr Roman «Unvergessen» (2020) um das Thema Engelskinder: Kinder, deren Herzen aufhören zu schlagen, bevor das Leben richtig begonnen hat. «Und um die wichtige Arbeit der Fotoengel», wie Gerber sagt – Menschen, die mit der Kamera die wenigen und kostbaren Momente nach einer Stillgeburt festhalten.

Die Form des Romans trage dazu bei, ein schweres Thema auf eine andere Art zugänglich zu machen, sagt Gerber. Auch jenes Buch habe bei den Lesern eine Welle von Emotionen losgetreten.

Mit Geschichten bewegen

Menschen zu berühren – das ist es, was sich Nadine Gerber auch für ihren neusten Roman wünscht. Ob die zwei Liebenden von Teil eins diesmal zueinander finden? Was hat das Schicksal mit Hanna und Simon vor, gibt es für sie eine zweite Chance? Nadine Gerber schmunzelt: «Die Antwort liegt zwischen den Buchdeckeln.»

Nadine Gerber: «Herz über Bord – rudere, wenn der Wind fehlt». Liebesroman. Erscheint am 1. Mai im Prinzengarten Verlag.

Kommentieren

Kommentar senden