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Ein theatrales Abbild verrotteter Moral

Das Stück «Verminte Seelen» unter der Regie von Barbara-David Brüesch im Theater Chur – ein Gastspiel, das ein Heimspiel war.

Einer blindwütigen Obrigkeit ausgesetzt: Fabian Müller, Diana Dengler, Bruno Riedl und Marcus Schäfer (von links) geben im Theater Chur den Opfern «fürsorgerischer Zwangsmassnahmen» ein Gesicht, genauso wie den damaligen Tätern.
Claudio Godenzi

Wenn es so etwas wie einen bitteren Applaus gibt, dann war er am Donnerstagabend im Theater Chur zu erleben. Mit stoischer Gleichförmigkeit entrichtete das Publikum minutenlang seinen Beifall. Mit ernsten Gesichtern nahm das Schauspielensemble ihn entgegen. Was sollte da auch beklatscht werden? Die unerträgliche Selbstgerechtigkeit staatlicher Institutionen, die hierzulande fast unbehelligt eine zwangserzieherische Verwahrungsmaschinerie betrieben? Die verrottete Moral, in deren Namen zehntausende Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen ihren Familien entrissen wurden?

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