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Das Hermelin ist der Star im wiederöffneten Naturzentrum

Das Naturzentrum Glarnerland ist im Bahnhofsgebäude in Glarus umgezogen. Das passt gut zur neuen Gastausstellung, die heute eröffnet wird. Auch dort dreht sich alles um Veränderungen.

Südostschweiz
Dienstag, 12. Mai 2020, 04:30 Uhr Wiedereröffnung im Bahnhof-Südtrakt
Das Naturzentrum befindet sich neu ganz im Süden des Bahnhofgebäudes in Glarus.
PRESSEBILDER

von Monica Marti*

Auf einem langen Spieltisch sitzt ein Plüsch-Hermelin und schaut ratlos drein. Vor ihm breitet sich eine Landschaft mit grossen Ackerflächen und kahl geräumten Weiden aus. Um zu seiner Partnerin am anderen Tischende zu gelangen, braucht es aber Hecken, Steinhaufen und andere Strukturen. Diese verhindern auch bei seinen echten Artgenossen, dass die kleinen Mäuse-Räuber auf ihren Streifzügen plötzlich selber zur Beute von Greifvögeln und Hauskatzen werden. Doch wo ist das Glarnerland noch Hermelin-Land? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung «Hermelin woher – wohin» von Pro Natura Glarus und Graubünden, die im Naturzentrum Glarnerland gezeigt wird. Es ist die erste Ausstellung in den neuen Räumen des Naturzentrums im Südtrakt des Bahnhof Glarus (siehe Infobox).

Ausstellung erklärt, was die Natur bedeutet

Wie frühere Landschaften in den beiden Kantonen Glarus und Graubünden heute aussehen, zeigen Bild-Vergleiche auf grossen Stellwänden. Dazu wurden historische Foto-Schauplätze aufgesucht und aus der gleichen Perspektive erneut fotografiert. Eindrücklich, wie stark sich gewisse Gebiete in ein bis zwei Menschenleben verändert haben.

Die Ausstellung erklärt, was das für die Natur bedeutet. Sie zeigt aber auch, dass verloren gegangene Lebensräume in der heutigen Zeit wieder gefördert werden können. Und vor allem regt sie zum Nachdenken an: Über Landschaften, die verschwunden sind; über solche, die sie abgelöst haben und über jene, die im Glarnerland noch entstehen werden. Während man dem Stoff-Hermelin mit grossen Puzzleteilen spielerisch eine vielfältige Landschaft vor die Füsse legt, lässt sich in Ruhe über die eigene Meinung zum Landschaftswandel sinnieren.

*Monica Marti ist Biologin und Co-Leiterin des Naturzentrums Glarnerland in Glarus.

Wiedereröffnung im Bahnhof-Südtrakt

Seit über zehn Jahren betreibt das Naturzentrum Glarnerland eine Auskunftsstelle und informiert mit Kleinausstellungen über die Glarner Natur. Nun hat es seinen Standort innerhalb des Bahnhofgebäudes in Glarus in die Räume der ehemaligen Schalterhalle verlegt. Mit ihm umgezogen ist auch das Besucherzentrum Glarus des Unesco-Welterbes Tektonikarena Sardona, das vom Naturzentrum betreut wird. Die Gastausstellung von Pro Natura Glarus und Graubünden «Hermelin woher – wohin» wird von Dienstag, 12. Mai, bis am 13. August 2020 gezeigt. Das Naturzentrum ist jeweils von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. (eing)

www.naturzentrumglarnerland.ch

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