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Ein Stück Techno-Geschichte in Glarus

Beton-Chilbi-Revival im Tunnel: Mit Bruno Spörri und Piet Jan Blauw und deren Techno-Experimenten lebt der Sommer im kalten Glarner Winter nochmals intensiv auf.

Südostschweiz
19.02.20 - 04:30 Uhr
Kultur
Eine Licht- und Klangshow: Piet Jan Blauw ist am Samstagabend im Tunnel im Holenstein-Areal in Glarus zu sehen.
Eine Licht- und Klangshow: Piet Jan Blauw ist am Samstagabend im Tunnel im Holenstein-Areal in Glarus zu sehen.
PRESSEBILD

Von Delia Landolt

Techno geht nur für Junge? Vielleicht. Nicht aber, wenn man der Vater des Techno ist. Was heisst da Vater: Urvater darf man Bruno Spörri mit seinen sportlichen 84 Jahren wohl nennen. Während andere in dem Alter über dem Rollator hängen, hängt sich Spörri in die Knöpfchen und an die Klappen: Spörri ist nicht nur Techno-Pionier, sondern 13-fach preisgekrönter Jazzer, Saxofonist. Kommt diesen Samstag, 22. Februar, der holländische Licht- und Klangkünstler Piet Jan Blauw dazu, erhält spätestens dann die Realität im Tunnel Glarus zweite Priorität.

Wie kommt man vom Jazz zu elektronischer Musik? Wenn die Mutter Violinistin und der Vater Elektroingenieur sind, scheint Spörris Werdegang gar nicht mehr so absurd. Mit 30 wird der studierte Psychologe als Tonmeister und Komponist zum Berufsmusiker und elektrifiziert 1968 sein Saxofon. Experimente mit Synthesizern folgen. Techno ist geboren.

Während Piet Jan Blauw Farben früher in der Palette mischte, tut er es heute im Raum, mit Licht. Kunst ist seine Art zu kommunizieren. Auch in der Musik nutzt er die Instrumente für ausgefeilte Handwerkskunst.

Im Sommer 2019 haben Spörri und Blauw das Skate-, Kunst- und Musikfestival im Skatepark Näfels eröffnet. Sie tauschen für ihre Licht- und Klangshow nun also Zeltplane mit Tunneldecke und Sommer mit Winter.

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