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Eine leichtfüssige Hommage an Zwingli

Die Kulturgesellschaft Glarus eröffnet diesen Samstag ihre Saison in der Aula der Kantonsschule mit dem Musik-Comedian Jürg Kienberger und seinem Programm «Eingerockt und ausgesungen».

Südostschweiz
Mittwoch, 18. September 2019, 04:30 Uhr Kulturgesellschaft Glarus
Music-Comedian: Jürg Kienberger tritt in der Aula der Kantonsschule in Glarus auf.
PRESSEBILD

Auf der Bühne stehen Klavier, Hackbrett und Liliput-Orgel, eine Flöte und eine Spieldose sind auch dabei. In Jürg Kienbergers Programm «Eingerockt + ausgesungen» tönt Huldrych Zwinglis Kindheit nicht nur nach Choral. Pink Floyd und Bob Dylan sind auch dabei: eine musikalisch leichtfüssige Hommage an eine aussergewöhnliche Persönlichkeit.

Leidenschaft zum Beruf gemacht

Der Schauspieler, Musiker und Kabarettist versetzt sich in die Wahrnehmung und Welt des musikbegeisterten Zwingli und zeichnet in seiner fiktiven Biografie dessen anfangs widerwillig beschrittenen Weg zum Reformator nach, der schliesslich Kirche und Staat aus den Angeln hob. Erst wuchs der Junge mit sieben Geschwistern in Wildhaus auf, verbrachte dann aber seine Schulzeit in Weesen bei seinem Götti und wurde im Spätsommer 1506 mit 22 Jahren als «Kirchherr» zum leitenden Pfarrer in Glarus gewählt.

Eine Zeit epochaler Umbrüche beginnt. Jürg Kienberger spielt eine beeindruckende Einmannshow, Regie führt Claudia Carigiet. In der Presse erhielt Kienbergers Zwingli überschwängliche Kritiken wie etwa von der NZZ: «Unter der verspielten Oberfläche liegt Hintersinn und eine Sternstunde der Musik», oder «Herrgottsack! Eine bessere Musik für die Reformation heute gibt es nicht.» («Tages-Anzeiger»).

Jürg Kienberger wurde 1958 in Sils-Maria geboren. Als jüngstes Kind der Hoteliersfamilie im «Waldhaus» aufwachsend, hörte er täglich Livemusik. Das Hotelorchester spielt sozusagen bei ihm zu Hause und erfüllt seine neugierigen Ohren mit unzähligen Kaffeehaus-Melodien.

Nach einem abgebrochenen Germanistikstudium widmete er sich, grösstenteils als Autodidakt, seiner Leidenschaft als Musik- und Theaterspieler, die schliesslich zu seinem Beruf wurde.

Seit 1984 ist er, meist freischaffend, an verschiedenen Theatern unter anderem in Zürich, Basel, Berlin und Hamburg tätig. Zusammen mit Christoph Marthaler erarbeitete er an die 30 Theater- und Opernabende an den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, an der Pariser Oper, in Avignon und Grönland. Mit seiner Frau Claudia Carigiet erfindet er Abende wie «Menschsein macht müde», «Ich bin ja so allein», «Ich Biene – ergo summ» und «Ich bin zum Glück zu zweit». Jürg Kienberger komponierte die Musik zum Einsiedler Welttheater, zu den Tellspielen in Altdorf und wurde mit dem Salzburger Ehrenstier 2011 und dem Schweizer Kleinkunstpreis 2014 ausgezeichnet.

Samstag, 21. September, 20 Uhr, Aula der Kantonsschule Glarus.

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