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Junge Frau rettet sich aus den Drogen

Seit rund drei Jahren ist das Buch «Sugar – Eine Lebensgeschichte» der Schweizer Schriftstellerin und Buchautorin Michelle Nahlik auf dem Markt. Es ist ein Glarner Bestseller.

Südostschweiz
Montag, 15. Juli 2019, 04:30 Uhr Buchtipp
«Sugar – Eine Lebensgeschichte» von Michelle Nahlik erscheint bereits in der zweiten Auflage.
PRESSEBILD

Das Buch erzählt die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die mit erst 17 Jahren in den Strudel der Drogenszene gerät. In ihrem Buch erzählt die Autorin unverblümt und schonungslos von ihren Erlebnissen in der Drogenszene, die sie beinahe in den Tod führten. Aus meiner Sicht ein grossartiges Buch, das in Schulen und Familien nicht fehlen sollte.

Begeisterter Leser aus eigener Anschauung

Noch selten hat mich ein Buch wie «Sugar – Eine Lebensgeschichte» so tief beeindruckt wie jenes der Schriftstellerin und Erfolgsautorin Michelle Nahlik. Der Grund mag wohl darin liegen, dass ich selbst in den 1970er Jahren den Drogenabsturz zweier meiner besten Freunde miterleben musste.

Während der eine im Alter von 16 Jahren in einem LSD-Rausch sich als Vogel fühlend aus dem Fenster eines Wohnhauses stürzte und dabei den Tod fand, landete der andere nach vielen Umwegen in einem Kibbuz in Israel. Nachdem er von dort wegen Drogendelikten per Schub wieder in die Schweiz zurückgeschickt wurde, verbringt er heute seinen Lebensabend in einer psychiatrischen Klinik.

Die beiden tragischen und traurigen Geschichten haben mich bis zum heutigen Tage beschäftigt. Es sind Geschichten, die für mich viele Fragen offenlassen. Mit Cannabis haben die beiden tragischen Geschichten meiner Freunde angefangen. Beide wohnten in den 1970er Jahren in Basel. Beide fingen mit dem Rauchen von Cannabis in der Basler Drogenszene an und wechselten ihren Drogenkonsum innert kürzester Zeit von Cannabis auf LSD und Heroin. Der totale Absturz meiner beiden Freunde war damit vorprogrammiert.

Ähnlich die Geschichte von der aus Thun stammenden Schriftstellerin Michelle Nahlik, die mit ihrem Bestseller «Sugar – Eine Lebensgeschichte» Aufklärungsarbeit leistet. Sie hat damit vielleicht unzählige Kinder und Jugendliche davon abgehalten, zu Drogen zu greifen.

Lebensgeschichte mit Happy End nach vielem Leiden

«Sugar – Eine Lebensgeschichte» von Michelle Nahlik erscheint bereits in der zweiten Auflage, nachdem die erste innert kürzester Zeit vergriffen war.

«Sugar» ist ein berührendes Buch, das aufklärt, «einfährt», nachdenklich macht und tief in die Seele einer einst drogenabhängigen jungen Frau blicken lässt.

Das Buch ist ein Hilfeschrei einer jungen Frau, die bereits mit 17 Jahren heroinsüchtig wurde und zugleich ein schonungsloses Protokoll eines jungen Lebens im freien Fall – zum Glück mit einem Happy End. Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Vom Kiffen auf dem heimischen Schlossberg ...

In ihrem Werk erzählt Autorin Nahlik ihre eigene Lebensgeschichte, die mit Kiffen auf dem Schlossberg in Thun anfing. Sie erzählt von ihrem Schlüsselerlebnis mit ihrem ersten Schuss, einem Cocktail aus Kokain und Heroin, welchen Freund Viktor ihr setzte. Und sie erzählt vom Tod ihrer besten Freundin Valerie, die sie – noch immer die Spritze in ihrem Arm – leblos in der Szene vorfand.

Exakt dieses Schlüsselereignis war für Nahlik Anlass für den Ausstieg aus dem Drogensumpf. Ein unglaublich beschwerlicher Weg, verbunden mit Schmerzen und mit zahlreichen Entbehrungen.

... zum Höllentrip durch die Drogen

Dazwischen erlebte Nahlik die reine Hölle mit Abstürzen manchmal nahe an der Grenze zum Jenseits. Ein Buch, das «einfährt» und eindringlich an die Eltern appelliert, auf die Veränderungen ihrer Kinder zu achten, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen stehen könnten, und auf sie aufzupassen. Für die Jugendlichen selbst dürfte «Sugar» Abschreckung genug sein, niemals zu Drogen zu greifen. Das Buch ist im Glarner Verlag Elfundzehn erschienen und im Buchhandel erhältlich.

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