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Ein neues Festival für St. Moritz

Zwei Studenten haben Grosses vor: Weltbekannte DJs, junge Influencerinnen und ein Party Village auf Salastrains sollen neue Gäste nach St. Moritz locken. Doch ein ähnliches Festival gibt es bereits.

Ruth
Spitzenpfeil
Donnerstag, 28. März 2019, 04:30 Uhr Influencer und Party Village
Visualisierung der Open-Air-Bühne des NoTomorrow-Festivals.
PRESSEBILD

Genau die Generation zwischen 16 und 30 Jahren, die fehle in St. Moritz», sagt Loris Moser. «Es ist einfach zu wenig geboten für ein urbanes Publikum. Dieses will Ski fahren, aber auch richtig coole Party machen», meint er. Das Manko zu beheben, hat sich der junge Engadiner zusammen mit seinem Freund Quirin Hasler vorgenommen. Die beiden studieren noch in Zürich, verfügen aber bereits über erste Erfahrungen im Organisieren von Events mit bis zu 800 Besuchern, sei es in St. Moritz, Aarau, Zürich, Scuol oder Chur.

Es geht dabei um elektronischen Sound; Trap, Future-Bass und andere Abarten von Hip-Hop und Rap. Als ihr bisheriges Highlight bezeichnet Moser die letztjährige Zürcher Street Parade, bei der sie ein Engadiner Lovemobil erfolgreich auf die Reise schickten.

«NoTomorrow» im Skigebiet

Nun aber wollen sie diesem Musikstil noch eine viel grössere Bühne bereiten. «Uns ist klar geworden, dass St. Moritz grosses Entwicklungspotenzial hat. Es ist zwar eine Weltmarke, benötigt aber neue Dynamik», so der Jungunternehmer, der im letzten Herbst mit Freund Hasler die GmbH NoTomorrow gründete.

«NoTomorrow» ist auch der Name des Festivals, das Mitte März 2020 für drei Tage auf Salastrains stattfinden soll, also im ehemaligen Zielgelände der Ski-WM. Aufstellen will man dort ein Party Village mit grosser Open-Air-Bühne; für den Abend soll es auch noch ein beheiztes Eventzelt geben. «Wir wollen internationale DJ-Grössen holen», kündigt Moser an. «So etwa in der Liga von Don Diablo oder The Chainsmokers.»

Vorbild Ischgl: Das «Top of the Mountain Concert» auf der Idalp lockt jedes Jahr mehr als 20 000 Besucher an.
ARCHIV

Jetzt steht die Suche nach Sponsoren und öffentlichen Fördermitteln an – man rechnet mit einem Budget von 1,5 Millionen Franken. Bereits 60 000 Franken soll laut Moser ein aufwendig produziertes Werbe-Video kosten, für das kommendes Wochenende bekannte Instagram-Influencerinnen und Models wie Debora Gabriella und Zoë Pastelle nach St. Moritz geholt werden. Das soll die Grundlage bilden einer ausgeklügelten Social-Media-Strategie, mit der man bis September bis zu eine Million Schweizer erreichen will.

Dem Goodwill der lokalen Behörden kann sich das Start-up schon einmal sicher sein. Gemeindepräsident Christian Jott Jenny findet, junge Leute mit solchem Tatendrang müsse man unterstützen.

Und das Music Summit?

Allerdings gibt es in St. Moritz schon ein etabliertes Festival elektronischer Musik. Das Music Summit findet dieses Wochenende bereits zum sechsten Mal statt. Jenem spricht NoTomorrow die überregionale Ausstrahlung ab. Es wurden schon böse Briefe ausgetauscht. Die Summit-Veranstalter wollen aber jetzt erst einmal abwarten, was die neue Konkurrenz auf die Beine stellt. «Die sollen sich aneinander vorbeifädeln», rät Gemeindepräsident Jenny.

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