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Unterstützer kaufen dem Circus Knie ein neues Zelt

Das Crowdfunding des Circus Knie für ein neues Zirkuszelt ist zu Ende. Es kam ein stolzer Betrag zusammen. Den Zirkus freuts, es gibt aber auch Kritik an der Aktion.

Christine
Schibschid
Mittwoch, 09. Januar 2019, 11:52 Uhr Crowdfunding
Wird erneuert: Das Zelt des Zirkus Knie bekommt eine neue Plane und auch die Tragekonstruktion darunter wird überarbeitet.
Bild Thierry Bissat

Der Circus Knie lässt sich ein neues Zirkuszelt zum Geburtstag schenken. Dafür sammelte er seit August Geld beim Onlineportal www.lokalhelden.ch. Das Crowdfunding ist nun zu Ende: 254.101 Franken kamen zusammen. Der angegebene Zielbetrag von 250.000 Franken wurde damit übertroffen. «Wir sind als 100 Jahre altes Unternehmen mit dem Crowdfunding neue und moderne Wege gegangen», kommentiert Zirkusdirektor Fredy Knie Junior. Das habe sich gelohnt. Knie bedankt sich bei allen Unterstützern. «Wir sehen das Ganze als sehr grosszügiges Geschenk an.»

Im Schnitt 510 Franken

Insgesamt 498 Unterstützer haben Geld für ein neues Zelt zugesagt. Im Schnitt steuert also jeder etwa 510 Franken bei. Wie der Zirkus in einer Mitteilung schreibt, haben die Spender Beträge von fünf bis mehreren Tausend Franken versprochen. Sie bekommen nun Einzahlungsscheine zugesandt oder es werden die angegebenen Kreditkarten belastet.

Geschenke als Dank

Als Gegenleistung erhalten die Unterstützer je nach gespendetem Betrag verschiedene Dankesgeschenke. Für 250 bis 300 Franken gibt es zum Beispiel eine Tasche aus der Plane des alten Zirkuszelts. Wer mehr als 300 Franken spendet, bekommt ein Knie-Jubiläumsbuch mit persönlicher Widmung. Für 500 Franken und mehr dürfen Unterstützer ihre Namen auf dem neuen Zirkuszelt verewigen. Unter den Spendern wird ausserdem ein Wochenende in einem Wohnwagen beim Zirkus verlost.

Vom gesammelten Geld wird nun unter anderem eine neue Zeltblache gekauft. Diese wird laut der Medienstelle des Zirkus in Italien bestellt und angefertigt. Auch einen zweiten Rundbogen für das Tragegestell des Zeltes schafft der Zirkus an. «Er gibt dem Publikum freie Sicht auf die Manege, ohne Masten», heisst es. Weitere gut 4000 Franken würden ausserdem in Neuerungen rund ums Zelt investiert. Zum Beispiel würde eine Sitzreihe verschoben, um die Sicht für die Zuschauer zu verbessern.

Diskussion um Crowdfunding

Dass der Zirkus die Öffentlichkeit um Geld bat, kam nicht überall gut an. Im Internet gab es kritische Stimmen. Bei Facebook schrieb ein Nutzer zum Beispiel: «Sorry, aber wenn die Knies sich kein neues Zelt leisten können, dann sollen sie doch bitte aufhören. Ist ja lächerlich.» Ein anderer meinte, der Zirkus habe den Zweck des Crowd-funding verfehlt: «Crowdfunding ist eigentlich dafür gedacht, eine Anschubfinanzierung mit Aussicht auf spätere Gewinne zu lancieren. Dass man sich so ‘beschenken’ lassen möchte, ist ein eher neuer Ansatz.» Auch Vorschläge wurden gemacht: «Wie wärs mit einem neuen Helikopter oder Rolls Royce?», fragte jemand höhnisch. Andere konnten die Kritik dagegen nicht nachvollziehen: «Es ist ja niemand gezwungen mitzumachen. Was regt ihr euch denn so auf?», schrieb eine Frau auf Facebook.

Beim Circus Knie stehen die Verantwortlichen weiter hinter der Crowdfunding-Aktion. «Weil wir die Aktion als moderne Form der Kundenbindung sehen und sie unseren Unterstützern eine Möglichkeit gibt, uns eine andere Form des Geschenkes zu machen.» Die Unterstützer würden «auf eine tolle Weise» Teil des Jubiläums und des Zirkus.

Mit diesem Video warb der Zirkus bei www.lokalhelden.ch für das neue Zelt:

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