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Loco Escrito: «Müsste ich ein Lied über Mathematik schreiben, wäre es Deutsch»

Mit über zwei Millionen Aufrufe auf Youtube für seinen letztjährigen Song «Sin Ti» konnte sich Loco Escrito Gold in der Schweiz sichern. Nun folgt die zweite Single «Adiós». Im Interview mit Radio Südostschweiz erklärt er seinen Erfolg und seine Sprachwahl.

Südostschweiz
Montag, 28. Mai 2018, 16:17 Uhr Interview

Mit seinem letztjährigen Song «Sin Ti», konnte sich der Schweiz-Kolumbianer Loco Escrito Gold in der Schweiz sichern und auf Youtube über zwei Millionen Aufrufe einheimsen.

Jetzt, rund ein Jahr später, folgt die neue Single «Adiós». Radio Südostschweiz hat mit Nicolas Herzig, wie Loco Escrito bürgerlich heisst, gesprochen.

Loco Escrito, Deine Musik lädt ja regelrecht zum Mittanzen ein. Tanzt du selbst jeweils auch gleich mit?

Ich tanze sehr gerne. Allerdings tanze ich zu meiner eigenen Musik nicht immer gleich mit.

Ich nehme an, dass ist dein Latino-Flair. Der zieht sich nämlich auch durch dein Leben. Nun setzt du ganz auf die Musik. Ist das nicht auch ein bisschen riskant?

Doch, riskant ist es schon. Zuvor aber habe ich eine Ausbildung gemacht. Dennoch sage ich mir, dass Erfolg haben, ohne eine gewisse Risikobereitschaft, schwer zu erreichen ist. Das wiederum ist natürlich auch etwas, dass mit meiner Mentalität zu tun hat. Ich sage auch: «Wer viel haben möchte, muss auch mehr tun als andere und vor allem ein höheres Risiko eingehen.»

Deine Musik hast du hier in Chur aufgenommen. Weshalb gerade Chur?

Das war früher, jetzt nicht mehr. Es war ein Album vor rund zwei Jahren. Aktuell mache ich meine Musik in Zürich. Vom neuen Song stammt allerdings der Beat wieder aus Chur.

Dennoch aber in der Schweiz und nicht in Südamerika?

Genau. Ich arbeite aber mit vielen Leuten zusammen. Auch mit Produzenten aus Kolumbien, beispielsweise für den Beat. Alles in allem entsteht aber hier in der Schweiz und ich bin ja auch hier. Dennoch lassen wir aber auch Einflüsse von dort einfliessen, denn letztlich sind die Leute vor Ort jene, die am besten über den Markt Bescheid wissen.

Mit sechs Monaten bist du in die Schweiz gekommen. Trotzdem sind deine Texte auf Spanisch, weshalb?

Spanisch war immer meine Familiensprache - und meine Gefühlssprache. Müsste ich ein Lied über Mathematik schreiben, wäre es vermutlich auf Deutsch. Ansonsten ist es aber die spanische Sprache, in der ich mich wohl fühle.

Du sagtest vorhin, dass du auch ein wenig den südamerikanischen Flair übernimmst. Wie kommt deine Musik in Südamerika an?

Sehr gut. Allerdings sind wir erst im Aufbau. Andere Länder wie Brasilien oder Mexiko sind da schon etwas mehr aufgesprungen. Dass ein Schweizer in diesem Markt so sehr mitmischt, hat es bislang noch nicht gegeben. Auch das schweizerische Aussehen kommt mir sehr entgegen, denn so wirke ich auch in Kolumbien exotisch.

Für dich selbst ist das vermutlich auch ein spezielles Gefühl, oder?

Für mich ist es mega schön. Vor zwei Jahren ging ich für zehn Tage nach Kolumbien, was für mich ein wichtiger Schritt war, denn ich hatte damals auch eine deutliche Bestätigung für meine Musik erhalten. Für meinen Werdegang war es deshalb auch sehr wichtig, um zu sehen, dass auch die Menschen dort an mich glauben und Potenzial in meiner Musik sehen.

Dein neuster Song heisst «Adiós». Verabschiedest du dich damit bereits wieder?

Nein, damit möchte ich zu allem was schlecht ist tschüss sagen. Damit sollen auch die Menschen inspiriert werden, es mir gleichzutun. In diesem Fall geht es aber um eine Beziehung. Es gibt nämlich Leute, die bleiben aus reiner Bequemlichkeit in einer Beziehung ohne dabei glücklich zu sein. Das wichtigste ist doch, sich selbst zu lieben und sich zu trauen etwas zu beenden, wenn es einem nicht gut tut. In diesem Lied geht es genau um das.

Dann sind es deine eigenen Erfahrungen, die du in deinen Liedern verarbeitest?

Ja, selbstverständlich. Natürlich aber auch jene von anderen. Das sind immer schöne Inspirationen. Ich versuche auch immer das aufzunehmen, womit sich viele Leute identifizieren können. Das ist auch das, was Musik ausmacht - gerade in der spanischen Musik, wo die Texte und der Inhalt sehr wichtig sind.

Du sagtest deine Musik kommt beispielsweise auch in Mexiko immer besser an. Was sind deine Ziele, die du erreichen möchtest?

Ganz nach oben. Aktuell klettern wir Treppenstufe für Treppenstufe nach oben. Auch mit ganz Grossen sind wir inzwischen in Kontakt gekommen. Nun versuchen wir weitere Länder zu erobern und mit Leuten vor Ort in Kontakt zu treten, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Das ist immer ein Prozess der dauert aber wir stehen sehr gut da und sind stolz auf die Früchte, die unsere Arbeit bereits getragen hat.

Für alle Ladies, die noch einen dezenten Anmachspruch erlernen möchten, denen rät Loco Escrito der Bekanntschaft folgendes vorzutragen:

Loco Escrito zeigt Moderatorin Annina Good wie kolumbianisches Flirten funktioniert.

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