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Indermaur top, Vital flop

Robert Indermaurs Kunst scheint den Churern zu gefallen. Not Vitals Werke hingegen lassen sie links liegen. Ebenso - passend ihr Name - die «Liegende» von Josephsohn.

08.05.18 - 04:30 Uhr
Kultur & Musik

Welche Skulpturen und Malereien im öffentlichen Raum in Chur wissen optisch zu überzeugen und welche nicht? Diese Frage stellte «suedostschweiz.ch» am vergangenen Wochenende. Anlass für die Umfrage war eine Leihgabe der Graubündner Kantonalbank an die Stadt. Seit ein paar Tagen wandelt Robert Indermaurs «Orbiter» auf Stelzen in rund sieben Metern über den Postplatz. «Orbiter» -  ein Symbol für den Aufbruch in neue Sphären. 

Und tatsächlich: «Orbiter» setzt zum ersten Höhenflug an. Bei der Online-Umfrage, an der sich über 2100 Personen beteiligten, musste er sich nur einer Wandmalerei am Obertor geschlagen geben (siehe Bildergalerie oben). Ebenfalls ein Werk von Robert Indermaur.

Dass es nicht immer Werke gestandener Künstler sein müssen, beweist Platz 3. Die damalige Kantonsschülerin Yara Irina Krättli entwarf 2010 im Rahmen ihrer Matura-Arbeit ein riesiges, farbenprächtiges Wandgemälde an der Verzweigung Kupfergasse/Goldgasse. Im Mittelpunkt des Bildes, das eine Interpretation einer alten Churer Sage ist, steht ein Mann – als Sinnbild des menschlichen Lebens. Platz 3 im Leser-Ranking wiederum ist ebenfalls Sinnbild. Sinnbild für «Weiter so!»

Drei grosse Verlierer

Nicht anfreunden können sich die Churerinnen und Churer mit zwei berühmten Werken des Engadiner Künstlers Not Vital. Seine viel und heiss diskutierten «Drei Lotos» auf dem Alexanderplatz, finanziert mit dem Erlös einer Autonummern-Versteigerung von 2006, landeten unter ferner liefen auf Platz 7. Direkt vor der nächsten Vital-Skulptur, der sogenannten Zunge vor dem Würth-Gebäude.

Noch unbeliebter, was die Optik anbelangt, ist die «Liegende» des Bildhauers Hans Josephsohn vor dem Kunstmuseum. Ob die schlechte Bewertung Nachwehen eines Politikums sind, lässt sich nicht eruieren. Vor allem ihr alter Standort an der Poststrasse gab zu Diskussionen Anlass. Die «Liegende» wurde 2009 von der Stadt für 23'800 Franken erworben. (men)

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