Zwei Generationen rocken in einer Band
Sie heissen Jackmacdave und machen Blues, Rock und Soul. Angefangen hat das als Projekt der Familie Kamm – Vater Jakob mit seinen beiden Söhnen. Heute steht die Band erst zum zweiten Mal auf einer öffentlichen Bühne.
Sie heissen Jackmacdave und machen Blues, Rock und Soul. Angefangen hat das als Projekt der Familie Kamm – Vater Jakob mit seinen beiden Söhnen. Heute steht die Band erst zum zweiten Mal auf einer öffentlichen Bühne.
Wer die Idee für den Namen Jackmacdave hatte, weiss Jakob Köbi Kamm nicht mehr. «Ich fand ihn aber sofort cool.» Der Obstalder hat mit seinen Söhnen Jakob (19 Jahre) und David (21) die Band vor rund drei Jahren gegründet. «Als ich jung war, habe ich eine elektrische Gitarre und weiteres Equipment gekauft und wollte eine Band gründen. Irgendwie ist daraus nie etwas geworden», blickt der 48-Jährige zurück und lacht. Sohn David fand an der Gitarre Gefallen, und Jakob spielt Schlagzeug, so entstand die Zwei-Generationen-Band.
Wirklich zur Band wurden sie aber erst, als mit Dave Bärtsch ein routinierter Musiker und Sänger zur Familie Kamm gestossen ist. «Als mich Köbi angefragt hat, war ich zuerst skeptisch», gesteht der 52-Jährige. «Aber nach nur zwei Probenbesuchen stand für mich fest: Ich bin dabei. Ich sah sofort eine musikalische Zukunft.» Speziell sei es schon, zusammen mit einem Vater und zwei Söhnen zu musizieren. «Das ist nicht üblich und kann schwierig sein.» In erster Linie aufgrund des Altersunterschiedes. Der beträgt vom jüngsten Jakob zum ältesten Dave immerhin 33 Jahre. Aber: «Ich habe von Beginn an keinen Generationenunterschied feststellen können, wir sind musikalisch auf derselben Wellenlänge», so Bärtsch. «Musikgeschmack verbindet.»
Der Volksmusiker rockt jetzt
Jackmacdave machen Blues, Rock und Soul mit ein wenig Crossover, von B. B. King über ZZ Top bis zu AC/DC. Speziell für Jakob Kamm Senior war es zu Beginn nicht einfach. Obwohl er musikalisch als Mitglied vom «Echo vom Tödi» alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Die Handorgel beherrscht er aus dem Effeff, aber Bassspielen musste er von der Pike auf lernen, «ich kannte nicht mal die Noten.» Seit nunmehr fünf Jahren wird dem in der Musikschule Abhilfe verschaffen.
Die Band komplettierte der Pianist Marcus «Mac» Schrepfer, und als letztes Mitglied stiess Erika Sigrist zu Jackmacdave. Jakob Kamm erklärt, weshalb: «Ich wollte noch eine Backgroundstimme. Also habe ich mich an der Musikschule umgehört und stiess auf Erika. Sie war sofort Feuer und Flamme.» Sigrist singt zusammen mit Dave Bärtsch den grössten Teil der Songs, «abwechselnd als Frontfrau oder eben im Background. Von den Stimmen her ist es sensationell, es passt perfekt zusammen. Sie gibt den gewissen Touch», zeigt sich Kamm begeistert.
In ihrem Übungsraum studieren sie Songs wie «Highway to Hell» von AC/DC oder «LA Grange» von ZZ Top ein. Bis anhin spielen Jackmacdave nur Coverversionen. Dies soll sich aber ändern. «David hat drei Stücke geschrieben. Das Ziel ist es, diese irgendwann zu spielen.» Vorerst ohne diese treten die sechs heute Samstag in der Burgmaschine in Näfels auf. Es ist erst ihr zweiter öffentlicher Auftritt. Organisiert vom Kulturforum Brandluft.
«Wir sind musikalisch auf derselben Wellenlänge.»
Den ersten Auftritt hatten Jackmacdave im vergangenen Jahr auf der Sommerbühne. Locker seien sie damals gewesen. «Dieses mal bin ich nervöser», gesteht Köbi Kamm. Aber im Wissen, «dass wir noch lange keine Profis sind. Bei uns steht der Spass im Fokus.» Diesen haben sie jeweils im Übungsraum, speziell Köbi Kamm. «Ich geniesse jede Minute, welche ich mit meinen Jungs musizieren kann. In der Band sind wir Kollegen und nicht Vater und Söhne. Dies funktioniert so reibungslos, weil unser Musikgeschmack derselbe ist.»
Chef gibt es keinen
Obwohl Köbi Kamm über langjährige Erfahrung in der Volksmusik verfügt, der Bandleader ist seiner Ansicht nach eher der Sänger Dave Bärtsch. «Nein, heimlich ist es Köbi», kontert dieser mit einem Lachen. Dies sei sowieso nicht wichtig, denn alle würden ihre Meinung einbringen. Bärtsch verfügt wohl als langjähriger Musiker, wie etwa als Solokünstler oder mit den Glarner Inspirational Singers, über die grösste Bühnen-Erfahrung. Er empfindet das gemeinsame Musizieren als «spassig, frisch, froh und lebendig». Davon sollen sich laut Köbi Kamm am Samstag möglichst viele Leute in der Burgstrasse in Näfels überzeugen. «Ich bin froh, wenn fünf Zuschauer kommen», sagt er mit einem Augenzwinkern. Natürlich hofft er auf mehr, hält aber fest: «Wir musizieren für uns, weil wir Spass daran haben.» Eines ist aber klar: Köbi Kamm hat seinen Traum von der eigenen Band endlich wahr machen können und die elektrische Gitarre nicht umsonst gekauft.
Paul Hösli ist Leiter Sport bei den «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Er ist seit 1997 bei der «Südostschweiz», im Jahr 2013 wechselte er intern von der Druckvorstufe in die Redaktion. Zuerst in einem 40-Prozent-Pensum und seit 2016 zu 100 Prozent. Mehr Infos
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