×

Wieder mit schwerem Geschütz

In Chur übernehmen heute Abend bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs die Narren das Zepter. Die Fasnacht geht nach dem üblichen Muster über die Bühne. Mit einer Ausnahme.

Dario
Morandi
Freitag, 09. Februar 2018, 14:00 Uhr Fasnacht
Die Churer Fasnachtsplakette 2018.
CLAUDIO CANDINAS

Iris Peng blickt mit Zuversicht auf die kommenden Tage. Nicht ohne Grund. Sie ist Präsidentin der Fasnachtsvereinigung Chur, und sie hat die Vorbereitungen für die närrischen Tage allesamt abgeschlossen. «Wir sind bereit», sagt Peng, «die Fasnacht kann beginnen.» Sie freut sich dieses Jahr auf etwas ganz Besonderes: auf das Einschiessen der Fasnacht durch die Fasnächtler der Zunft zur Rebleuten, die Canonniers de Carnaval.

Abschuss wieder erlaubt

Die insgesamt elf Böllerschüsse werden jedes Jahr während der traditionellen «Ufwärmata» auf dem Kornplatz von den Cannoniers abgefeuert. So auch heute um 20 Uhr. Doch dieser Fasnachtsauftakt wird anders, sprich lauter als bisher sein. «Die Stadt hat uns den Abschuss von Böllern vom Dach des Stadthauses wieder erlaubt», erklärt Cannonier und Zünfter Silvio «Silla» Berger. Gespräche mit Stadtpräsident Urs Marti, Stadtrat Tom Leibundgut und Zunftmeister Hanspeter Stiffler seien erfolgreich verlaufen, sodass die Churer Fasnacht wieder mit echten Böllern lautstark eingeschossen werden könne, sagt Berger. «Nun hoffen wir natürlich, dass die Böller in der ganzen Stadt zu hören sein werden.» In den letzten Jahren mussten sich die Cannoniers mit einem leiseren «Geschütz» in Form eines Gasdruck-Mörsers begnügen. Die städtische Bürokratie hatte Sicherheits- und Lärmschutzbedenken geltend gemacht und Böllerschüsse verboten.

Nach dem Einsatz der Cannoniers sorgen auf dem Kornplatz mehrere Guggenmusikformationen für fasnächtliche Stimmung, gefolgt von der Verleihung des Fasnachtsordens «Schparz» im Hotel «Marsöl». Der Orden für besondere Verdienste rund um die Stadt Chur geht dieses Jahr an die Brüder Esra und Simri Buchli von der Bündner Erfolgsband 77 Bombay Street. In mehreren Beizen steigt derweil der erste von neu zwei Schnitzelbankabenden. Der zweite findet am Montagabend statt.

Sich langsam schlafen legen

Der Samstag steht im Zeichen des Fasnachtsumzugs. Dieser zieht ab 14 Uhr mit 45 Wagen, Gruppen und Guggen durch die Innenstadt. Danach ist allgemeine Strassenfasnacht angesagt. Und wenn sich die erwachsenen Fasnächtler langsam schlafen legen, startet am Sonntagnachmittag um 14 Uhr der Kinderfasnachtsumzug auf dem Bahnhofplatz in Richtung Stadthalle.

Am Dienstag steht die Seniorenfasnacht mit musikalischer Unterhaltung im Kirchgemeindehaus Titthof auf dem Programm. Der «kleine Umzug», angeführt von den «Überlebenden» der Fasnacht, mit Rückgabe der Stadtschlüssel an Stadtpräsident Marti, ist für Mittwoch geplant. Das Narrenvolk trifft sich dafür um 7.50 Uhr vor der «Piranha»-Bar.

Kommentar schreiben

Kommentar senden