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Einsam wacht das Raufusshuhn

Im Naturzentrum Glarnerland ist eine neue Ausstellung zu sehen. In dieser wird erklärt, warum Hirsche und Hühner im Winter ihre Ruhe brauchen.

Südostschweiz
20.11.17 - 04:30 Uhr
Kultur
Zum Beispiel das Haselhuhn: Was man in der Natur kaum zu sehen bekommt, zeigt die neue Ausstellung im Naturzentrum.
Zum Beispiel das Haselhuhn: Was man in der Natur kaum zu sehen bekommt, zeigt die neue Ausstellung im Naturzentrum.
HANS SPECK

Von Hans Speck

Der Winter hat sich mit Kälte und Schnee schon Anfang November angemeldet, und gestern lag bereits Schnee bis in tiefe Lagen. Es könnte ein langer und kalter Winter werden, ist die Meinung der Innerschweizer «Wetterschmöcker». Solche Prognosen sind zwar immer mit Vorsicht zu geniessen. Sollten sie aber eintreffen, würden für Wildtiere und Vögel harte Zeiten anbrechen.

Die Tiere müssen sehr sparsam mit ihren Kräften umgehen, zumal ihnen vielfach die Nahrung fehlt. Deshalb ist für Huftiere und Raufusshühner eine längere Pause angesagt. Damit diese eingehalten werden kann, sollen Wildruhezonen dafür sorgen, dass die Lebensräume der Tiere und ihre Fortpflanzungsstätten vor Störungen durch Stangensucher und Wintersportler geschützt werden.

Um Wildruhezonen geht es in der Kleinausstellung «Pause für Hirsch und Huhn» im Naturzentrum Glarnerland im Bahnhofsgebäude in Glarus. Damit möchten die Organisatoren die Öffentlichkeit auf diese Probleme hinweisen. Institutionen, Schulen, Firmen und Vereine sollen die Möglichkeit nutzen, sich eingehend über das harte Leben der Wildtiere und Vögel im Winter zu informieren.

Ein eindringlicher Appell

Zur Eröffnung der Kleinausstellung durfte Barbara Zweifel-Schielly, Co-Leiterin der Geschäftsstelle, nebst den Gästen auch Vertreter von Bund, Kantonen und Gemeinden begrüssen. Christoph Jäggi, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons Glarus, hat mit seiner Abteilung das Projekt mit grossem Interesse unterstützt. Dem höchsten kantonalen Jäger und Fischer blieb es vorbehalten, die Besucher an der Eröffnung über die kantonale Verordnung zur Wildruhezonen zu informieren. «Es ist wichtig, Jung und Alt in diese Thematik einzuweihen und sie zu sensibilisieren, damit unsere Wildtiere und Vögel in der harten Winterszeit zu ihren dringend notwendigen Pausen kommen und ihre Ruhezeiten nicht gestört werden», lautete sein eindringlicher Appell.

Lebensgrosse Huftiere und Raufusshühner begrüssen die Besucher in der Ausstellung. Die Menschen lernen, mit welch cleveren Anpassungen die Tiere überwintern. Man erfährt, wie sich die Freizeitaktivitäten der Menschen mit der Zeit verändert haben, was dies für die Tiere bedeutet und wie Wildruhezonen zum guten Miteinander beitragen können.

Mehrere Erlebnisstationen laden zum Anfassen, Aufklappen, Graben, Bauen, Rennen und Rätseln ein. Die Ausstellung ist für Erwachsene und Kinder geeignet. Sie kann bis zum 31. März besichtigt werden.

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