Unser Fotograf auf den Spuren der ältesten Farbfotos
Am Langen Samstag präsentiert die Fotostiftung Graubünden in ihren Räumen am Churer Regierungsplatz die ältesten erhaltenen Bündner Farbfotografien. Der Fotograf der «Südostschweiz» hat an einigen der darauf gezeigten Orte nochmals abgedrückt.
Am Langen Samstag präsentiert die Fotostiftung Graubünden in ihren Räumen am Churer Regierungsplatz die ältesten erhaltenen Bündner Farbfotografien. Der Fotograf der «Südostschweiz» hat an einigen der darauf gezeigten Orte nochmals abgedrückt.
Am Langen Samstag in Chur zeigt die Fotostiftung Graubünden in ihren Räumen am Regierungsplatz, dass sie tatsächlich eine höchst spannende Aufgabe erfüllt: Sie hat sich nämlich nichts Geringeres vorgenommen als die Sicherung des visuellen Gedächtnisses des Kantons. In der von 12 bis 22 Uhr geöffneten Ausstellung präsentiert sie – neben einem hochmodernen Projekt – die ältesten erhaltenen Bündner Farbfotografien. Einige davon hat die Fotostiftung schon vorab der «Südostschweiz» zur Verfügung gestellt.
Die Ansichten von Siedlungsräumen aus der Zeit um 1900 haben sofort die Frage aufgeworfen: Wie sieht es heute dort aus? Unser Fotograf Marco Hartmann hat sich auf den Weg gemacht und die gleichen Schusspositionen gesucht wie die Kollegen vor über 100 Jahren. Mancherorts hat zwar der frühe Schnee die Vergleichbarkeit beeinträchtigt. Aber herausgekommen sind doch erstaunliche Eindrücke davon, wie sich der Mensch seither in der Landschaft breitgemacht hat.
Die historischen Farbfotografien sind in zwei unterschiedlichen Verfahren entstanden. Bei den älteren (Aufnahmen von Thusis und Chur) handelt es sich um sogenannte Photochrome. Das sind Schwarzweissbilder, die in lithografischer Technik, das heisst mit bis zu 18 Steinplatten eingefärbt wurden. Die aufwendige Methode wurde in den 1880er-Jahren bei Orell Füssli in Zürich entwickelt. Die Bündner Bilder sind nicht datiert, dürften aber von der Jahrhundertwende stammen.
1903 erfanden die Gebrüder Lumière die Autochrome – und das sind nun tatsächlich echte Farbfotografien auf Glasplatten. Der Churer Schokoladenfabrikant und Chemiker Carl Georg Bernhard beherrschte als einer der Ersten diese Technik. Seine erst kürzlich wiedergefundenen Aufnahmen werden im Rätischen Museum aufbewahrt und nun erstmals öffentlich ausgestellt.
Weitere historische Aufnahmen:
Ruth Spitzenpfeil ist Kulturredaktorin der «Südostschweiz» und betreut mit einem kleinen Pensum auch regionale Themen, die sich nicht selten um historische Bauten drehen. Die Wahl-St.-Moritzerin entschloss sich nach einer langen Karriere in der Zürcher Medienwelt 2017, ihr Tätigkeitsfeld ganz nach Graubünden zu verlegen. Mehr Infos
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