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Ein Denkmal der Ignoranz

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Südostschweiz
29.09.17 - 11:00 Uhr
Kultur
Der Äquator.
Der Äquator.
WIKIMEDIA

Ecuador heisst so, weil der Äquator ziemlich genau durch die Hauptstadt Quito verläuft. Deshalb gibt es in der kleinen Ortschaft Pomasqui, gleich neben Quito, ein Denkmal, das sich «Mitad del mundo», also «Mitte der Welt», nennt. Dort hat es eine Linie am Boden, welche den Äquator darstellt. Das freut vor allem die Touristen, die gerne über diese Linie hüpfen oder breitbeinig drüber stehen und Selfies schiessen. Errichtet haben das Denkmal die Franzosen, welche 1736 die Welt vermassen und den Äquator bestimmten.

Das Dumme dabei ist, dass sich die Franzosen verrechnet haben. Denn der wirkliche Äquator verläuft 240 Meter entfernt von der Linie in «Mitad del mundo», wie man dank neuester GPS-Methoden rausgefunden hat. Bei der neuen Vermessung sind die Geografen auch zufällig auf ein viel älteres Denkmal in Pomasqui gestossen, welches exakt auf dem Äquator liegt. Gebaut wurde es von einem Volk aus der Präinkazeit, rund 1000 Jahre vor den Messungen der Franzosen.

Diese kurze Episode verrät viel über die ganze Kolonialisierungsgeschichte – und vielleicht auch über die westliche Grundhaltung. Denn die Besserwisser-Haltung  bringen viele Europäer bis heute nicht los, wenn sie die Heimat verlassen. Aber auch sonst trifft man hier viele, die lieber reden als zuhören, lieber antworten als fragen, lieber lehren als lernen. Das ist schade. Doch tragisch wird es erst, wenn man sich dabei so überlegen fühlt wie die französischen Entdecker in Quito. Denn wer dem eigenen Genie ein Denkmal baut, läuft Gefahr, dass dieses am Ende nur für die eigene Ignoranz steht …

Zum Programm: Heute Freitag macht dann Soundwitch aus Japan im «Beat Club» in Chur Gothic-Metal, Bigi und Mr. Bonjour pumpen Technobeats durch die «Roots Bar», Toru mixt am Bierfest im «Selig», Patric Pleasure bringt das «Viva» zum Kochen, und sowohl B-Flava in der «Felsenbar» als auch Rex David in «Toms Beer Box» machen schon mal heiss auf die Schlagerparade. Derweil spielen The Rehats in der «Sportbar» in Pontresina, und Noon, Ameye und dTb elektrisieren das «Pampa» in St. Moritz.

In St. Gallen rappt Chelsea Reject im «Palace», und The Sublinguals taufen ihre neue Platte im «Fabriggli» in Buchs.

In Zürich gibt es Techno mit Dominik Eulberg im «Hive», HipHop mit Ryan Leslie im «Q», und Elektro-Kraut-Rock mit Die Wilde Jagd in der «Zukunft».

Übermorgen Samstag ist in Chur dann in erster Linie Schlagerparade, welche um 14 Uhr startet. Ab 16 Uhr stehen Szenegrössen wie Das Fiasko, The Rebel Tell Band, SahneMixx oder Vincent Gross auf dem Arcas auf der Bühne. Danach geht es an diversen Orten wie beispielsweise mit Herzbalsam Kuno und Seelenmasseur Renato in der «Werkstatt», mit Conny Paradiso und Rex David im «Schall und Rauch», mit Der Après Ski Lehrer im «Viva», oder mit Wollana und Michelle d’Amour in «Toms Beer Box». Wer lieber anderen Sound hört, dem seien die HipHop-Beats von Babon, C-Zar und 1Ear im «Freischwimmer», die Psy-Beats von Schallspender, Fidelio und HotGlue in der «Roots Bar», oder die Techhouse-Beats von DJ Retonic im «La Cucaracha» empfohlen. Derweil houst DJ Dachi am Waldtanz im «Chalet Velo» in Davos, das «Nangijala» in Disentis zelebriert das Einjährige mit Renisound und Pascal Gamboni, und Hampa & the Charms begeistern im «Landhaus» in Jenaz.

In Glarus feiern Captain Moustache und Fredo Ignazio im «Veka» zusammen mit Freunden wie The Pussywarmers, Europa neue Leichtigkeit oder Reverend Deadeye das 10-Jahr-Jubiläum, Sir Colin beehrt den «Club», und DJ Lenardis legt im «City» nur Millenium Hits auf.

In Rapperswil-Jona gibt die lokale Funkband Groove Perception im «Zak» ein Comeback, und Ray Fein und Band swingen in der «Rotfarb» in Uznach. In St. Gallen hat Boris Brejcha im «Kugl» noch seine Labelgenossen im Gepäck, The Lonesome Drifters rocken und rollen im «Krempel» in Buchs, und The Pearlbreakers spielen im «Melserhof» in Mels.

In Zürich gibt es Punk mit Abstürzende Brieftauben im «Dynamo», Elektronisches mit Black Loops, Carlo und Maik Yells in der «Büx», und Indie mit What Josephine Saw im «El Lokal». Euer Partykönig wünscht Hals- und Tanzbeinbruch.

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