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Im raschen Wechsel zum Sehnsuchtsort

Schriftstellerin Romana Ganzoni hat im Richisau ihr Buch «Granada Grischun» vorgestellt.

Südostschweiz
29.08.17 - 05:00 Uhr
Kultur
Fesselnd: Romana Ganzonis Texte sprühen vor Fantasie und konfrontieren die Leserinnen und Leser mit einer Vielzahl von Ereignissen.
Fesselnd: Romana Ganzonis Texte sprühen vor Fantasie und konfrontieren die Leserinnen und Leser mit einer Vielzahl von Ereignissen.
PETER MEIER

Am Sonntag hat Romana Ganzoni im Richisau aus ihrem Erstling «Granada Grischun» gelesen. 1967 in Scuol im Unterengadin geboren, studierte die Autorin in Zürich Germanistik und Geschichte, hielt sich danach in London auf, unterrichtete zwei Jahrzehnte als Gymnasiallehrerin und widmet sich heute ganz dem Schreiben. Sie lebt als freie Autorin in Celerina, erhielt den Förderpreis des Kantons Graubünden und beteiligte sich vor drei Jahren am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.

Rasanter Erzählstil

Die Buchautorin konfrontiert die Leser mit wechselvollen Begebenheiten, in einer direkten Sprache, die von erfrischender Deutlichkeit, grosser Spontaneität sowie Ehrlichkeit geprägt ist. Ganzoni begibt sich ins jeweilige Geschehen rein, kommentierend, mitleidend, träumend, gefühlvoll, mit zuweilen heftigen Gefühlsausbrüchen, belastenden Erkenntnissen, zarten Hoffnungen und nicht selten schmerzhaften Erfahrungen.

Sie erzählt in oft raschem Wechsel, und verharrt zuweilen lediglich einige Zeilen beim einen oder anderen Ereignis. Die 20 Erzählungen, über beinahe 200 Seiten aufgeteilt, handeln von Lippenstift, Kanister, Schäferhund, Puder, Herrn Baumann, Raketenglace, Ristorante, Brandherd, Mädchen oder Leben im Schnee. Die Autorin zeigt auf, dass Granada ein Sehnsuchtsort ist, eine Stätte, zu der man sich hinträumt. Lange blieb sie bei den Inhalten um das kubanische Springwunder Alberto Juantorena.

Tim Krohn beendet einen …

Romana Ganzoni wurde von Hansrudolf Frey vorgestellt. Zu reden kam er unter anderem auf die Herausgabe weiterer Werke. Das Ausarbeiten des jeweils zweiten Buches sei für alle Autorinnen und Autoren eine riesige Herausforderung. Man müsse sich unbedingt genügend Zeit lassen.

Der diesjährige Richisauer Literatursommer von Baeschlin littéraire wird am 24. September und der Lesung von Tim Krohn aus seinem «Serien-Roman» enden.

… abwechslungsreichen Zyklus

Dank des Literatursommers im Richisau sind an vier Tagen verschiedenartige Begegnungen mit Buchautoren möglich. Wer sich die Mühe macht, das jeweils präsentierte Buch vorgängig zu lesen, ist gewiss besser eingestimmt als jene, die das in Auszügen gelesene Werk nach der sonntäglichen Lesung erwerben.

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