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Linard Bardill kämpft für Stephan Kunz

Die Umstrukturierung an der Spitze des Bündner Kunstmuseums in Chur hat am Wochenende Wellen des Protests geworfen. Künstler Linard Bardill plant deshalb den Aufstand und der zuständige Regierungsrat Martin Jäger verteidigt den Führungswechsel an der Spitze des Museums im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Südostschweiz
20.06.17 - 11:45 Uhr
Kultur
Musiker Linard Bardill Scharans
Linard Bardill wehrt sich gegen den Entscheid von Regierungsrat Martin Jäger.
OLIVIA ITEM

In 14 Zeilen hatte die Bündner Regierung am Mittwoch vergangener Woche informiert, dass Stephan Kunz, seit Oktober 2011 Direktor des Bündner Kunstmuseums, abgelöst wird. Neue Direktorin - vorerst interimistisch für ein Jahr - wird die 36-jährige Nicole Seeberger, die 2009 am Museum tätig ist.

Stephan Kunz verlässt Chur nicht etwa, sondern bleibt dem Museum erhalten als «Hauptkurator». Seither rätselt die Bündner Kulturszene fiebrig über die Gründe der Restrukturierung an der operativen Spitze des Museums. Die Leserbriefspalten der Tageszeitungen waren am Wochenende voll von Zuschriften, welche blankes Unverständnis über den regierungsrätlichen Entscheid ausdrückten.

«Vieles nicht optimal gelaufen»

Der Kanton will in dieser Sache von sich aus nichts mehr verlautbaren, wie der zuständige Regierungsrat Martin Jäger (SP) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda betonte. Das Wichtigste sei, dass die betroffen Personen einverstanden gewesen seien mit den getroffenen Entscheiden. Die betroffenen Personen sind Stephan Kunz als gewesener Direktor sowie Nicole Seeberger als neue Direktorin ad interim.

Zu den Hintergründen über die Personalentscheide im Kunstmuseum erklärte Jäger, über eine längere Zeit sei «vieles nicht optimal» gelaufen. Ende vergangenes Jahr beziehungsweise Anfang dieses Jahr sei «einiges aus dem Ruder gelaufen». Jäger wollte diese Aussagen nicht weiter vertiefen. Er erklärte, es handle sich bei den Betroffenen um Angestellte des Kantons, über deren Personalbelange nicht öffentlich kommuniziert werde.

«Ganz starke Seiten»

Um die unbefriedigende Situation am Bündner Kunstmuseum zu lösen, hatte Regierungsrat Jäger eigenen Angaben zufolge zuerst das Personalamt des Kantons konsultiert. Danach setzten sich interne und externe Fachpersonen mit der Situation auseinander, die externen für 20'000 Franken.

Die von Jäger getroffene Lösung wurde ihm gemäss seinen Angaben von Fachleuten, die eine Analyse erstellt hatten, empfohlen. Stephan Kunz habe «ganz starke Seiten», unterstrich Jäger. Auf diese Seiten will der Regierungsrat auch künftig nicht verzichten, wenn Kunz, der vom Kunsthaus Aargau nach Chur wechselte, in der Funktion des Hauptkurators für das Bündner Kunstmuseum arbeitet.

Bardill kämpft

Am Dienstagabend hat nun Künstler Linard Bardill angekündigt, dass er kommenden Mittwoch um 18 Uhr vom Bahnhofplatz zum Theaterplatz eine Kundgebung organisieren wolle. Das Ziel? Die Wiedereinsetzung von Stephan Kunz als Direktor des Bündner Kunstmuseums. (so/sda)

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