×

Jägersektion zielt in die Öffentlichkeit

Davoser
Zeitung
16.02.25 - 12:00 Uhr
Schweiz und Welt
Jagd ©SomediaPressAG
Jägerinnen und Jäger treffen sich zur 108. Sektions­versammlung.

Es war eine lockere Versammlung am Dienstagabend. Man kennt sich unter­einander. Der Verein steht finanziell auf stabilen Beinen. Die letztjährige Jagd war erfolgreich. Und doch gab es an diesem Abend ein Thema, welches den Jägerinnen und Jägern vom Sektionspräsidenten Sandro May und vom extra angereisten Präsidenten der Dachorganisation Jagd Schweiz, Anton Merkle, ans Herz gelegt wurde. So meinte May schon zu Beginn: «Wir müssen in der Bevölkerung präsent sein. Die Jagd ist essenziell für Flora und Fauna, doch ist sie nicht bei allen in der Bevölkerung beliebt oder anerkannt. Deshalb ist es wichtig, dass wir die ­Öffentlichkeitsarbeit intensivieren und der breiten Masse so die Wichtigkeit und den Nutzen der Jagd nahe bringen.»

«Unser Auftritt in der Öffentlichkeit ist nicht immer der Beste»

Merkle unterstrich die Aussage Mays in seinem Gastvortrag: «Untereinander sind wir sehr gut vernetzt, aber unser Auftritt in der Öffentlichkeit ist nicht immer der Beste.» In allen Ländern Europas sei der Fokus der Jägervereine in den letzten ­Jahren auf die Öffentlichkeitsarbeit gerichtet. Diese sei nicht nur wichtig für die Akzeptanz in der Bevölkerung, auch ­politisch wirke sich die Arbeit positiv aus. Die Frage sei also: «Wie können wir alle das Verständnis für die Jagd fördern?»

Über die Jahre hat Merkle dutzende ­Kongresse und Tagungen zu diesem ­Thema besucht. Er zeigte auf, wie Öffentlichkeitsarbeit in anderen Ländern aussieht. «In Spanien standen 600 000 Jagende auf dem Paradeplatz in Madrid, zuge­geben dies ist definitiv die falsche Herangehensweise für die Schweiz, in Frankreich, Österreich und Deutschland wurden grosse Werbeaktionen gestartet. Grossartige Arbeit haben unsere Kollegen aus Schweden geleistet. Die Freunde aus dem Hohen Norden haben seit 2017 eine ­unvergleichlich erfolgreiche Kampagne gestartet und die Jagd zu einem beinahe durchwegs positiven ­Thema gemacht.»

Dies soll über die nächsten Jahre auch in der Schweiz erreicht werden. Nicht nur, um den Menschen zu gefallen oder Instalikes zu sammeln. «Der Austausch zwischen den Politikerinnen und Politikern, Naturschützenden und den Jagenden ist in der Schweiz zwar stets konstruktiv. Doch ich denke, wenn wir als Jägerinnen und Jäger der Schweiz unseren Auftritt in der Öffentlichkeit verbessern, können wir noch viel erreichen», erklärte Merkle zum Schluss.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Schweiz und Welt MEHR