Die ungeliebten Spuren des Winters
Wenn der Frühling einsetzt, blühen meist nicht nur die Blumen. Die Temperaturen steigen, und die Natur befreit die Berge vom Schnee. Doch wer befreit die Berge von unserem Müll, welchen wir über die exzessiven Wintermonate auf den Pisten und Wegen hinterlassen haben?
Wenn der Frühling einsetzt, blühen meist nicht nur die Blumen. Die Temperaturen steigen, und die Natur befreit die Berge vom Schnee. Doch wer befreit die Berge von unserem Müll, welchen wir über die exzessiven Wintermonate auf den Pisten und Wegen hinterlassen haben?
Der letzte Kafi Luz ist schon lange getrunken. Die Skier und Snowboards setzen in den Kellern wieder Staub an. Die Wintersaison ist in weite Ferne gerückt. Doch was bleibt von einem Winter voller Geselligkeit, Sport und abertausenden von Besuchenden? Es sind nicht nur die guten Erinnerungen. Neben den wunderschönen Bergblumen und Wiesen sticht einem das unschöne Überbleibsel der Wintersaison ins Auge: Abfall. Die Davos Klosters Bergbahnen organisieren deshalb Jahr für Jahr «Clean-ups». An mehreren Tagen im Frühsommer sammeln sie gemeinsam mit Freiwilligen, Clubs und Vereinen den liegen gebliebenen Müll zusammen. Man merkt, dass die Berge allen Teilnehmenden am Herzen liegen.
Die diesjährigen «Clean-ups» waren, wie die in den Jahren zuvor, gut besucht und auch von Erfolg gekrönt. Besonders am Start der Pisten und unter den Sesselliften haben über zweihundert Helferinnen und Helfer Zigarettenstummel, Haargummis, Handschuhe und ganz viele andere spannende Funde gemacht. Sogar ein funktionierendes Handy kam bei den Aufräumarbeiten zum Vorschein. Unglaubliche 331 Kilogramm Abfall kamen in insgesamt vier Aktionen zusammen.
Zahlreiche Vereine und Clubs helfen mit
Am 15. Juni machten sich die Renngruppe der Skiclubs Davos und Rinerhorn, das NLZ Ost, der BSV Alpin und das RLZ Davos auf, die Hänge des Rinerhorns und das Jakobshorns vom Abfall zu befreien. Insgesamt 95 Freiwillige machten auf den Bergen den Frühlingsputz. Über 130 Kilogramm Müll konnten gesammelt werden. Die Helferinnen und Helfer trotzten am verregneten Samstag dem Wetter und waren nicht unglücklich, am Abend unter eine warme Dusche stehen zu können.
Auf Gotschna und Parsenn kam es am 22. Juni zur grossen Aufräumaktion. Auf Gotschna waren bei bestem Bergwetter 77 Personen in Abfallbeseitigungsmission unterwegs. Auch dort waren zahlreiche Vereine beteiligt. So halfen das RLZ Prättigau, die Skiclubs Klosters und Küblis, die RG Prättigau, Madrisa und Danusa sowie die vierte Klasse der Schule in Klosters mit, den Berg von insgesamt 57 Kilogramm Abfall zu befreien.
Am selben Tag fanden sich auf Parsenn 42 Helferinnen und Helfer ein, um gemeinsam die ungeliebten Hinterlassenschaften des Winters zu beseitigen. Mit einem zur Verfügung gestellten Picknick im Rucksack machte sich die Gruppe auf. Es kamen Familien, Paare, Einzelpersonen und Hotelteams. So waren am sonnigen Samstag Einheimische wie auch Gäste beteiligt, dass im Total 139 Kilogramm Abfall erfolgreich ins Tal bugsiert werden konnten. Auch wenn zwischen Weissfluhjoch und dem Furkalift noch recht viel Schnee lag, konnte allerlei Liegengebliebenes gesammelt werden. Eine Helferin meint: «Wir kommen mit der ganzen Familie fast jedes Jahr an den ‹Clean-Up› Event. Für uns und die Kinder ist es ein tolles Erlebnis, und sie erinnern sich im Winter daran, dass sie keinen Abfall liegen lassen dürfen.» Die gelungene Aktion wurde gemeinsam mit einer geselligen Grillade beim Restaurant Höhenweg beendet.
Eine grüne Wiese ist schöner als eine Müllhalde
Den Bergbahnen ist wichtig, dass die Berge abfallfrei bleiben. Dies aus erster Sicht natürlich deshalb, weil der Müll pures Gift für das Ökosystem ist. Abfälle wie Plastik, Papier oder Metall werden in der Natur nur ganz langsam abgebaut. Es kann Jahre dauern, bis er nicht mehr sichtbar ist. Zudem sondern viele Materialien beim Abbau toxische Stoffe ab, welche für die Flora und Fauna extrem schädlich sind. So ist es rund zehnmal schlimmer, wenn Abfall in der Natur und nicht im Eimer landet. Aus gutem Grund wird in der Schweiz grosser Wert auf die korrekte Entsorgung gelegt. Was oft vergessen wird, ist, dass sich Wild- wie auch Weidetiere an Glasscherben und Ähnlichem verletzen oder Plastikreste fressen. Aber nicht nur ökologisch stört der liegengebliebene Abfall. Auch sorgt er für ein unattraktives Landschaftsbild. Dies schadet dem Tourismus, und auch für Einheimische ist das Bergerlebnis auf einer grünen Wiese schöner als auf einer Müllhalde. Gemeinsam kann die wunderschöne Natur erhalten und gepflegt werden. So soll gesagt sein, dass nicht nur die Davos Klosters Bergbahnen sich dem Schutz des Ökosystems verschrieben haben. Viele Vereine und Organisationen machen es zusammen möglich, das Touristen und Einheimische, nicht nur in Davos, sondern in der ganzen Schweiz eine intakte Natur zum Geniessen haben.
Leitfaden für das Verhalten in den Bergen: https://www.davosklostersmountains.ch/de/mountains/nachhaltigkeit
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