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«Traumjob» Influencer - ein Besuch im Prättigau

Sie teilen Insidertipps für Städtereisen auf Facebook, posten Fotos von Santorini auf Instagram, schreiben in ihrem Blog über Wanderungen durch die Schweizer Berge und backen in Youtube-Videos Kuchen in allen Farben und Formen. Sogenannte Influencer leben den Traum von vielen. Ein Traumjob! Oder?

Dienstag, 15. August 2017, 05:00 Uhr Zwei Influencer berichten aus ihrem Leben

Wie wird der Normalbürger zum Influencer? «Wir sind da einfach so hineingerutscht», sagt Influencerin Valeria Mella. Vor 5 Jahren habe sie neben einem 100-Prozent-Job angefangen, Bilder und Texte auf ihrem Blog «Little City» zu veröffentlichen. Inzwischen lebt das Paar Valeria Mella und Adrian Rüedi davon,  rund um die Welt zu reisen, neue Sachen zu entdecken und eben Influencer zu sein. Ihre Fotos, Texte und Videos kommen an. Über Kanäle wie Facebook, Instagram oder Youtube erreichen sie mehr als 45 000 Personen und gehören damit zu den einflussreichsten Influencern der Schweiz.  

Deshalb sind die beiden Influencer geworden.

Was macht ein Influencer den ganzen Tag? «Die Leute sehen natürlich nur, was wir alles Schönes erleben und nicht den ganzen Aufwand, der dahinter steckt. Eigentlich ist es wie ein normaler Bürojob», erklärt Influencer Adrian Rüedi seinen Beruf.

Ein Bürojob, bei dem man aber aussergewöhnlich oft draussen und auf Reisen ist. Seit einer Woche beispielsweise leben die beiden Influencer mitten auf dem Partnunsee in St. Antönien. Dort haben sie es sich komfortabel in zwei durchsichtigen Bungalows gemütlich gemacht und berichten einen Monat lang über ihre Erlebnisse rund um den See.

Ein Traumjob. «Durchaus», bestätigt Valeria Mella, «aber kein Schoggijob. Als Influencer hast du keinen klassischen Feierabend und arbeitest oft nächtelang durch, um solche Projekte wie hier auf dem Partnunsee zu ermöglichen.»

So sieht der Alltag der beiden Influencer aus.

Überlebt ein Influencer in der Schweiz? Weil sämtliche Videos auf Schweizerdeutsch aufgenommen werden, sei ihre Reichweite wegen der Sprachbarriere natürlich eingeschränkt, räumt Adrian Rüedi ein. Trotzdem könnten sie als Influencer in der Schweiz gut überleben, betont Valeria Mella.

Das Geld fliesse aus verschiedenen Projekten, die Bezahlung sei unterschiedlich. Man könnte ihre Arbeit mit jener eines Fotografen vergleichen. Auch sie würden je nach Projekt einfach schöne Bilder im Netz verkaufen. Solche wird es im nächsten Monat vom Partnunsee bestimmt zahlreiche zu sehen geben, bevor Valeria Mella und Adrian Rüedi ihre aufwendig aufgebauten Bungalows genau so aufwendig wieder abbauen und sich ans nächste Projekt wagen.

Gibt es eigentlich auch mal Ferien? Ja, sagt Adrian Rüedi. Die einzigen Tage, an denen Smartphone und Laptop eines Influencers aus seien.

So überleben Influencer.

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SO schreibt: "das Paar Valeria Mella und Adrian Rüedi (...) über Kanäle wie Facebook, Instagram oder Youtube erreichen sie mehr als 45 000 Personen und gehören damit zu den einflussreichsten Influencern der Schweiz."
Influencer? Opinionleaders? Animateure im Robinsonferiendorf? Also Leute, statt "Conferenciers" mit Traumquoten halte ich selbst es lieber mit der guten alten Logik, beispielsweise dass der Partnunsee keine Bauzone ist, der Helikopter die versprochenen Werte konterkariert und dass das versprochene "Nichts-als-Natur" bereits von dort an nicht mehr gewährleistbar ist, sobald mehr als ein User sich dort befindet - jedenfalls gemäss der bisherigen Handhabung der Touristiker, finde ich. Hingegen mein Vorschlag gemäss Leserbriefen: "Verdichtetes Bauen erfordert verdichtete Verhaltensregeln" und "Fraktionierung, Melioration" und "Gesundheitstourismus auch für Einheimische" und "Gesundheitspark GR - hier gesundet die Welt" (Beispiel: Heidi und Klara) und "Luftkurorteboom".
Siehe auch Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2017-08-11/das-ist-mal-ein-was…