Frisch von der Leber
Vor rund 380 Millionen Jahren hatte irgendein Fisch das Bedürfnis, mal etwas Neues zu entdecken. Wahrscheinlich gelangweilt vom tagtäglichen Trott in der Ursuppe, wusste er, dass da noch mehr sein muss, und so nahm er die Beine unter die Arme und verliess sein gewohntes Nass. Seither ist viel passiert.
Vor rund 380 Millionen Jahren hatte irgendein Fisch das Bedürfnis, mal etwas Neues zu entdecken. Wahrscheinlich gelangweilt vom tagtäglichen Trott in der Ursuppe, wusste er, dass da noch mehr sein muss, und so nahm er die Beine unter die Arme und verliess sein gewohntes Nass. Seither ist viel passiert.
Übermotivierte Primaten
Nach dem Einschlag des Meteoriten war es lange ruhig auf der blauen Kugel. Die Evolution nahm ihren Lauf, versuchte verschiedene Dinge, und aus dem All wirkte der Planet friedlich und im Einklang. Und dann, ja dann nahm irgendein übermotivierter Affe einen Stein als Werkzeug in die Hand. Von diesem Zeitpunkt ging es für den Planeten rasant bergab. Aus den Steinwerkzeugen wurden bronzene, metallene bis zu den digitalen. Was aus der Ferne betrachtet wie eine Erfolgsgeschichte anmutet, ist jedoch eher ein Drama einer so cleveren, aber doch so dummen Spezies.
Die Spitze der Evolution
Ich glaube der Niedergang der Menschheit begann an dem Zeitpunkt, als einer unserer Vorfahren merkte, dass er das geschaffene Werkzeug nicht nur zum Überleben brauchen, sondern auch dem Nachbarn über den Schädel ziehen kann. Von da an gingen Erfindungsgeist und Idiotie Hand in Hand. Es entwickelten sich Sprachen – man streitet. Man entdeckte das Feuer – man nutzt es als Waffe. Man erfand den Buchdruck – man nutzt ihn für Propaganda. Man hat das Gefühl, dass die Menschheit seit Jahrhunderten merkt, dass sie nicht auf diesen Planeten gehört und sich selbst von diesem löschen möchte. Lange dauert es sicher nicht mehr, haben wir doch mittlerweile die Technologie entwickelt, alles und jeden auf der Erde innerhalb von Sekunden zerstören zu können. Und was machen wir mit diesen Waffen? Wir legen sie in die Hände von grössenwahnsinnigen, teils orangen, alten Männern. Gute Idee. Persönlich hätte ich mir von der selbst ernannten «Spitze der Evolution» mehr erhofft.
Ein multiresistentes Virus
Und der Virus der Menschheit ist längst nicht mehr nur ein Problem der Erde. Der Mond musste sicher ein, zwei Mal leer schlucken, als er 1969 die Rakete auf sich zufliegen sah. Ja, die kleine Primatenart vom Blauen Planeten hat sich längst zum Ziel gesetzt, das Weltall zu erobern. Vielleicht trifft man eines Tages auf eine andere Zivilisation. Wenn dies irgendwann der Fall sein sollte, hoffe ich schwer, dass es eine intelligente sein wird. Wir müssten noch viel lernen. Aber wahrscheinlich sind die kleinen grünen Wesen schon mal bei uns vorbeigekommen, haben den Planeten gescannt, kein Anzeichen für eine intelligente Lebensform erkannt und sind vernünftigerweise weitergeflogen.
Die Krone der Schöpfung
Der Ball aus Dreck und Wasser wäre sicherlich einen Besuch wert. Ich meine Flora und Fauna haben unglaublich viel zu bieten. Wenn da nicht auch die lästigen Bewohner wären. Und nein, nicht die Tiere oder Pflanzen sind gemeint, sondern die selbst ernannte «Krone der Schöpfung». Ja, die Krone ist eigentlich ein schönes Zeichen. Ein guter König würde mit Güte, Weitsicht und Gerechtigkeit regieren. Sind wir dieser gute König? Nein, die Menschheit ist gierig, tyrannisch, arrogant oder rücksichtslos.
Wäre der dumme Fisch vor Millionen von Jahren doch nur im Wasser geblieben. Und falls Gott die Welt erschaffen hat, hätte er nicht nur am Sonntag ruhen sollen. Am besten hätte er auch den Samstag – denn was bis dahin stand, ist an Schönheit nicht zu überbieten – freigenommen oder gleich eine Woche Ferien bezogen.
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