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Pischa – zwischen gestern und morgen

Die Pischabahn, gebaut 1967, war über Jahrzehnte Herzstück des Skibetriebs an der Flüelapasstrasse. Lange Zeit funktionierte das Gebiet wie ein klassisches Skigebiet mit Liften, Pisten und täglich fahrenden Bahnen. Nach und nach wurden die Schlepplifte abgebaut und der Pistenbetrieb eingestellt. Mit dem angekündigten Ende des Bahnbetriebs im Frühling 2027 geht diese Ära zu Ende.

Davoser
Zeitung
01.01.26 - 12:00 Uhr
Schneesport
Nach turbulenten Weihnachtstagen gibt es eine wohlverdiente Pause mit Blick aufs Pischahorn.
Nach turbulenten Weihnachtstagen gibt es eine wohlverdiente Pause mit Blick aufs Pischahorn.
mar, mit KI bearbeitet
Nach den Festtagen wirkt Pischa wie ein Ort zum Durchatmen. Wer hier unterwegs ist, kommt zur Ruhe, ohne sie suchen zu müssen. Während der Skibetrieb schon länger kein Thema mehr ist, zeigt sich das sonnenverwöhnte Gebiet weiterhin sehr gut zugänglich und lädt zum Geniessen ein.

Gut gepflegte Winterwanderwege

Die knappe Schneelage erfordert in diesem Winter erhöhte Aufmerksamkeit bei der Wegpflege. Hier wurde früh und sorgfältig gearbeitet, um den Gästen ein stimmiges Wintererlebnis zu ermöglichen. Je nach Abschnitt präsentieren sich die Bedingungen unterschiedlich anspruchsvoll, insgesamt aber gut machbar.

Der Aufstieg beginnt auf einem breiten Fahrweg. Der Schnee ist zusammengeschoben und verdichtet, am Rand sorgen Heu und Ziegendreck für zusätzliche Griffigkeit.

Die Winterwanderwege ab Pischa Bergstation sind sehr gut unterhalten.
Die Winterwanderwege ab Pischa Bergstation sind sehr gut unterhalten.
mar

Bis zur Mäderbeiz ist der Weg bestens unterhalten. Hier endet der breite Fahrweg, der Charakter des Weges verändert sich spürbar. Für einige Höhenmeter wird er deutlich anspruchsvoller. Der Untergrund kann aufgrund des wenigen Schnees nicht durchgehend gleichmässig präpariert werden, stellenweise ist er rutschig.

Mit zunehmender Höhe verbessern sich die Verhältnisse wieder. Der Untergrund wird gleichmässiger, und bald zeigt sich ein gut präparierter Winterwanderweg. Das Gehen wird wieder entspannter. Wer sich den kräftezehrenden Aufstieg sparen möchte, nimmt die Pischa-Bahn. Ab der Bergstation bieten sich Rundwanderungen an. Gerade hier präsentieren sich die Winterwanderwege in sehr gutem Zustand. Sie sind klar angelegt, die weite Aussicht begleitet jeden Schritt. Entlang des Grates öffnet sich der Blick ins Prättigau, bis hinüber zum Rätikon.

Empfohlen wird festes Schuhwerk mit gutem Profil, zudem sind Wanderstöcke sehr hilfreich.

Wie immer gilt: Die Bedingungen können sich je nach Witterung rasch verändern, ein wachsamer Blick auf Wetter und Untergrund bleibt wichtig.

Oberhalb der Mäderbeiz kann der Winterwanderweg nicht durchgehend präpariert werden.
Oberhalb der Mäderbeiz kann der Winterwanderweg nicht durchgehend präpariert werden.
mar

Gastgeber mit Herzblut

Das Bergrestaurant Pischa empfängt einen mit unkomplizierter, offener Atmosphäre. Von der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick auf Davos. Lisa Schneid und ihr Partner Jakub Rychlia betreiben das Selbstbedienungsrestaurant samt Gästezimmer seit der letzten Saison. Aufgrund der geplanten Einstellung des Betriebs der Pischa-Bahn nach der Saison 2026/27 ist der Pachtvertrag auf drei Jahre ausgelegt.

Trotz der zeitlichen Begrenzung haben die beiden viel investiert und neue Angebote geschaffen. Auch in dieser Saison wurde weiter verfeinert. So konnten sie mehr Zeit in die neue Speisekarte investieren und dem Restaurant mit viel Aufmerksamkeit fürs Detail eine persönliche Handschrift geben.

Was sie antreibt, trotz der Befristung so viel Energie in den Betrieb zu stecken, beschreibt Lisa mit spürbarem Herzblut. Es ist ihre Lebenseinstellung. Sie hat Freude an der Arbeit, und den Anspruch, das, was sie tut, so gut wie möglich zu machen. Mit Leidenschaft. Wo man so viel Zeit verbringt, soll es stimmen, sagt sie. Dann geht es ihr um die Menschen, die hierherkommen und verweilen. Lisa und Jakub geben ihre Leidenschaft für den Ort durch ihre Arbeit weiter, um so ihren Gästen ein ganz besonderes Erlebnis zu ermöglichen.

Aussicht auf Davos von der Pischa Bergstation.
Aussicht auf Davos von der Pischa Bergstation.
mar

Die Zukunft von Pischa

Die Zukunft von Pischa beschäftigt viele in Davos. Bekannt ist, dass der Betrieb der Bahn im Frühjahr 2027 eingestellt werden soll. Wie es danach weitergeht, ist offen. Immer wieder gibt es Interessenten, die sich mit dem Ort auseinandersetzen.

Lisa und Jakub sehen Pischa deshalb nicht als abgeschlossenes Kapitel. Dass eine Weiterführung in der bisherigen Form unwahrscheinlich ist, blenden sie nicht aus. Gleichzeitig sind sie überzeugt, dass der Ort, einst als «versteckte Perle unter den Schneesportgebieten» bekannt, Potenzial hat – als Landschaft und als Ausflugsziel abseits des klassischen Skitourismus. Sollte sich eine Perspektive ergeben, wären sie nicht abgeneigt, Teil einer Weiterführung zu sein, um dem Ort auch künftig Leben zu lassen und seinen besonderen Charakter zu bewahren.

Im Hier und Jetzt

Bis dahin richten die beiden den Blick auf das Hier und Jetzt. Darauf, Pischa mit Sorgfalt und Hingabe zu betreiben. Für alle, die diesen Ort schätzen, ihm verbunden sind und ihn bis zum Schluss erleben möchten.

Pischa bietet Raum für unterschiedliche Nutzungen und ein Miteinander, das selbstverständlich wirkt. Der Weg hinauf prägt das Erlebnis ebenso wie das Oben-Sein. Von den ersten Schritten unten bis zur Weite am Grat entsteht ein Berg­moment, der unabhängig von Saison, Betrieb oder Perspektiven funktioniert.

Dass Pischa auch jenseits des Skibetriebs funktioniert, zeigt sich an der Mäderbeiz. Sie ist neben der Bergstation, die nur während weniger Monate geöffnet ist, die einzige Gaststätte am Berg – und dies ganzjährig. Zu Fuss in kurzer Zeit erreichbar, ist sie für viele in Davos ein fester Bezugspunkt. Sie steht sinnbildlich für das, was Pischa jenseits des Ski­betriebs trägt: Verlässlichkeit, Nähe und Beständigkeit.

Winterwandern im Angesicht des Schwarzhorns.
Winterwandern im Angesicht des Schwarzhorns.
mar
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