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20 Jahre White Risk: Lernen statt führen

Vor zwanzig Jahren erschien White Risk als interaktive Lern-CD für die Lawinenprävention. Heute ist die Plattform fester Bestandteil der Tourenplanung vieler Skitourengehender – und wurde kürzlich für ihre Funktionalität ausgezeichnet.

Davoser
Zeitung
17.02.26 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Von der CD-ROM zur App und ins Web: White Risk hat sich in den letzten 20 Jahren stetig weiterentwickelt.
Von der CD-ROM zur App und ins Web: White Risk hat sich in den letzten 20 Jahren stetig weiterentwickelt.
zVg/SLF/Lüönd
Entstanden ist White Risk aus der Präventionsarbeit des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva.

Als White Risk 2006 lanciert wurde, sah die Tourenvorbereitung noch anders aus. Routen wurden mit Bleistift auf Papierkarten eingezeichnet, Hangneigungen aus Höhenlinien abgelesen, Lawinenwissen vor allem über Text und Bilder vermittelt. Der damalige Lawinenwarner und Bergführer Stephan Harvey war überzeugt, dass Prävention nur funktioniert, wenn Wissen verständlich und praxisnah vermittelt wird. Aus dieser Haltung heraus entwickelte sich White Risk als digitales Lerninstrument, nicht als Tourenführer.

Digitale Hilfe für bessere Entscheidungen

Der Ansatz ist bis heute derselbe geblieben. White Risk stellt das aktuelle Lawinenbulletin bereit, vermittelt Grundlagenwissen und unterstützt die Planung mit Karten und Werkzeugen. Was die Plattform bewusst nicht liefert, sind fixfertige Tourenvorschläge. Wer unterwegs ist, soll sich mit Gelände, Bedingungen und Risiken auseinandersetzen. «Das Tool leitet zu guten Entscheidungen, ohne diese abzunehmen», bringt Harvey den Grundgedanken auf den Punkt.

Nach der CD-ROM folgten App und Webplattform, ab 2013 vollständig synchronisiert. 2016 stand das Projekt kurz vor dem Aus: veraltete Technologien und steigender Wartungsaufwand bedrohten den Weiterbetrieb. In der Folge wurde White Risk neu aufgebaut. Eine robuste Software-Architektur ermöglicht seither auch ohne Netzabdeckung eine zuverlässige Nutzung. Finanziert wird der Betrieb heute grösstenteils über ein Abosystem.

Anerkennung für Funktionalität

Für die technische Umsetzung und die intuitive Benützung wurde White Risk im Herbst 2025 bei den «Best of Swiss Apps» ausgezeichnet. Der Preis ist Anerkennung für eine Plattform, die sich über zwei Jahrzehnte weiterentwickelt hat. Eine Garantie für Sicherheit im Lawinengelände ist sie nicht. White Risk kann Risiken nicht eliminieren, soll aber dazu beitragen, sie besser zu erkennen.

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