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Frauenpower sowohl früher als auch heute

Die Wärchstubä in Klosters sollte ein Ort werden, der die Menschen Neues lernen lässt, sie zum kreativen Werken anregt und sie näher zusammenbringt. Das funktioniert bis heute – seit nunmehr 55 Jahren.

Davoser
Zeitung
26.11.25 - 12:00 Uhr
Kultur
Wärchstubä Klosters.
Wärchstubä Klosters.
zVg
Die Wärchstubä Klosters wurde im Jahr 1970 von Dorli Brosi, Käthi Barblan, Lisabeth Gloor und Madlen Jenny gegründet. Die vier Frauen bitten die Gemeinde noch im selben Jahr um die Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Wärchstubä. Jedoch war die Gemeinde nicht direkt willig. Zunächst musste das eindeutige Bedürfnis der Bevölkerung nach einem solchem Ort des sozialen und kreativen Geschehens belegt werden. Daraufhin machten sich die vier Frauen daran, Unterschriften bei der Bevölkerung zu sammeln. Mehr als hundert Unterschriften wurden bald darauf eingereicht und ­belegten so die Notwendigkeit der Wärchstubä Klosters. Am 20. November 1970 wurden dem Wärchstubä-Team Räumlichkeiten mit Inventar und Vorhängen von der Gemeinde zugesichert.

Bereits im ersten Jahr waren Gross und Klein dabei

So konnte das Wärchstubä-­Team durchstarten. Die Frauen der Wärchstubä organisierten noch im selben Jahr acht Kurse mit insgesamt neunundsiebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Für Gross und Klein war etwas dabei. Das Angebot reichte vom Kinderbasteln bis hin zum Kerzenziehen und Weihnachtskartenmalen. Auch heute noch ist das Programm der Wärchstubä umfangreich, sodass für jeden etwas dabei ist. Anstelle der Bauernmalerei, des Kranzbindens oder des ­Stickens, wird heute selbst ­Silberschmuck hergestellt, Pilates gemacht, Englisch gelernt und noch vieles mehr. Die Kurse werden vorwiegend in Kleingruppen durchgeführt, um die ­Qualität dieser zu garantieren.

Manche Kurse sind Dauerbrenner

Die Räumlichkeiten hingegen werden ganz der Kursart angepasst. Plötzlich wird eine Schreinerei, die Natur oder eine Profiküche im Restaurant zur Räumlichkeit des Kurses. Parallel zur Wärchstubä gab es sowohl früher als auch heute die Webstube. Hier kann man sich an einem professionellen Webstuhl mit Farben und Textilien austoben. Viele der Kurse sind ein Dauerhit und werden jedes Jahr durchgeführt, wie zum Beispiel Yoga, ­Line Dance, Sprachkurse oder Kochkurse und natürlich die Kurse in der Webstube.

Das Team dahinter

Wie früher stehen auch heute vier Frauen hinter der Wärchstubä: Loredana Mathis, Karin Stalder, Theres Niggli und Uli Strauss. Jede von ihnen organisiert, plant und recherchiert eigenständig und mit Leidenschaft. So können spannende und kreative Kursleitende gefunden werden, die bereit sind, ihr Handwerk oder ihr Wissen mit anderen zu teilen.

Aber auch bei der besten Organisation kann mal etwas schiefgehen, wie zum Beispiel, wenn die Kursleiterin von einer Wespe gestochen wird und eine allergische Reaktion erleidet. Auch in solch ­kritischen Situationen hat das Wärch­stubä-Team einen kühlen Kopf. Nach ärztlicher Behandlung konnte der Kurs doch noch durchgeführt werden, obwohl die Kursleiterin ihre Anweisungen in einer horizontalen Position geben ­musste.

Beitrag zum kulturellen Angebot

Die Organisatorinnen identifizieren sich selbst stark mit den Kursen, die sie auf die Beine stellen. Sie geben deshalb alles dafür, dass die Kurse auch durchgeführt werden können. Die Arbeit in der Wärchstubä bietet darüber hinaus eine Chance, neue Kontakte zu knüpfen. Zudem haben sie die Möglichkeit, selbst in unterschiedliche, künstlerische und kulturelle Tätigkeiten hineinzublicken. Des Weiteren leisten die Frauen einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Angebot in Klosters.

Weihnachtsmarkt am 29. November

Dieses kulturelle Angebot wird durch den jährlichen Weihnachtsmarkt weiter ausgebaut. Das Wärchstubä-Team organisiert und vermietet die Stände, kümmert sich um die Bar und verkauft Leckereien vom Grillstand. Seit einigen Jahren wird es von der Damenriege Klosters tatkräftig unterstützt. Diese hat die Kaffee­stube übernommen und verwöhnt die Gäste mit Kuchen und heissen Getränken. Somit pflegen die Frauen eine Tradition, die vor circa 55 Jahren begann, als die Gründerinnen erstmals einen Weihnachtsverkauf auf die Beine stellten. Der Weihnachtsverkauf sollte die Ausgaben der Wärchstubä ­decken und diese so unter­stützen. Heute wird von ihnen und zahlreichen Helfenden am Weihnachtsmarkt alljährlichen ein Ort geschaffen, an dem die Leute aus der Region ihre ­Waren verkaufen und bekannt machen können. Darüber hinaus wird an diesem kulturellen Anlass die Vorfreude auf das Weihnachtsfest und das Beisammensein gefeiert.

Die Wärchstubä ist eine Bereicherung für die Bevölkerung sowohl in sozialer als auch in kultureller Hinsicht. Hinter dem umfangreichen Kursangebot stecken jedoch auch viel Organisation und Leidenschaft. Das eingespielte Team der Wärchstubä meistert diese Aufgaben nun schon seit vielen Jahren. Daher wäre es ein ­Gewinn für die Wärchstubä, wenn das bereits bestehende Team durch neue Mitglieder ergänzt werden könnte.

Text von Joy Sprecher 

Das Wärchstubä-Team mit (von hinten links im Uhrzeigersinn): Theres Niggli, Uli Strauss, Karin Stalder und Loredana Mathis.
Das Wärchstubä-Team mit (von hinten links im Uhrzeigersinn): Theres Niggli, Uli Strauss, Karin Stalder und Loredana Mathis.
zVg
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