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Weit mehr als eine Viehschau

Am Samstag, 17. Mai, ist es wieder so weit, die Davoser Viehschau steht an. Doch können bei der Reithalle in Frauenkirch nicht nur die schönsten Kuh-Damen der Region bestaunt werden, das Rahmenprogramm bietet für Gross und Klein so manches Highlight.

Davoser
Zeitung
14.05.25 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Die vier Jungbäuerinnen (v.l) Sandra Hoffmann, Ladina Ambühl, Laura Valär und Flurina Rüesch freuen sich auf die Bezirksviehschau am 17. Mai in Frauenkirch.
Die vier Jungbäuerinnen (v.l) Sandra Hoffmann, Ladina Ambühl, Laura Valär und Flurina Rüesch freuen sich auf die Bezirksviehschau am 17. Mai in Frauenkirch.
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Über 110 Tiere werden am nächsten Samstag auf dem Areal der Reitschule Frauenkirch zu sehen sein. Natürlich geht es, wie an Viehschauen üblich, darum, die schönste Kuh auszumachen und mit dem Titel «Miss Davos» zu ehren. Der Fokus liegt für die Organisierenden nicht nur auf der Auszeichnung der Schönheitskönigin. «Es ist ein Stelldichein der Bäuerinnen und Bauern der Region. Allerdings steht nicht nur der Wettbewerb allein im Vordergrund», erklärt Hanny Ambühl-Elmer, Präsidentin des Organisationskomitees, «unser Ziel ist es, einen gelungenen Anlass zu gestalten und mit diesem eine Brücke zwischen der Bevölkerung und der Landwirtschaft zu schlagen.»

Die Landwirtschaft greifbar machen

Genau diese Brücke ist für die vier Jungbäuerinnen Ladina Ambühl, Flurina Rüesch, Laura Valär und Sandra Hoffmann der zentrale Punkt der Viehschau. Es sei sehr wichtig, der Bevölkerung die Landwirtschaft wieder näherzubringen. «Wir merken, dass das Wissen über die landwirtschaftliche Arbeit in der Bevölkerung immer mehr abnimmt und so auch das Verständnis für diese», meint Ambühl. «Die Landwirtschaft ist einer der essenziellsten Wirtschaftszweige. Denn ohne die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gibt es relativ schnell nichts mehr zu essen», fügt Valär an. Genau deshalb stehen am Samstag nicht nur die tierischen Schönheiten im Fokus, sondern auch der Beruf.

Immer mehr Frauen in einer Männerdomäne

Denn heute treten auch Frauen als passionierte Viehzüchterinnen in Erscheinung. Auch wenn über die letzten Jahre immer mehr junge Frauen eine Ausbildung in der Landwirtschaft machen, ist diese noch immer eher eine Männerdomäne. «Bei mir in der Klasse sind rund zwei Drittel Männer», zeigt Hoffmann auf. Sie ist zurzeit in der Zweitlehre als Landwirtin. Viele Frauen wählen die Zweitausbildung auf ihrem Weg zur Landwirtin. «Es braucht, gerade als Frau, viel Mut, den Schritt in die Landwirtschaft zu wagen. Ich glaube, deshalb gehen viele diesen Weg. Kommt hinzu, dass beim männlichen Nachwuchs oftmals schon früh klar ist, dass er den Hof übernimmt. Wenn dieser dann andere Pläne hat, springen eben die Frauen ein», erklärt sich Valär diesen Umstand.

Ohne Leidenschaft geht nix

Für alle vier ist aber klar, wer Landwirtin werden will, braucht Leidenschaft und Motivation. «Das Leben auf einem Bauernhof bietet viele Freuden aber ebenfalls schwierige Zeiten. Jeder Tag ist anders. Ich würde das aber nicht mehr hergeben wollen», erklärt Rüesch, die in ihrer ersten Ausbildung Hochbauzeichnerin gelernt hat. «Für uns alle sind Veranstaltungen wie die Viehschau sehr dankbare Anlässe, unseren wunderschönen Beruf den Menschen näherzubringen», erklärt Valär, «aber natürlich geht es ebenfalls um den Austausch untereinander und die Präsentation der Tiere. Denn der Stolz schwingt bei jeder Landwirtin und jedem Landwirt mit, wenn man seine Kühe zeigt.»

Vom Lieblingskalb bis zum Lieblingskuchen

Den Stolz wird man den Bäuerinnen und Bauern an der Viehschau sicherlich schon von Weitem ansehen. Und wer sich die von den Davoserinnen und Davosern gezüchteten Schönheiten am Samstag anschaut, kann sich nicht nur auf diverse Tiere, wie Mutterkühe und Freibergerstuten mit ihren Fohlen freuen. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt sein. «Wir haben eine feine Festwirtschaft. Der Schwingerverein wird vor Ort sein. Es gibt Spezialwettbewerbe. Die ganz jungen Viehzüchter werden ihr Lieblingskalb präsentieren, was immer ein grossartiger  ‹Jö-Faktor› ist. Man kann sich an der Tombola versuchen oder von 12 bis 14 Uhr Ponyreiten. Und dann ist da natürlich noch das legendäre Kuchenbuffet, an welchem kein Weg vorbei führt», verweist Ambühl-Elmer auf nur einige der geplanten Highlights der Viehschau. «Das ganze OK sowie die Bäuerinnen und Bauern der Region freuen sich riesig auf den Event. Wir hoffen, dass das Wetter stimmt und möglichst viele Leute kommen, um gemeinsam die Landwirtschaft an diesem Tag zu feiern.»

Programm

An der Viehschau wird es nicht nur Tiere zu bewundern geben. Hier ist der Fahrplan für den ganzen Tag:

 9.00 Uhr Beginn Rangierung der Tiere

11.00 Uhr Sponsoren-Apéro

11.45 Uhr  Gaschurnahof präsentiert seine Freibergerzucht

13.00 Uhr Lieblingskalb-Präsentation

13.30 Uhr Beginn Spezialwettbewerbe

15.00 Uhr Wahl Miss Davos


 

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