Etablierung translationaler medizinischer Forschung in Davos
Die Regierung des Kantons Graubünden beauftragt den Verein «Translationale Medizin an Grenzflächen» (TMG) mit der Durchführung von Forschungsprojekten im Bereich der translationalen Medizin. Dieses Engagement soll einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung und Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur sowie zur Förderung der Innovationskraft des Kantons in diesem zukunftsweisenden Feld leisten.
Die Regierung des Kantons Graubünden beauftragt den Verein «Translationale Medizin an Grenzflächen» (TMG) mit der Durchführung von Forschungsprojekten im Bereich der translationalen Medizin. Dieses Engagement soll einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung und Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur sowie zur Förderung der Innovationskraft des Kantons in diesem zukunftsweisenden Feld leisten.
Ein bedeutender Meilenstein wurde 2021 mit der Gründung des CERC (Climate Change, Extremes, and Natural Hazards in Alpine Regions Research Centre) in Davos erreicht. In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL wurde das CERC am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF etabliert, um den Herausforderungen extremer Wetter- und Klimaphänomene in alpinen Regionen zu begegnen. Die erste, vierjährige Leistungsperiode wurde Ende 2024 erfolgreich abgeschlossen.
Grenzflächenmedizin: Forschung mit globaler Relevanz
Die translationale Medizin verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Anwendung zu überführen. Das neue Vorhaben in Davos konzentriert sich auf die Erforschung biologischer Grenzflächenorgane – jener Organe, die an der Schnittstelle zwischen dem Körperinneren und der Aussenwelt liegen. Sie ermöglichen die Interaktion des Körpers mit seiner Umwelt, etwa die Lunge mit der Atemluft, Implantate mit dem Knochen oder der Magen-Darm-Trakt mit Nahrungsmitteln.
Chronische Entzündungen dieser Grenzflächenorgane sind weltweit für drei Viertel aller Todesfälle verantwortlich und stellen eine erhebliche Belastung für Gesundheitssysteme dar – auch in der Schweiz.
Um erstmals umfassend wissenschaftlich zu klären, weshalb und in welcher Weise das alpine Klima die menschliche Gesundheit positiv beeinflusst, soll unter anderem eine spezifische und einzigartige «Populationskohorte» etabliert werden. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Personen, die anhand gemein-samer Merkmalen – etwa Alter, Wohnort oder Gesundheitsstatus – ausgewählt und über einen bestimmten Zeitraum beobachtet wird, um medizinische Muster zu erkennen und daraus neue Erkenntnisse für Prävention, Diagnose und Therapie zu gewinnen.
Nutzung von Synergien und Expertisen im Kanton Graubünden
Der Verein TMG besteht aus renommierten Forschungsinstitutionen aus dem Kanton Graubünden, darunter die AO Stiftung, das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), CK-CARE, Davos Biosciences, Cardio-CARE, die Hochgebirgsklinik Davos, die Fachhochschule Graubünden, das Kantonsspital Graubünden, die Spital Davos AG und die Universität Zürich. Diese Institutionen können Forschungsprojekte einreichen, die durch den Verein bewertet, priorisiert und finanziert werden. Sie tragen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise dazu bei, innovative Behandlungsansätze für Erkrankungen der Grenzflächenorgane zu entwickeln. Durch die gemeinsame Nutzung der kostenintensiven Infrastruktur ergeben sich zudem Synergieeffekte.
Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen
Der Verein TMG wurde mit dem Aufbau und der Leitung des Vorhabens «Translationale Medizin an Grenzflächen» betraut. Ab Mai 2025 entstehen im Kanton rund 30 hochqualifizierte neue Arbeitsplätze. Mittelfristig soll das Vorhaben zur Entwicklung von Patenten, Verwertungsrechten und zur Gründung neuer Unternehmen führen, wodurch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die regionale Wertschöpfung gesteigert werden.
Das Vorhaben stärkt die Position Graubündens als führenden Standort für innovative Forschung und Entwicklung, zusätzlich werden positive Effekte im Bildungs- und Tourismussektor erwartet. Die Regierung unterstützt das Vorhaben «Translationale Medizin an Grenzflächen» im Rahmen eines Leistungsauftrags über acht Jahre mit durchschnittlich 3.6 Millionen Franken pro Jahr.
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