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Trotz schwierigem Jahr: Bündner Bienen waren schweizweit fast am fleissigsten

Die Gesamthonigernte in der Schweiz liegt mit rund 16 Kilogramm pro Bienenvolk unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Bündner und Glarner Bienen aber bescherten der Imkerschaft eine gute Ausbeute.

Nicole
Nett
04.11.24 - 16:45 Uhr
Graubünden
Wegen eines Wintereinbruchs im April: Schweizer Imkerinnen und Imker ernteten weniger Honig als sonst.
Wegen eines Wintereinbruchs im April: Schweizer Imkerinnen und Imker ernteten weniger Honig als sonst.
Bild Apisuisse
Was die Honigernte betrifft, gab es in diesem Jahr grosse regionale Unterschiede. Das geht aus der neusten Umfrage von Apisuisse, Dachverband der Imkerinnen und Imker, hervor. Die Gesamthonigernte in der Schweiz beträgt 16,1 Kilogramm pro Bienenvolk, ein Kilo weniger als im Vorjahr mit 17,1 Kilogramm. Am meisten Honig wurde mit 25,6 Kilogramm pro Bienenvolk im Kanton Obwalden geerntet. Direkt dahinter belegt Graubünden mit 24,9 Kilogramm pro Bienenvolk den zweiten Platz. Etwas weniger fleissig, aber trotzdem noch über dem Durchschnitt, waren die Glarner Bienen mit 16,5 Kilogramm pro Volk. Am wenigsten Honig wurde im Fürstentum Liechtenstein mit gerade einmal 5,7 Kilogramm pro Bienenvolk geerntet. Da je nach Kanton nur einzelne Teilnehmer an der Umfrage mitmachten, müssen die Ergebnisse mit Vorsicht genossen werden, heisst es in der Mitteilung von Apisuisse. Insgesamt hätten 738 Imkerinnen und Imker aus der Schweiz und Liechtenstein teilgenommen. Daraus resultiert folgende Grafik:
Die kantonalen Ergebnisse für die Gesamthonigmenge: Regional gab es in diesem Jahr grosse Unterschiede.
Die kantonalen Ergebnisse für die Gesamthonigmenge: Regional gab es in diesem Jahr grosse Unterschiede.
Grafik Apisuisse

Volle Waben, aber leere Honigkessel

Die Schweizer Imkerschaft habe ein schwieriges Jahr hinter sich, so Apisuisse. Sowohl der Frühling als auch der Sommer stellte die Imkerinnen und Imker vor Herausforderungen. Ein milder März und eine sommerliche erste Aprilhälfte weckten die Hoffnung auf eine reiche Honigernte. Die warmen Temperaturen hätten die Vegetation förmlich explodieren lassen: Obst-, Löwenzahn- und Rapsblüten boten den Bienen anfänglich eine reiche Nektarquelle. Doch ein Wintereinbruch in der zweiten Aprilhälfte hätte weitere Sammelflüge verhindert. Folglich blieben die Bienen in ihrem Stock und zehrten von ihren Vorräten.

Auch der Mai war trüb, was den Bienenflug weiter einschränkte. Das widerspiegelt sich auch in der Ernte des Frühjahreshonigs. Der Juni war in vielen Gebieten ebenfalls nass und wechselhaft. Trotzdem hätten die Bienen die Waben rasch mit Honig gefüllt und es habe teilweise eine Zunahme von drei bis vier Kilo pro Tag gegeben. Dieser Honig hätte sich rasch in den Waben kristallisiert und konnte nicht geschleudert werden.

 Kristallisierter Honig: Wenn das passiert, kann die Wabe nicht geschleudert werden.
Kristallisierter Honig: Wenn das passiert, kann die Wabe nicht geschleudert werden.
Bild Apisuisse

Fünf Fakten über Bienen und Honig (gemäss Apisuisse):
– Im Schnitt isst jede Schweizerin und jeder Schweizer 1,3 Kilogramm Honig pro Jahr. 
– Für ein Kilogramm Honig müssen die Bienen rund 100’000 Ausflüge machen. 
– Honig sollte an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort gelagert werden. 
– Die Blütezeit dauert je nach Pflanze nur wenige Tage oder Wochen. 
– Bienen fliegen im Regelfall erst ab etwa 12 Grad Celsius aus.

Nicole Nett ist Redaktorin und Chefin vom Dienst für das Newsportal «suedostschweiz.ch». Die gelernte Kauffrau hat Multimedia Production studiert und lebt in der Bündner Herrschaft. Sie arbeitet seit 2017 für die Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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