Was ist Wetterleuchten? Experte beantwortet die wichtigsten fünf Fragen zum Wetterphänomen
Insbesondere bei Sommergewittern kommt es häufig zu sogenanntem Wetterleuchten. Was steckt dahinter und warum hört man beim Wetterleuchten keinen Donner? Ein Experte klärt auf.
Insbesondere bei Sommergewittern kommt es häufig zu sogenanntem Wetterleuchten. Was steckt dahinter und warum hört man beim Wetterleuchten keinen Donner? Ein Experte klärt auf.
von Anna Panier
Wer in den vergangenen Wochen in Graubünden den Nachthimmel aufmerksam beobachtet hat, konnte vielleicht den Himmel leuchten sehen. Ja, richtig gelesen. Hin und wieder lässt sich eine «Funkerei» am Horizont beobachten: das sogenannte Wetterleuchten. Doch was löst das Leuchten am Himmel aus? Und welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit sich ein Wetterleuchten beobachten lässt?
Klaus Marquardt ist Meteorologe bei Meteonews und hat selbst schon einige Male Wetterleuchten beobachten können. Laut ihm ist das Phänomen gar nicht mal so aussergewöhnlich:
Herr Marquardt, wer zuletzt den Himmel über Graubünden beobachtet hat, hat ihn leuchten sehen. Was steckt dahinter?
Es ist eigentlich kein grosses Geheimnis und auch gar nicht so spektakulär, wie es aussieht. Hinter dem Wetterleuchten steckt eine Gewitterzelle, die durch die Blitzentladungen funkt und blitzt. Genau dieses Leuchten nehmen wir dann wahr.
Aber beim Wetterleuchten ist kein Gewitter zu sehen oder zu hören. Wie ist das möglich?
Es handelt sich um einen Blitz von einem weit entfernten Gewitter. Teilweise können die Gewitter einige Hundert Kilometer entfernt sein, deshalb hört oder sieht man die Gewitter selber nicht.
Wer ein Wetterleuchten beobachtet und dann eine Niederschlagskarte anschaut, dürfte überrascht sein, wie weit weg die Gewitter teilweise sein können.
Hier im Video ein Wetterleuchten, das von Solothurn her bis zum Bodensee zu sehen war:
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Wetterleuchten sichtbar wird?
Im Prinzip ist ein Wetterleuchten bei jedem Gewitter möglich. Jede Gewitterwolke produziert Blitze, manchmal einfach mehr und manchmal weniger. Es gibt aber Gewitter, die blitzintensiver sind – meistens sind das solche auf der Alpensüdseite.
Auf jeden Fall muss das Gewitter so weit weg sein, dass der Schall des Blitzes, also der Donner, uns nicht mehr erreicht. Und dann kommt es noch darauf an, was zwischen dem Gewitter und der beobachtenden Person ist. Wenn es sehr bewölkt ist, dann sieht man es weniger gut, als wenn es klar ist.
Angesichts der potenziellen Gefahren von Blitzen, wie sollte man sich beim Beobachten von Wetterleuchten verhalten, um sicher zu bleiben?
Wenn ich draussen sitze und die Sterne über mir habe und dann das Wetterleuchten sehe, ist die Gefahr gleich null. Das Gewitter ist dann ja weit weg. Gefährlich könnte es nur dann werden, wenn das Gewitter auf mich zuzieht, aber sonst besteht keine Gefahr.
Anders ausgedrückt: Wer möchte, kann es sich auf dem Liegestuhl bequem machen und das Wetterleuchten ganz in Ruhe beobachten.
Dieser Artikel ist in abgeänderter Form am 27. August 2024 erschienen.
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