Tag der Arbeit: Das sind die spannendsten Fakten rund um das Thema Arbeiten
Die Kantone Aargau, Basel, Freiburg, Jura, Neuenburg, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Tessin und Zürich feiern den 1. Mai als Tag der Arbeit. Je nach kantonaler Regelung ist in diesen Kantonen der ganze oder der halbe Tag arbeitsfrei. Nicht so in Graubünden: Nebst den Ausserrhödlern arbeiten Bündner schweizweit an den meisten Tagen im Jahr. Doch weshalb ist das so, und was ist der Ursprung dieses nicht ganz so arbeitssamen Tags der Arbeit?
Warum haben alle frei ausser die Bündner?
Nun es ist nicht so kompliziert. Der Bund schreibt allen Kantonen vier offizielle Feiertage vor: Auffahrt, Weihnachten, Neujahr und den Nationalfeiertag, der 1. August. Die Regelung aller anderen Feiertage ist Sache der Kantone.
Katholische Regionen haben bei den Feiertagen die Nase vorn. Deshalb haben etwa die beiden reformierten Kantone Appenzell Ausserrhoden und Graubünden nur sechs gesetzliche Feiertage. Peter und Paul, Allerheiligen, Mariä Empfängnis, Fronleichnam oder Mariä Himmelfahrt sind nur in den katholischen Kantonen üblich.
Innerhalb einer Gemeinde können jedoch weitere Feiertage hinzukommen. Die Bündner Gemeinde Mesocco, in der Nähe der italienischen Grenze hat zum Beispiel elf gesetzliche Feiertage, und das sankt-gallische Vilters-Wangs bietet seinen Einwohnerinnen und Einwohnern immerhin sieben obligatorische Urlaubstage.
Herkunft des Feiertags
Der 1. Mai ist der Tag der Arbeiterbewegung, ursprünglich ein Kampftag der Arbeiterklasse. In unseren Nachbarländern Deutschland, Österreich oder im Fürstentum Liechtenstein ist er ein gesetzlicher Feiertag. Der Tag geht auf die australischen Massendemonstrationen 1856 und die nordamerikanische Arbeiterbewegung 1886 zurück. Damals wurde der Achtstundentag gefordert. 1890 fand der 1. Mai auch erstmals in der Schweiz statt. Laut dem «Historischen Lexikon der Schweiz» (HLS) gehört die Schweiz zu den wenigen europäischen Staaten, die seit 1890 eine ungebrochene Tradition der Erste-Mai-Feiern aufweist.