Eine Rückkehr und grosse Einigkeit
An der Sitzung des Grossen Landrates vom letzten Donnerstag herrschte bei allen Geschäften grosse Einigkeit. Keine Enthaltung oder Gegenstimme gab es bei den vier Geschäften. Die Traktanden boten also wenig Diskussionsstoff, und doch gab es ein bisschen Emotionalität im Sitzungssaal.
An der Sitzung des Grossen Landrates vom letzten Donnerstag herrschte bei allen Geschäften grosse Einigkeit. Keine Enthaltung oder Gegenstimme gab es bei den vier Geschäften. Die Traktanden boten also wenig Diskussionsstoff, und doch gab es ein bisschen Emotionalität im Sitzungssaal.
Ein weiterer «Wissenschaftlicher Leuchtturm»
So stellte er denn auch gleich das erste Geschäft des Tages vor. In Davos soll eine neue Forschungseinrichtung entstehen. Die interdisziplinäre Einrichtung fokussiert sich auf die translationale Medizin an Grenzflächen. Das bietet verschiedene Anknüpfungspunkte und Synergiepotenzial für bereits bestehende Forschungsinstitute in Davos und kann neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze generieren. In der Aufbauphase finanziert der Kanton Graubünden vermutlich den Grossteil der Kosten. Allerdings stellt er die Bedingung, dass sich auch Davos als Standortgemeinde an den Kosten beteiligt. Konkret soll die Gemeinde Davos die neue Forschungseinrichtung in den Jahren 2025 bis 2028 mit je 230 000 Franken unterstützen (DZ 17.4.2025). «Es ist ein letzter grosser Meilenstein in der Arbeitsplatzpolitik der letzten Legislatur», meinte der Wilhelm (SP). Und auch der einsitznehmende, extra aus Berlin angereiste Geschäftsführer der Kühne-Stiftung, Christian Berthold, meinte, Davos sei ein überraschend starker Forschungsplatz. «Mit dem neuen Projekt gesellt sich ein weiterer Wissenschaftlicher Leuchtturm in die Region», meinte er weiter. Für alle Ratsmitglieder war klar, dass ein solches Forschungsprojekt nach Davos gehöre, und so wurde der Antrag denn auch einstimmig angenommen.
Unwürdige Situation im ÖV soll behoben werden
An Einstimmigkeit kaum zu überbieten war das Postulat von Linda Zaugg (SP)betreffend Auslegeordnung ÖV-Nutzung für Einheimische. Zaugg als Erstunterzeichnerin und Agnes Kessler (FDP) als Zweitunterzeichnerin reichten am 12. Dezember 2024 zusammen mit insgesamt 16 Mitunterzeichnenden das Postulat ein. Zaugg meinte dazu: «Ein Postulat, welches von links und rechts unterzeichnet wird, freut mich sehr, und es zeigt, dass die Parteien miteinander reden und Davos gemeinsam weiterbringen wollen.» Das Postulat fordert eine Prüfung, inwiefern die öffentlichen Verkehrsmittel für Einheimische vergünstigt werden können. Konkret sollen die Kosten und die Machbarkeit für drei Varianten aufgezeigt werden. So soll der Einheimisch-Ausweis als ÖV-Billett gelten und der Davoserpass soll für Erwachsene und Kinder vergünstigt werden.
«Die Wirren um die Gültigkeit der Abos haben im Herbst für viel Unmut gesorgt, das darf nicht sein, und ist eine unwürdige Situation», meinte die Kleine Landrätin Claudia Bieler (SP), «der Tarifdschungel momentan ist riesig. Ich habe mich schon drei Monate damit beschäftigt und habe, glaube ich, noch nicht ganz alles verstanden.» Generell war sich der Rat einig, dass der ÖV gestärkt und der Tarifdschungel für Einheimische, aber auch Gäste schnellstmöglich behoben werden sollte. Daher war die einstimmige Annahme keine Überraschung.
«Es lohnt sich, am Thema dran zu bleiben»
Zum Schluss kam noch die Interpellation betreffend Plastikrecycling und Mikroplastik von Lukas Kistler (GLP) zur Sprache. Im Rahmen eines Forschungsprojekts haben die Schülerinnen und Schüler der 3. Realklasse eindrucksvoll gezeigt, wie präsent und dringlich die Themen Plastik und Mikroplastik in unserer Gesellschaft sind. Zaugg sprach von einem «absoluten Vorzeigeprojekt». So war auch die gesamte Stimmung im Sitzungssaal sehr wohlwollend dem Projekt und den Schülerinnen und Schülern gegenüber. Es sei erfreulich, dass sich junge Menschen für ein solches Thema einsetzten, meinte Kistler. «Es lohnt sich auch definitiv, am Thema dran zu bleiben.»
So ging dann die Sitzung ohne wirkliche Diskussion zu Ende, auf persönliche Vorstösse wurde verzichtet, und auch die Information zur Umstrukturierung des Generationenprojektes, neu die Verkehrsdrehscheibe, wurde vom gesamten Rat ohne Wortmeldung zur Kenntnis genommen.
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