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Gemeinde soll reine WEF-Stelle erhalten

Das World Economic Forum ist eine der grössten und bedeutendsten Veranstaltungen der Schweiz. Und grosse Veranstaltungen bringen viel Arbeit mit sich. Vor allem auf dem Bauamt der Gemeinde sei der Aufwand nicht ohne zusätzliche Stellenprozente zu schaffen.

Davoser
Zeitung
24.05.25 - 07:00 Uhr
Politik
Die Bauerei rund ums WEF benötigt das ganze Jahr viele Ressourcen auf der Gemeinde.
Die Bauerei rund ums WEF benötigt das ganze Jahr viele Ressourcen auf der Gemeinde.
DZ Archiv
Nach dem WEF ist vor dem WEF, aber eigentlich ist in Davos immer irgendwie WEF. Gerade auf der Gemeinde merkt man diesen Umstand nur zu gut. Da diese zusammen mit Bund und Kanton ganzjährig in vielerlei Hinsicht in die Organisation der Veranstaltung involviert ist. Praktisch alle Ressorts haben mit dem wirtschaftlichen Gipfeltreffen zu tun. Vom Bevölkerungsamt über die IT bis hin zu den Sportanlagen. Einige nur rund um die Veranstaltung aber andere sind fast das ganze Jahr mit Anträgen, Bewilligungen und Ähnlichem beschäftigt.

Insgesamt 95 neueStellenprozente

In den Sitzungsunterlagen des Grossen Landrates ist zu lesen: «Sowohl die Einwohnerinnen und Einwohner von Davos als auch die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller für temporäre Bauprojekte fordern von der Gemeinde eine stringente und effiziente Regulierung insbesondere der baulichen Tätigkeiten rund um den Anlass. Die wachsende Attraktivität der internationalen Grossveranstaltung und die damit einhergehenden wachsenden Anforderungen an die Behörden führen dazu, dass die Umsetzung des für die Regulierung der WEF bezogenen temporären Bautätigkeiten erstellten Baubewilligungs- und Logistikkonzepts von der Vorbereitung bis zum Vollzug inzwischen ganzjährig bedeutende gemeindeinterne Ressourcen bindet.» Dieser Umstand führe dazu, dass Ressourcen für andere, reguläre Projekte und Aufgaben fehlen.

Kosten von Gebührenfinanziert

Deshalb sollen nun 95 gebührenfinanzierte Stellenprozente für eine Fachverantwortung geschaffen werden, um hauptsächlich das Hochbauamt sowie den Rechtsdienst und die Kanzlei zu entlasten. So sollen 80 Stellenprozent im Bauamt, 15 im Rechtsdienst entstehen. Maximal 95 000 Franken Bruttolohn jährlich soll die Aufstockung kosten.

Schon jetzt wurde der entstandene Mehraufwand jeweils durch die Gebühren abgedeckt, welche auf die von den Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller eingegebenen Baugesuche erhoben wurden. Einzig als das Jahrestreffen 2022 coronabedingt in den Mai gefallen ist, resultierte ein geringer Verlust. Dieser konnte allerdings durch die Mehreinnahmen in den anderen Jahren ohne Weiteres ausgeglichen werden.

Keine Verzögerungen im Tagesgeschäft

Und während bei der Gemeindepolizei bereits zusätzliche Stellenprozente in Bezug auf die entstehenden Aufgaben des WEF geschaffen wurden, stemmt gerade das Hochbauamt den Mehraufwand noch immer neben dem Tagesgeschäft. «Um die im Zusammenhang mit dem Jahrestreffen anstehenden Aufgaben weiterhin professionell und effizient erledigen zu können, ohne unnötige Verzögerungen im Tagesgeschäft und bei anderen wichtigen Projekten zu erzeugen, erscheint es an der Zeit, auch im Bauamt und im Rechtsdienst zusätzliche Ressourcen zu schaffen, welche wiederum in finanzieller Hinsicht durch die Gebühreneinnahmen gedeckt sind», so die Gemeinde.

Eine Aufgabe, die nicht ausgelagert werden kann

Aus Sicht des Kleinen Landrates ist der Handlungsbedarf gegeben. Wichtig sei allerdings, dass eine interne Lösung gefunden werde. «Eine externe Auslagerung der Aufgabe wurde intern geprüft, aus mehreren Gründen aber verworfen. Insgesamt ist die Stelle sehr spezifisch und erfordert eine Person, welche in die Gemeindeverwaltung integriert ist. Die Person wird ganzjährig eng mit der Gemeindepolizei und dem Rechtsdienst zusammenarbeiten und mit diversen kantonalen Stellen im Kontakt stehen. Die Notwendigkeit, regelmässig persönlich nach aussen im Namen der Gemeinde aufzutreten und spezifisches Wissen aufzubauen, welches von keinen externen Experten einfach so abzurufen wäre, spricht ebenfalls gegen eine Auslagerung der Aufgabe. Es handelt sich nicht um eine klassische, gut abgrenzbare Teilaufgabe innerhalb eines Projekts, welche von einer externen Expertin oder von einem externen Experten vorgeprüft, abgeklärt oder anderweitig im Hintergrund erledigt werden kann, sondern um eine sehr Davos-spezifische Aufgabe, welche eine vor Ort anwesende Person erfordert.»

Entscheiden wird der Grosse Landrat

Entschieden wird über die Schaffung der neuen Fachstelle im Grossen Landrat. Ob dieser ebenfalls eine Notwendigkeit in neuen Stellenprozenten sieht, kommt am 5. Juni bei der Sitzung des Parlamentes raus. Mit viel Gegenwehr muss allerdings nicht gerechnet werden, da die neue Stelle direkt aus Gebühren finanziert werden kann.

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