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Bergsport mit Gefühl vermitteln

Aufgewachsen in einer Davoser Bergfamilie, hat Corina Hefti ihren eigenen Zugang zur Bergwelt früh gefunden. Weniger über Leistung, mehr über Gemeinschaft und Genuss. Heute arbeitet sie bei Go Ver­tical im Marketing und bringt genau das in ihre tägliche Arbeit ein.

Davoser
Zeitung
25.01.26 - 12:00 Uhr
Menschen & Schicksale
Corina Hefti mit ihrem Bruder David vor dem Biancograt. Dass dieser sie rund 20 Jahre später auf die dahinterliegenden Gipfel führen würde, war damals kaum absehbar.
Corina Hefti mit ihrem Bruder David vor dem Biancograt. Dass dieser sie rund 20 Jahre später auf die dahinterliegenden Gipfel führen würde, war damals kaum absehbar.
zVg
Bei den Heftis führen nicht viele Wege nach Rom, dafür umso mehr Wege auf die Berge. Als eine von drei Geschwistern wuchs Corina Hefti in einer Familie auf, in der die Berge selbstverständlich waren. Wandern, Klettern, in den Bergen unterwegs zu sein gehörten früh zum Alltag.

Im Kreis der Familie fühlte sich das nicht immer nach Abenteuer an. Weit mehr Spass machte es, wenn sie mit Gleichaltrigen unterwegs war. Mit Freunden, mit der JO. Die Gemeinschaft stand im Vordergrund. Nicht das Ziel zählte, sondern die Gefährten. Wo gelacht wurde, machte auch der Weg Freude.

Während der Jugend schätzte sie, dass ihre Eltern keinen Druck ausübten. Sie musste nicht. Sie konnte ausprobieren, Freunde treffen, ausgehen und eine ganz normale Teenagerzeit erleben, ohne Leistungsdenken und ohne Extremanspruch.

Über Bern nach Chur

Für das Studium zog es Corina nach Bern. Dort studierte sie Betriebswirtschaft und sammelte erste Berufserfahrungen, unter anderem im Tourismus. Mit der Zeit wuchs jedoch der Wunsch, wieder näher bei der Familie zu sein.

Chur erwies sich dabei als ideale ­Lösung. Zentral gelegen, lebendig und nahe bei Davos und ihrer Familie, zu der sie stets ein enges Verhältnis hatte. Corina Hefti entschied sich für ein berufsbegleitendes Masterstudium im Tourismus an der Fachhochschule Graubünden in Chur.

Richtig stimmig wurde es, als ihr Bruder David Hefti, einer der vier Geschäftsführer von Go Vertical, eine Stelle im Marketing anbot.

Go Vertical vereint Bergsport-Shops an mehreren Standorten in Graubünden, darunter auch in Chur und Davos, sowie den Bereich Go Vertical Mountain Guides, der geführte Touren und Kurse anbietet. Von Skitouren und Freeride-Tagen über Splitboard-Einführungen bis zu Lawinen- und Technik-Kursen.

Für Corina Hefti kam das mehr als gelegen. Bergsport mitzugestalten, Angebote verständlich aufzubereiten und Menschen für Tage draussen zu begeistern, entsprach genau ihrem Interesse.

Aus einem Teilzeitpensum neben dem Studium entwickelte sich eine feste Rolle mit viel Verantwortung im Hintergrund.

Durch die Arbeit bei Go Vertical wurde der Bezug zu den Bergen wieder enger. Umgeben von Bergführern und Tourenangeboten, war sie auch selbst wieder öfter unterwegs.

Corina Hefti mit ihrem Vater Hanspeter am Palü-Ostpfeiler, geführt und fotografiert von ihrem jüngeren Bruder und Bergführer David.
Corina Hefti mit ihrem Vater Hanspeter am Palü-Ostpfeiler, geführt und fotografiert von ihrem jüngeren Bruder und Bergführer David.
zVg

Bergsport mit Genuss

Dabei steht für sie der Genuss im Vordergrund. In den Bergen hat sie keine Eile. Sie mag das Bergaufgehen, die Anstrengung, stets in einem angenehmen Tempo und ohne Extreme. Ein gelungener Skitourentag bedeutet für sie, mit Freunden oder mit der Familie unterwegs zu sein, fernab des Trubels. Und ebenso wichtig ist, den Tag anschliessend bei einem gemütlichen Beisammensein ausklingen zu lassen.

Genau darin liegt ihre Stärke. Diese persönliche Leidenschaft für den Bergsport bringt sie in ihre Arbeit ein und sorgt dafür, dass Angebote mit Gefühl, Nähe und Glaubwürdigkeit vermittelt werden.

Backcountry Weeks als Ort der Begegnung

Seit Corina Hefti bei Go Vertical arbeitet, ist sie auch in die Organisation der Backcountry Weeks eingebunden. Das Festival in Davos, das heuer vom 29. Januar bis 1. Februar sein Zehn-Jahr-Jubiläum feiert, ist ihr besonders ans Herz gewachsen. Dort verbinden sich Organisation, Begegnung und Heimat.

Sie schätzt den Austausch mit den Bergführern, den Kontakt zu den Davoser Partnern und Unterstützern sowie das gemeinsame Planen und Umsetzen. Besonders schön empfindet sie es, am Festival alte Bekannte wiederzutreffen und gleichzeitig vertraute Gesichter von Gästen zu sehen, die Jahr für Jahr zurückkehren. Auch der persönliche, oft freundschaftliche Kontakt zu den Partnern und Ausstellern prägt den Charakter des Anlasses.

Mit dem heutigen Standort nahe dem Feuerwehrlokal im Dorf ist das Festival Village sichtbarer und offener geworden, worüber Corina sich sehr freut. Es hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt – für Gespräche, für Begegnungen, für ein Zusammensitzen nach einem Tag draussen.

Nach einer Phase mit reduziertem Rahmenprogramm setzen die Organisatoren nun wieder stärker auf das Gesellschaftliche, unter anderem mit einer öffentlichen «Movie Night» am Samstag, 31. Januar, im Montana, die sich auch an Einheimische und Gäste richtet. Sie versteht sich als ungezwungener Treffpunkt und gemeinsamer Ausklang eines Tages in den Bergen.

Schöne Tage draussen möglich machen

Was Corina Hefti mit ihrer Arbeit er­reichen möchte, ist im Grunde einfach: Angebote mitzugestalten, die schöne ­Momente draussen ermöglichen – Zeit in der Natur, Freude im Schnee, sichere Abenteuer in den Bündner Bergen. Ihre eigene Erfahrung hilft ihr dabei, weil sie weiss, was es für einen guten Tag braucht.

Einsatz im Festival Village der Backcountry Weeks: Corina Hefti schätzt die Begegnung, den Austausch und die Organisation – dort, wo sie gerade gebraucht wird.
Einsatz im Festival Village der Backcountry Weeks: Corina Hefti schätzt die Begegnung, den Austausch und die Organisation – dort, wo sie gerade gebraucht wird.
zVg
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