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Ein Stück Irland direkt in Davos

Seit rund zwei Monaten hat Davos wieder einen Irish Pub. Dank dem authentischen Angebot und Flair sieht man sich direkt auf die Insel versetzt. Und so ist nach dem Aus des «Sonas» «The Green Wildman» die neuste Attraktion in der hiesigen Gastronomie. Geführt wird es allerdings alles andere als von Iren.

Davoser
Zeitung
03.08.25 - 12:00 Uhr
Leben & Freizeit
Musik direkt von der Insel – hier Dylan Harcourt – gehört in einem Pub einfach dazu.
Musik direkt von der Insel – hier Dylan Harcourt – gehört in einem Pub einfach dazu.
zVg
Irland, die grüne Insel. Das Land der Mythen und Legenden. Der Kobolde und des Regens. Aber am Wichtigsten: Das Land der Musik und der Pubs. Ein Ort der Sehnsucht für viele. Doch wer nicht gerade einige Tage Zeit hat, der oder dem bleibt die smaragdgrüne Insel nicht mehr per se verwehrt. Direkt bei der Bushaltestelle Schiabach an der Promenade lädt «The Green Wildman» seit rund zwei Monaten zum Kurzurlaub nach Irland. Neben der Musik und der Kulinarik, sei es beim Essensangebot oder den Getränken, ist das gesamte Konzept an die irischen Vorbilder angelehnt. So gibt es 16 Sorten an gezapften Bieren und weit mehr als nur Fingerfood. Das authentische Angebot und die Atmosphäre lassen einen für eine kurze Zeit auf die Insel reisen.

Eine tiefe Bindung zu Davos

«Es war immer unser Ziel, authentische irische Pubs zu eröffnen. So ist der ‹The Green Wildman› nicht unser erstes Projekt. Wir haben im Berner Oberland und der Zentralschweiz schon Pubs eröffnet und erfolgreich geführt. Jedes Pub zeichnet aus, dass es so authentisch wie möglich gestaltet wird. Aus diesem Grund arbeiten wir beispielsweise auch mit Innenarchitekten aus Belfast zusammen», erklären Christian Bachmann und Boris Baltensperger. Unter der «The Green Wildman GmbH» haben sie gemeinsam das Pub eröffnet. Während Bachmann Geschäftsführer und Inhaber des Pubs ist, leitet Baltensperger den Betrieb vor Ort und sorgt als Gastgeber dafür, dass sich jeder Gast zu Hause fühlt. «Ein wichtiges, ja essenzielles Mitglied der Geschäftsleitung der GmbH ist natürlich auch meine Frau Manuela Catalina. Mit ihr sorge ich eigentlich für alles, was im Tagesgeschäft oft im Verborgenen bleibt», meint Bachmann. Er selbst hat eine tiefe Bindung zu Davos. «Ich habe mehrere Jahre hier gelebt, daher ist das Projekt für mich ein Nachhausekommen.» Für Baltensperger war Davos ebenfalls kein unbekannter Flecken Erde. «Als alter Eishockeyaner war ich von Anfang an begeistert von der Idee ein Pub in Davos zu eröffnen», so der ehemalige EHC Winterthur-Spieler.

Wenn Unterländer die Berge und die Insel lieben

Doch wie kommen ein paar Unterländer darauf ein Irish Pub in Davos zu eröffnen? «Wir sind immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Lange spielten wir schon mit dem Gedanken, in Davos was zu machen. Denn wir mögen nicht nur die irische Mentalität, auch die der Davoserinnen und Davoser hat uns schon lange in den Bann gezogen», so Bachmann. Schnell sei er in Davos angekommen. «Die Menschen hier sind, wie wir es uns erhofften, sehr kommunikativ und aufgeschlossen, zumindest wenn man es schafft, sie kennenzulernen», meint er mit einem Augenzwinkern.

Schwierig war es nur vor dem Start

«Ich glaube, als Erstes habe ich mal gefühlt alle Handwerker der Region getroffen, denn vor der Eröffnung am 6. Juni gab es sehr viel zu tun», so Baltensperger. In der Lokalität war zuvor das Bistro Angelo. Dieses hatte andere Ansprüche an die Gaststube als das heutige Pub. «Wir haben den gesamten Gastraum neu gestaltet. Das machen wir eigentlich bei allen unseren Projekten», erklärt der Geschäftsführer, «dass da einiges anfällt, liegt auf der Hand. So haben wir ein, zwei Nächte vor der grossen Eröffnung sehr, sehr wenig Schlaf bekommen.» Gelohnt hat es sich definitiv, denn schon am ersten Abend war das kleine Pub zum Bersten voll.

Einen gesunden, nachhaltigen Betrieb schaffen

Eigentlich ist es doch etwas speziell, eine Bar im Sommer eröffnen. Die ersten Schritte in Davos sind definitiv leichter während der Hauptsaison im Winter. «Uns war klar, dass das Datum der Eröffnung speziell angesetzt war. Aber uns ging es von Anfang an darum, richtig Fuss zu fassen. Und dies nicht nur dank der unzähligen Touristinnen und Touristen während der Wintermonate. Das Geschäft soll nachhaltig auch über die doch eher zähen Sommer funktionieren», erklären die Geschäftspartner. Man wolle nicht nur «One-Season-Wonder» erschaffen, sondern etwas, dass die Szene belebt. Dies scheint sicherlich gelungen: «Wir sind extrem happy mit dem Start. Schon innert kürzester Zeit dürfen wir auf Stammgäste zählen, was doch für unsere Mitarbeitenden und die geleistete Arbeit spricht.»

Nicht nur in, sondern für Davos

Ein funktionierendes Geschäft aufzubauen, ist der GmbH wichtig, doch nicht das einzige Ziel. «Wir wollen einen Mehrwert im Ort bieten, nicht nur einen Pub in welchen die Menschen gerne kommen, so sind wir beispielsweise bereits in diesem Jahr an jeder verkehrsfreien Promenade vertreten. Notabene mit den besten, authentischen ‹Fish and Chips›». Es sei ihnen immer wichtig gewesen nicht nur eine Bar im Ort zu sein, sondern sich auch stets mit der Stadt zu entwickeln, sich den Gepflogenheiten anzupassen und so ein fester Bestandteil zu werden. In Davos zumindest sind sie auf bestem Weg dazu, wenn auch mit einer fernen Kultur. Und nein, nicht die unterländer, sondern die irische.

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