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Hand anzulegen, lohnt sich

Es war heiss, als sich vergangene Woche eine Gruppe von Freiwilligen aufmachte, von der Schatzalp Bahn aus hinauf zur Schatzalp, um den Lupinen an den Kragen zu gehen. Schon im Juni hatte die Naturforschende Gesellschaft Davos (NGD) zu einer ähnlichen Aktion gerufen.

Davoser
Zeitung
24.08.25 - 07:00 Uhr
Klima & Natur
Fabian Reppel (r.) verlangte nach mehr Fantasie bei der Gestaltung von Gärten.
Fabian Reppel (r.) verlangte nach mehr Fantasie bei der Gestaltung von Gärten.
Damals gings von der Schatzalp aus hinunter an die Promenade.  Daher waren alle gespannt, wie viele Lupinen es noch zu entfernen geben würde. Zur allgemeinen Freude war gut zu sehen, dass viele der damals befreiten Flächen wieder mehrheitlich von einheimischen Pflanzen übernommen worden waren. Nur hie und da standen Lupinen mit Blüten oder Schoten. Es war kein Vergleich zur Situation von vor einem Jahr, als, angesichts der sich immer weiter ausbreitenden Lupinen, die Idee für die Aktion entstand. Trotzdem liessen sich erneut ein paar Säcke mit Pflanzenmaterial füllen, die an der Strasse deponiert und am nächsten Tag von der Gemeinde abgeholt wurden. Besonders auf der Schatzalp war der Unterschied frappant zwischen dem im Juni bearbeiteten Feld und jenen Flächen, auf denen nichts gemacht worden war.

Der wirkliche Erfolg der Aktion wird sich aber erst in den nächsten Jahren zeigen. Da das selektive Ausreissen der konkurrenzstarken Lupinen den einheimischen Pflanzen wieder ermöglicht zu gedeihen, lässt die Erfahrung allerdings Raum für Optimismus. Ausserdem hatte Martin Schneebeli NGD-Versuchsfelder unterschiedlich bearbeitet, was einen ersten Vergleich ermöglichte. Beim Mähen, so meinte er, dauere es bis zum St. Nimmerleinstag, bis der Bestand abnehme. Das Ausgraben hingegen bedeute enorm viel Aufwand. Ausserdem wurde klar, dass dabei auch die Vegetationsnarbe aufgerissen wird und trotzdem nicht alles Wurzelwerk entfernt werden kann.

Sarina Burkard förderte eindrückliche Wurzeln zutage.
Sarina Burkard förderte eindrückliche Wurzeln zutage.
zVg

Zukünftige Neophyten-Gruppe

Da Gärten definitionsgemäss kein natürlicher Lebensraum seien, müssten bei der Gestaltung verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, gab auf der Schatzalp Fabian Reppel, Chefgärtner im Alpinum, zu bedenken. Zum Beispiel seien die Blühphasen der verschiedenen Pflanzen so aufeinander abzustimmen, dass immer etwas blühe. Hier brauche es in Zukunft mehr Fantasie, welche nicht invasiven Pflanzen diese Rollen übernehmen könnten, forderte er und erklärte, dass im Alpinum Massnahmen getroffen würden, damit Neophyten nicht wieder aus dem Garten entwischen und sich danach invasiv ausbreiten würden.

Beim Apéro wurde die Möglichkeit einer zukünftigen Neophyten-Gruppe diskutiert. Da es viele Flächen mit grossen Vorkommen von Lupinen, Glattem Zackenschötchen und Einjährigem Berufskraut gibt, soll eine Neophyten-Gruppe sich nächstes Jahr von Juni bis August hin und wieder treffen, um gemeinsam Neophyten zu bekämpfen.

Informationen dazu auf ngdavos.ch

Vergleich: Von Lupinen befallene Flächen werden zur Monokultur.
Vergleich: Von Lupinen befallene Flächen werden zur Monokultur.
zVg
Rechtzeitiges Eingreifen sorgt wieder für eine vielfältige einheimische Flora.
Rechtzeitiges Eingreifen sorgt wieder für eine vielfältige einheimische Flora.
zVg
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