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Würdigung eines reichen Schaffens

In einer stimmungsvollen Feier wurde am Sonntag im Heimatmuseum der Irma Landolt Preis an Elisabeth Mani-Heldstab übergeben. Mit diesem sollen Frauen gewürdigt werden, die sich auf kulturellem und sozialem Gebiet verdient gemacht haben.

Davoser
Zeitung
19.08.25 - 12:00 Uhr
Kultur
Die Stiftungsrätinnen (v.l.) Verena Milenkovic-Schmidt, Nina Brosi-Janett, Esther Bläsi-Huber mit der Preisträgerin Elisabeth Mani-Heldstab und Stiftungsratspräsidentin Ariane Bolli-Landolt.
Die Stiftungsrätinnen (v.l.) Verena Milenkovic-Schmidt, Nina Brosi-Janett, Esther Bläsi-Huber mit der Preisträgerin Elisabeth Mani-Heldstab und Stiftungsratspräsidentin Ariane Bolli-Landolt.
bg
Bei der diesjährigen Preisträgerin geht es jedoch nicht um eine besondere Errungenschaft, sondern um deren umfangreiches Schaffen, wie Stiftungsratspräsidentin Ariane Bolli in ihrer Begrüssung zusammenfasste. Worin dieses besteht, formulierte anschliessend Britta Allgöwer in ihrer musikalisch von Vita Senn und Enkel Ramun begleiteten Laudatio. Da sei einerseits die Lyrikerin, die mit einem absoluten Minimum an Worten und einem feinen Humor ihre Betrachtung der Welt einfange. Ganz wichtig sei ihr dabei die Pflege der Walser Mundart, in der sie spreche, schreibe und die sie auf walsermundart.ch allen zugänglich mache. Dem zugrunde liege die «Berufs-Walserin», die Verweberin der Walser Landschaft mit der Walser Sprache und Kultur, wie Allgöwer sie nannte. Mani setze sich in vielfältiger Weise dafür ein. So war sie mehr als zehn Jahre Präsidentin der Walservereinigung Graubünden und initiierte, nachdem sie das Präsidium des damals von der Schliessung bedrohten Heimatmuseums übernommen hatte, die «Sunntigshengert», bei denen Menschen aus ihrem Leben berichteten. «Schliesslich sollte das Museum nicht zur Gerümpelkammer verkommen, und die Leute nicht mehr wissen, wozu die präsentierten Gegenstände gebraucht wurden», kommentierte Mani.

Ein weiterer Aspekt von Manis Schaffen ist jene der Politikerin. Sie sei bei ihr in die Politik-Lehre gegangen, erinnerte sich Allgöwer. Bei ihr habe sie gelernt, was für bare Münze zu nehmen und was als «Cüpli-Anlass-Politikerrede» zu verstehen sei. Als erfolgreiche Konsenspolitikerin sei ihr in Davos die Rettung des Heimatmuseums und in Graubünden ein Mammografie-Screening-Programm zu verdanken. Neben vielen anderen Engagements betätige sich die Preisträgerin inzwischen wieder mit ihrer alten Leidenschaft für Heilpflanzen. «Wir dürfen gespannt sein auf Heilendes und Wohltuendes aus dem Stilli-Labor.»

«Wichtig ist, dass wir überhaupt reden».

«Da hescht am Hobel aber wacker Iisen ggän», bedankte sich in schönstem Davoserdeutsch eine sichtlich gerührte Mani. Erst einmal in ihrem Leben habe sie etwas gewonnen, erinnerte sie sich. Das sei vor 65 Jahren ein Globi-Buch gewesen. «Dieses Gefühl ganz alleine etwas Besonderes zu erhalten, habe ich jetzt wieder und werde es nie vergessen.» Als Preisträgerin auserkoren worden zu sein, habe sie zuerst sehr überrascht, jetzt freue sie sich einfach nur, fuhr sie fort und bedankte sich bei allen, die mit ihr gegangen seien. Sprache sei wichtig, kam sie zurück auf ihren Einsatz zugunsten der Walser-Mundart. «Sprache ist Heimat», sagte sie, zog den Kreis jedoch gross: «Noch wichtiger ist jedoch, dass wir überhaupt reden.» Mit diesem Gedanken verschob sich die Gesellschaft zum Apéro in den Garten des Heimatmuseums.

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