Davos Solidarisch bringt Licht im Alltag
Wenn alltägliche Dinge zur Belastung werden, braucht es Unterstützung. Oft sind es kleine Aufgaben, die Menschen nicht mehr alleine bewältigen können, und für die es dennoch keine einfache Lösung gibt. Davos Solidarisch springt dort ein, wo Hilfe im Alltag notwendig wird.
Wenn alltägliche Dinge zur Belastung werden, braucht es Unterstützung. Oft sind es kleine Aufgaben, die Menschen nicht mehr alleine bewältigen können, und für die es dennoch keine einfache Lösung gibt. Davos Solidarisch springt dort ein, wo Hilfe im Alltag notwendig wird.
Verlässliche Bezugspersonen im Alltag
Koordiniert werden die Einsätze von Silvia Loretz, der Einsatzleiterin des Vereins. Ihr Pensum beträgt rund 30 Prozent, ihr Wirkungsbereich ist jedoch deutlich grösser. Sie klärt Bedürfnisse ab, vermittelt Helferinnen und Helfer und sucht nach Lösungen, wenn Unterstützung nötig wird.
Gerade die Betreuung ist ein sensibler Bereich. Für Pflege gibt es Angebote wie die Spitex, für den Haushalt private Dienstleistungen. Für die reine Begleitung fehlen jedoch vielerorts passende Lösungen, nicht nur in Davos, sondern auch darüber hinaus. Diese Lücke zeigt sich im Alltag von Davos Solidarisch besonders deutlich.
«Der soziale Kontakt ist während des Einsatzes oft genauso wichtig wie die praktische Hilfe»
Die Einsätze sind stark personenbezogen organisiert. Sie dauern meist zwei bis vier Stunden und finden regelmässig statt, über längere Zeit bei derselben Person. Helferinnen und Helfer übernehmen feste Einsätze, unterstützte Personen haben eine klare Bezugsperson. Diese Kontinuität ist für die Klientinnen und Klienten zentral. «Der soziale Kontakt ist während des Einsatzes oft genauso wichtig wie die praktische Hilfe», sagt Loretz. «Dann ist es ihnen lieber, ihre Bezugsperson kommt etwas später, als dass jemand Neues ins Haus kommt.»
Helfen aus Überzeugung
Rund 80 Prozent der Einsätze entfallen auf Tätigkeiten im Haushalt wie Putzen, Kochen oder Einkaufen. Zum Angebot gehört auch ein Rollstuhlmobil, mit dem Fahrten für Privatpersonen und Kliniken ermöglicht werden. Davos Solidarisch setzt bewusst auf solidarische Preise, damit sich auch jene Menschen Unterstützung leisten können, die nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügen. Das prägt auch die Arbeit der Mitarbeitenden. Im Zentrum stehen Verantwortung füreinander, Verlässlichkeit und der Wunsch, andere im Alltag zu unterstützen.
Der Verein ist laufend auf der Suche nach weiteren Mitarbeitenden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend sind Sozialkompetenz, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, sich auf Menschen einzulassen. Die Einsätze lassen sich flexibel gestalten. Die Mitarbeitenden können selbst angeben, wie viel sie arbeiten möchten, an welchen Tagen sie verfügbar sind und welche Aufgaben sie sich zutrauen. Viele Helferinnen und Helfer erfahren dabei eine grosse Wertschätzung. Mit der Zeit entstehen enge Beziehungen, sagt Loretz, nicht selten würden die Helfenden als Teil des persönlichen Umfelds wahrgenommen.
Aktuell arbeiten 38 Personen für Davos Solidarisch, alle im Stundenlohn. Die Mehrheit ist über 60 Jahre alt, die älteste Helferin ist 78, die jüngste rund 30. Eine Garantie auf durchgehende Einsätze gibt es nicht. Zieht eine betreute Person ins Altersheim, fällt ein Einsatz weg. Wann ein neuer folgt, ist nicht planbar.
Getragen von Engagement und Spenden
Der Zusammenhalt im Team ist spürbar. Einmal im Monat findet ein freiwilliger Höck statt. Der Austausch dient dazu, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu klären und sich gegenseitig zu unterstützen. Für viele ist Davos Solidarisch nicht nur ein Arbeitsort, sondern auch ein soziales Umfeld.
Finanziell ist der Verein auf Spenden angewiesen. Die Beiträge der Klientinnen und Klienten decken die Kosten nicht vollständig. Ein grosser Teil der Unterstützung kommt aus der Region, häufig auch in Form von Spenden anstatt Blumen bei Todesfällen.
Während des World Economic Forum verändert sich der Arbeitsalltag nur punktuell. Die Anreise ist erschwert, der Trubel rund um die Promenade für manche Klientinnen und Klienten belastend. In Einzelfällen können nicht dringliche Haushaltstermine verschoben werden. Die Betreuung ist während des WEF jedoch nicht minder wichtig und findet weiterhin statt.
«Wir können keine Sterne vom Himmel holen, aber wir können dort Licht sein, wo es dunkel ist.
Die grösste Herausforderung für Loretz besteht darin, nicht jede Lücke schliessen zu können. Lange habe sie versucht, alles abzudecken und selbst einzuspringen. Heute wisse sie, dass nicht immer alles sofort gehen müsse. Ein Satz begleitet sie und das Team seit Jahren: «Wir können keine Sterne vom Himmel holen, aber wir können Licht sein, dort, wo es dunkel ist».
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