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Defensiv, körperlich und mental stark

Davoser
Zeitung
25.03.25 - 17:00 Uhr
Regionalsport
Simon Ryfors
Simon Ryfors bezwingt Zug-Goalie Leonard Genoni zum 4:2.

Gerade mal vier Gegentreffer hat der HCD in den vier Partien gegen Zug kassiert (2:1, 5:1, 4:0, 5:2). «Das ist das Verdienst der ganzen Mannschaft», sagt Sven Jung. «‹Aeschli› (Sandro Aeschlimann, die Red.) zeigte im Tor ausgezeichnete Leistungen. In der Defensive standen wir sehr kompakt. Wir liessen den Zugern generell nicht viele Schüsse zu, vor allem fast keine gefährlichen aus dem Slot. Ja, hinten spielten wir sauber, auch dank der Unterstützung unserer Stürmer. Wir hielten uns an die vom Trainerstaff vorgegebene Taktik und kamen mit präzisen Pässen auch schnell nach vorne. Die Stürmer betrieben ein intensives Forechecking und setzten so den Gegner schon bei dessen Angriffsauslösung unter Druck.»

Ähnlich analysiert Simon Ryfors. «So macht es viel Spass. Wir spielten gegen Zug eine grossartige Serie», bemerkt der schwedische Stürmer. «Vom ersten Bully im ersten Match an war die ganze Mannschaft bereit, hartes Playoff-Eishockey zu spielen. Wir waren körperlich und mental bereit. Wir trafen auf einen starken Gegner. Zug ist eine grosse Mannschaft. Aber wir gewannen das mentale Spiel. Wir traten defensiv solid auf und gaben uns so die Chance, jeden Match zu ge­winnen.»

Frühes Zuger Time-out in Spiel vier

Apropos mentale Stärke: In der vierten Partie erzielte Filip Zadina das 1:1 nur 48 Sekunden nach dem Zuger Führungs­treffer. Auch nach dem Ausgleich der Gäste zum 2:2 in der 44. Minute blieben die Davoser cool. «Wir hatten vor dem Match nochmals ein heftiges Aufbäumen des Gegners erwartet, nahmen uns aber vor, unser bewährtes Spiel durchzu­ziehen. Das gelang uns über weite ­Strecken», bemerkt Jung. Speziell wertet der stämmige Verteidiger das frühe Time-out von EVZ-Trainer Dan Tangnes bereits in der 32. Minute beim Stand von 1:1 nach einer intensiven Druckphase des HCD. «Da spürten wir, dass bei den ­Zugern der ‹Pfupf› langsam draussen war. Schon zu jenem Zeitpunkt hatten wir die Oberhand. Mit unserem druckvollen Angriffsspiel provozierten wir beim müden Gegner später Strafen, die wir ausnützen.» In der Tat erzielten ­Matey Stransky und Ryfors die Davoser Treffer 3 und 4 in der 54. Spielminute ­innert 17 Sekunden im Powerplay.

Ohne Topskorer Tambellini

Ihr aktuelles Selbstvertrauen offenbarten die Davoser auch darin, wie sie auf den Ausfall von Adam Tambellini reagierten. Der HCD-Topskorer hatte im zweiten und dritten Playoff-Match je drei Treffer erzielt. Im vierten fehlte der Kanadier nach einem rüden Foul von Zug-Stürmer Mike Künzle. Ryfors sagt zum Fehlen seines gewohnten Sturmpartners: «Natürlich war dieser Anfall hart. Adam ist ein grossartiger Spieler. Die Mannschaft reagierte aber sehr gut. Wir traten auch ohne ihn als Team auf und zeigten, dass unser ­Erfolg nicht von einem einzigen Spieler abhängig ist. Der HCD verfügt über viele ausgezeichnete Spieler.» Das sieht auch Jung so: «Unsere Mannschaft ist gut aufgestellt. Wenn einer aus irgendwelchen Gründen ausfällt, rücken wir als Team noch enger zusammen. Das gelang uns in der ganzen Playoff-Serie gegen Zug sehr gut. Wir spielten auf dem Eis kompakt und rückten in der Garderobe sehr zusammen.»

Als HCD-Gegner im Playoff-Halbfinal (ab kommendem Samstag) waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Montagmittag noch Lausanne, die ZSC Lions, Bern oder Fribourg-Gottéron möglich.

Hansruedi Camenisch

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