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Fussballromantik auf der Bünda

Der Sommer bringt nicht nur Sonne, sondern auch schwitzende Hobbykicker, keuchende Lungen und volle Bierbecher. Auf der Bünda wurde dieses Wochenende wieder gelaufen, gegrätscht und getrunken – am Grümpelturnier des FC Davos zeigte sich der Fussball wieder mal in seiner ehrlichsten Form.

Davoser
Zeitung
26.06.25 - 12:00 Uhr
Fussball
Ob der Torhüter sich hier nur aus Müdigkeit hinlegte, bleibt sein Geheimnis.
Ob der Torhüter sich hier nur aus Müdigkeit hinlegte, bleibt sein Geheimnis.
wey
Der Sommer – eine grossartige Zeit für Fussballromantiker. Es ist die Zeit, in der man die verstaubten «Tschuttschue» wieder mal aus dem Keller holt, die schon lange gelblich verfärbten Schienbeinschoner am Morgen noch hektisch sucht und ­hunderte von verhinderten Fussballprofis gemeinsam Kicken. Auf Rasen, welche mehr an Äcker erinnern, mit Schuhen, die mehrheitlich aus Klebeband bestehen, und teils mit mehr ­Promillen als angekommenen Pässen, sieht man eindrücklich, weshalb viele Spielende ein besseres Bild auf den Zuschauer­tribünen abgeben als sie dies auf dem Grün tun.

Während in den USA die doch sehr fragwürdige Club-Weltmeisterschaft stattfindet – ein Turnier, das aussieht, als hätte es eine Marketingabteilung der FIFA blind zusammengeschustert – kann man sich hierzulande, wie jeden Sommer, an zahlreichen Grümpelturnieren erfreuen. So auch dieses Wochenende, an welchem der FC Davos auf den Sportplatz Bünda einlud. Die sportliche Verfassung der Teilnehmenden reichte von «eigentlich recht stabil» bis «eigentlich gar nicht». Wer in den letzten zwölf Monaten ein Treppenhaus gemieden hatte, spürte das spätestens ab der zweiten Partie. Gegen Nachmittag stellte sich bei einigen ein Bewegungsmuster ein, das sich in etwa zwischen Spaziergang und Gleichgewichtstraining einordnen liess. Besonders auffällig: das kollektive Vermeiden von Rückwärtsbe­wegungen. Was nicht im Sichtfeld geschah, wurde ignoriert – aus Gründen der Energieeffizienz. Die Fitnesslage wurde im Verlauf des Tages nicht besser, aber dafür gleichmässiger.

Insgesamt können die Organisierenden des FC Davos auf ein erfolgreiches Grümpelturnier zurückblicken. Keine gröberen Blessuren, keine verbissenen Nebenszenen. Der Platz war bestens bespielbar, das Bier kühl, der Grill in Betrieb, die Musik manchmal ein bisschen laut, aber immer passend. Selbst das Wetter spielte mit. Der Regen wartete höflich, bis die letzten müden Beine vom Feld geschlichen, der letzte Penalty geschossen und die letzten Biere getrunken waren.

Viele verliessen das Gelände mit wackeligen Beinen. Ob den vielen Sprints oder den Bieren geschuldet, sei dahingestellt. Hauptsache die Performance über den Tag hat gestimmt. Ob auf dem Platz oder an der Bar. Ja, es ist eine grossartige Zeit für Fussballromantiker. Und das Grümpelturnier in Davos war wieder mal ein guter Beweis dafür, dass es für schöne Fussballgeschichten nicht mehr braucht als einen Ball, ein paar Bier und gute, motivierte Leute.

Fairness und Freude standen auch dieses Jahr im Zentrum.
Fairness und Freude standen auch dieses Jahr im Zentrum.
wey
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