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Die Ela-Hütte SAC: alpine Geschichte in Bewegung

Wer zur in den Albula-Alpen gelegenen Ela-Hütte aufsteigt, begegnet einem Ort, der Geschichte und Ursprünglichkeit in sich trägt. Hoch über dem Val Spadlatscha, zwischen Piz Ela und Tinzenhorn, steht sie seit über hundert Jahren in einer Landschaft, die Bergbegeisterte schon früh faszinierte.

Davoser
Zeitung
27.12.25 - 17:00 Uhr
Leben & Freizeit
Die Ela-Hütte ist auch im Winter als Selbstversorgerhütte geöffnet.
Die Ela-Hütte ist auch im Winter als Selbstversorgerhütte geöffnet.
zVg/SAC
Bereits 1865 erreichten die Alpinisten Alex Flury sowie Peter und Georg Jenny den Gipfel des Piz Ela. «Schön von weitem, aus der Nähe ein Biest», so beschrieb Johann Wilhelm Coaz den Berg, als er die Albula-Alpen vermass. Der Satz trifft bis heute zu: Die Gegend ist rau, offen, wunderschön und damals wie heute ein Magnet für Menschen, die die Berge lieben. 1879 errichtete die SAC Sektion Rätia im Val Spadlatscha die erste Ela-Hütte (rätroromanisch: Chamonas d’Ela). Ein schlichter Holzbau, aber ein Meilenstein: Er machte das Gebiet zugänglicher und legte den Grundstein dafür, dass sich die Albula-Alpen zu einer gefragten Region der jungen SAC-Kultur entwickelten.

1909 übernahm die Sektion Davos die Hütte, und 1911 folgte der Bau der heutigen Ela-Hütte mit 26 Schlafplätzen und Feuerstelle. Die erste Hütte steht auch noch immer rund fünf Gehminuten unterhalb, ein authentisches Stück alpiner Geschichte.

Die Hütte heute

Mehr als ein Jahrhundert später hat sich vieles verändert, und doch ist der Kern geblieben. Die Ela-Hütte ist schlicht, aber warmherzig; einfach, aber mit einem Charme, der die Gäste sofort einfängt. Bei einer Selbstversorgerhütte tragen die Gäste ihr Essen hoch und bereiten die Mahlzeiten selbst zu. Gerade diese Mischung macht sie bis heute so attraktiv: als Ziel für Genusswanderer, als Zwischenhalt auf längeren Touren und als ruhiger Stützpunkt mitten in den Albula-Alpen.

Erreichbar ist sie von Filisur oder Bergün aus über gut markierte Wanderwege, lange, aber technisch einfache Zustiege, die auch für Familien machbar sind. Viele nutzen die Ela-Hütte zudem als Etappenort auf der bekannten Rundtour durchs Val da Stugl und über den Pass d’Ela.

Für Alpinisten ist sie ein beliebter Ausgangspunkt: Von hier aus werden Piz Ela und das Tinzenhorn in Angriff genommen. Das Tinzenhorn ist jener markante Gipfel, der von Davos aus gut sichtbar ist und vielen als «Davoser Matterhorn» gilt.

Ein neues Kapitel beginnt

Nach vielen Jahren sorgfältiger Betreuung durch das Hüttenwartpaar Turi und Doris Huber beginnt für die Ela-Hütte nun eine neue Phase. Mit ihrem Rückzug geht eine lange, stille und verlässliche Ära zu Ende – und gleichzeitig öffnet sich die Tür für Menschen, die Freude daran haben, sich für einen besonderen Ort in den Bergen einzusetzen.

Gleichzeitig investiert die SAC-Sektion Davos behutsam in die Zukunft der Hütte: Geplant sind unter anderem eine Fassadenrenovation sowie ein separater Schlafraum für die Hüttenwarte. Verbesserungen, die den Betrieb erleichtern, ohne den ursprünglichen Charakter der Ela-Hütte zu verändern.

Hütten-Putzete im Frühjahr.
Hütten-Putzete im Frühjahr.
zVg/SAC

Freiwillige gesucht – damit die Hütte weiterlebt

Damit die Ela-Hütte auch künftig als Selbstversorgerhütte betrieben werden kann, sucht die SAC-Sektion Davos Freiwillige, die als Hüttenwarte zwei bis drei Wochenenden pro Saison übernehmen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Abrechnung der Hüttenkasse, das Auffüllen des kleinen Getränkebestands, das Wechseln der Geschirrtücher, verschiedene Reinigungsarbeiten sowie das Mitnehmen von Kehricht und Schmutzwäsche ins Tal. Auch die Zuteilung der Schlafplätze und die Koordination der Gäste beim Kochen gehören dazu. Hüttenwarte im Einsatz haben ein besonderes Privileg. Sie dürfen mit dem Auto bis zur Alp Spadlatscha fahren. Von dort aus sind es nur noch rund dreissig Minuten bis zur Hütte.

Hüttenputzete – gemeinsam anpacken

Wer sich ein ganzes Wochenende als Hüttenwart nicht zutraut oder das Arbeitsleben auf der Ela-Hütte gerne einmal näher kennenlernen möchte, ist bei der Frühlings- oder Herbstputzete herzlich willkommen. An diesen beiden Tagen wird gemeinsam gereinigt, repariert, sortiert und die Hütte für die bevorstehende Saison bereitgemacht, stets mit guter Stimmung und oft verbunden mit überraschend schönen Begegnungen. Die Teilnahme ist unkompliziert und ideal für alle, die die Ela-Hütte einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchten.

Ein Ort, der bleibt – wenn Menschen ihn tragen

Die Ela-Hütte lebt von jenen, die sie besuchen, und von denen, die sich dafür einsetzen, dass sie ihre besondere Ausstrahlung auch künftig behalten kann. Jede unterstützende Hand, ob für ein Wochenende oder eine Putzete, trägt dazu bei, dass dieser wunderbar ursprüngliche Ort weiterbesteht und als Selbstversorgerhütte für alle zugänglich bleiben kann.

Interessierte melden sich unter huetten@sac-davos.ch.

Die Ela-Hütte biete eine gemütliche Stube und 26 Schlafplätze.
Die Ela-Hütte biete eine gemütliche Stube und 26 Schlafplätze.
zVg/SAC
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