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Heimat ist mehr als ein Ort

Die Schweiz hatte Geburtstag. Und so lud die offizielle Bundesfeier am Seehofseeli zum ge­mütlichen Beisammensein, der traditionellen Gerstensuppe und einer emotionalen Rede des Landammanns.

Davoser
Zeitung
05.08.25 - 12:00 Uhr
Ereignisse
Zahlreiche Einheimische, Zweitheimische und Gäste fanden sich zur Bundesfeier am Seehofseeli ein.
Zahlreiche Einheimische, Zweitheimische und Gäste fanden sich zur Bundesfeier am Seehofseeli ein.
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Mit kritischem Blick zum Himmel startete die offizielle Bundesfeier am Seehofseeli. Hält das Wetter oder nicht? Doch schon zu den ersten Klängen aus den Instrumenten der Musikgesellschaft Davos Klosters klarte der Himmel etwas auf und das Wetter hielt über die ganze Veranstaltung. Was natürlich zur gemütlichen Stimmung beitrug. Ist es doch entspannter, trocken der Musik sowie der Rede des Landammanns zu lauschen, und auch die traditionell vom Kleinen Landrat ausgegebene Gerstensuppe schmeckt doch besser, wenn es nicht rein regnet. So wurde die Heimat von zahlreich erschienenen Gästen gebührend gefeiert.

Emotionale Worte von Philipp Wilhelm

Und der Begriff «Heimat» war auch das zentrale Thema der 1. August-Rede von Landammann Philipp Wilhelm. Heimat sei dabei mehr als ein Ort – sie bedeute, ein Zuhause zu haben. In seiner emotionalen Ansprache erinnerte Wilhelm daran, was wir am Nationalfeiertag feiern: die Gründung der alten Eidgenossenschaft, aber auch die moderne Schweiz – ein Projekt für Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Gerade in Zeiten, in denen weltweit Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte unter Druck geraten, sei es wichtig, für diese Werte einzustehen.

Beim Ausschank der traditionellen Gerstensuppe gab es viele fröhliche Gesichter.
Beim Ausschank der traditionellen Gerstensuppe gab es viele fröhliche Gesichter.
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Doch was ist Heimat heute, fragte Wilhelm weiter. Ist sie ein Ort, eine Erinnerung, eine Adresse, ein Quartier? «Vermutlich ist sie für jede und jeden etwas anderes», so der Landammann. Doch eines sei zentral: ein Zuhause zu haben – eine Wohnung, ein Dach über dem Kopf. So war man wieder beim Thema der Wohnungsnot angekommen. Er betonte, dass die Gemeinde aktiv werden müsse, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Nicht nur durch eigene Projekte wie an der Jörg-Jenatsch-Strasse, sondern auch durch Förderung von Genossenschaften, Stiftungen und privaten Bauträgern. Ebenso wichtig sei es, den Erstwohnraum zu schützen und der Umwandlung in Zweitwohnungen Einhalt zu gebieten.

Ein weiteres zentrales Thema der Rede war die Gesundheitsversorgung. Gerade für ältere Menschen sei sie ein ent­scheidender Standortfaktor. Die Grundversorgung dürfe nicht als Last be­trachtet werden, sondern als ein Stück Lebensqualität und Gemeinschaft.

Zum Ende seiner Rede wurde es per­sönlich: Wilhelm sprach offen von seiner eigenen Erschöpfungsdepression. Er habe in dieser Zeit nicht nur viel Unterstützung erfahren – von Familie, Kolleginnen und Kollegen sowie Fachpersonen – sondern auch erkannt, wie wichtig es ist, «bei sich selbst daheim zu sein». Und so schloss er mit den schönen und so wahren Worten: «Tragt Sorge zueinander, tragt Sorge zu euch selbst. Seid einander und euch selbst die Heimat, die ihr gerne hättet.»

Natürlich durften die traditionellen Töne nicht fehlen.
Natürlich durften die traditionellen Töne nicht fehlen.
wey
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