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Ein Projekt, das sorgfältiger Planung bedarf

Die geplante «Verkehrsdrehscheibe» soll das unansehnliche Eingangstor und das Verkehrschaos endlich lösen. Nach grüner Ampel im Grossen Landrat startet nun die Aufklärung fürs Stimmvolk – ein Projekt, welches viele Chancen bringt, aber auch kritische Fragen aufwirft.

Davoser
Zeitung
27.09.25 - 17:00 Uhr
Politik
Die Dischmakreuzung ist eine der Knacknüsse.
Die Dischmakreuzung ist eine der Knacknüsse.
Die Ankunft in Davos vom Wolfgang her ist definitiv nichts Schönes. Das Eingangstor von Davos bedarf dringender Überarbeitung. Da gehen die Meinungen wenig auseinander. Doch nicht nur ist das Ankommen für Ästhetinnen und Ästheten enttäuschend, die Verkehrssituation stösst den meisten Reisenden und Einheimischen ebenfalls sauer auf. So arbeitet die Gemeinde schon länger an einer Lösung und hat nun auch eine parat – die «Verkehrsdrehscheibe». Im Grossen Landrat wurde der Projektierungskredit von 2.1 Millionen Franken mit elf zu fünf Stimmen angenommen. Claudia Bieler, Kleine Landrätin und Vorsteherin des Departements Tiefbau und öffentliche Betriebe, zeigt sich erfreut über das Resultat im Grossen Landrat: «Es freut mich, dass auch der Grosse Landrat die Vorteile sieht und dem Projekt zustimmt. Alle Seiten ­haben betont, dass der heutige Zustand nicht haltbar ist und die Herangehensweise im Kern in die richtige Richtung geht.»

Konstruktive Diskussionen und kritische Fragen

Doch wird das Volk dem Grossprojekt ähnlich positiv gestimmt sein wie das Parlament? «Der Kleine Landrat ist überzeugt, dass das Projekt ‹Verkehrsdrehscheibe› die vielschichtigen Herausforderungen im Zentrum von Davos Dorf verbessern kann. Wir sehen es als grosse Chance an, mit der Umsetzung der Verkehrsdrehscheibe Davos als Wohn- und Arbeitsort und als Feriendestination weiter zu entwickeln», so Bieler. Man hoffe natürlich, dass die grossen Vorteile des Projektes auch die Mehrheit der Stimmbevölkerung überzeugen können.

Für diese Überzeugungsarbeit sind in nächster Zeit einige Informationsveranstaltungen geplant. Neben einer Information sollen auch Begehungen vor Ort helfen, dass sich das Stimmvolk ein genaues Bild machen kann. «Wie man das vom Kleinen Landrat und der Davoser Gemeindeverwaltung gewohnt ist, gehen wir kritischen Fragen und konstruktiven Diskussionen nicht aus dem Weg», erklärt Bieler weiter.

«Es gibt kein ‹altes› Projekt, somit auch kein ‹neues›»

Kritische Fragen gab es im Grossen Landrat vor allem in Bezug auf die bisherigen Kosten des «Masterplans». Viele sehen die «Verkehrsdrehscheibe» als «neues Projekt». Doch Bieler verneint: «Es gibt kein ‹altes Projekt› und somit auch kein ‹neues›. Der ‹Masterplan› zur Neugestaltung des Ortszentrums Davos Dorf wurde gemäss dem üblichen Ablauf erarbeitet. Die ‹Verkehrsdrehscheibe› ist nun die Überführung der ersten Etappe aus diesem ‹Masterplan› in ein konkretes Bauprojekt. Die Bestandteile der ‹Verkehrsdrehscheibe› wie die Verschiebung des Bahnhofs Davos Dorf, das neue Busterminal, die Neugestaltung des Freiraums am Seehofseeli, die Verkehrsführung sowie die Tiefgarage kommen aus dem ‹Masterplan›. Neu werden die Aufhebung der Bahnübergänge Mühle- und Dischmastrasse ins Projekt integriert. Die Umsetzung der weiteren Etappen aus dem Masterplan, konkret die Entwicklung der ‹Südparzellen› werden durch die jeweiligen Eigentümerinnen in ihrer Planung weiter vorangetrieben und auch realisiert.»

Planung, Transparenz und Risikobewertung

Es sei wichtig und auch richtig, dass Grossprojekte vom Konzept bis zur Realisierung Verbesserungen erfahren, neue Erkenntnisse in die Planung einfliessen und diese auch seriös und mit dem entsprechenden Zeitbedarf ausgeführt würden. Die Landrätin erklärt: «Eine fundierte Planung, Transparenz und eine ent­sprechende Risikobewertung der finanziellen Auswirkungen sind entscheidende Bestandteile für die erfolgreiche Realisierung von Projekten in dieser Grössenordnung.»

Ein wichtiger Schritt für ein attraktives Davos

Man ist sich auf der Gemeinde sicher, dass die «Verkehrsdrehscheibe» verschiedene Herausforderungen anpacken kann und diverse Vorteile für Davos bietet. Der Verkehr wird flüssiger, die Wege komfortabler sowie sicherer und der Freiraum massiv aufgewertet. Bieler betont allerdings: «Um die Gesamtschau zu erhalten, müssen solche Projekte detailliert geplant werden, und dafür ist der Projektierungskredit notwendig. Die Stimmbevölkerung hat nun die Möglichkeit, durch die Zustimmung zum Projektierungskredit in rund zwei Jahren die Details dieses Projekts zu sehen und dann erneut darüber zu entscheiden, ob die Bestandteile der ‹Verkehrsdrehscheibe› auch umgesetzt werden sollen.»

Die «Verkehrsdrehscheibe» soll also nicht nur die ästhetischen Mängel am Eingangstor von Davos beheben, sondern auch die Verkehrsprobleme nachhaltig lösen. So könnte sie für Einheimische und Gäste ein wichtiger Schritt hin zu einem attraktiveren und lebenswerteren Davos sein. Der aber in aller Sorgfalt geplant werden muss.

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