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Einblicke in die Forschung

Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos besuchten am Montag das AO Center. Dort erfuhren sie einiges über die operative Behandlung von Knochenbrüchen und konnten sich zudem ein Bild von den vielfältigen Karrieremöglichkeiten in der Forschung machen.

Davoser
Zeitung
17.11.25 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Schülerinnen beim Sezieren einer Bandscheibe.
Schülerinnen beim Sezieren einer Bandscheibe.
zVg
Die Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD), dem Spital Davos und der AO Foundation hat eine lange Tradition. Einst von Peter Matter, dem ehemaligen Chefarzt des Spitals, ins Leben gerufen, soll sie Schülerinnen und Schülern der SAMD die Gelegenheit geben, mehr über die Arbeit der AO Foundation und des chirurgischen Personals im Spital zu erfahren. Darüber hinaus soll sie aber auch jenen, die sich noch nicht für ein Studium oder eine Berufsausbildung entschieden haben, einen Einblick in die vielfältigen Karrieremöglichkeiten in der medizinischen Forschung bieten.

Das dreiteilige Programm beginnt jedes Jahr mit einem Besuch im AO Center. Am vergangenen Montag war es wieder so weit. Gemeinsam mit ihren Lehrern Alexander Fehr (Biologie) und Dmitriy Khoroshev (Chemie) wurden die rund 30 Schülerinnen und Schüler von Hans-Curd Frei, Chefarzt Chirurgie/Ortho­pädie im Spital Davos, in die Geschichte der AO Foundation und der operativen Knochenbruchbehandlung eingeführt. Ange-sichts seines vollen Operationsplans sprach Frei nur kurz und übergab dann das Wort an Christoph Sprecher, «Project Leader Biomedical Materials» am AO Research Institute Davos (ARI). Dieser legte eindrückliche Zahlen vor: Führten 1944 – vor der AO – 60 Prozent der Oberschenkelfrakturen zu teilweiser oder vollständiger Invalidität, sind es heute nur noch 3 Prozent.

Trotz dieser enormen Verbesserung der Heilung nach Knochenbrüchen gibt es aber immer noch Luft nach oben. Christoph Sprecher präsentierte den Schülerinnen und Schülern eines der neueren Forschungsprojekte am ARI, den «AO Fracture Monitor» – einen implantierten Sensor, der fortlaufend die Knochen­heilung überwacht. Gerade an so einem Projekt sehe man, wie viele verschiedene Berufe und Spezialisierungen in der ­F­orschung zusammenarbeiten: «Die ­operative Frakturheilung ist kein biologisches und kein technisches Problem, sondern eine gemeinsame Aufgabe.» Selbst hat er ursprünglich bei der EMS Chemie eine Ausbildung zum Schlosser gemacht und erst später in München Humanbiologie studiert. «Falls ihr euch vorstellen könnt, jemals eine Dissertation zu schreiben, ­rate ich euch, vor 40 damit anzufangen.»

Es folgte ein Rundgang durchs AO ­Center, bei dem die Schülerinnen und Schüler einen Blick in die verschiedenen Arbeitsbereiche und Labore werfen konnten. ­Gemeinsam mit Marcia Mürner, Doktorandin am ARI, konnten dann jene, die es sich zutrauten, auch selbst Hand anlegen. Dabei konnten Bandscheiben aus Kuhschwänzen seziert werden, um sich ein Bild der verschiedenen Strukturen zu machen. Die Kuhschwänze sind Schlachtreste und werden am ARI verwendet, um minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten der Bandscheibendegeneration zu erforschen. Auch Mürner gab bereitwillig Einblick in ihren bisherigen Karriereweg und ermutigte jene, die sich für einen Beruf in der Forschung interessieren, mit ihr Kontakt aufzunehmen und für einen Schnuppertag vorbeizukommen.

Am kommenden Montag geht es für die Schülerinnen und Schüler ins Spital ­Davos, wo sie in einem «Skills Lab» ihre feinmotorischen chirurgischen Fähig­keiten üben können. Jene mit wissenschaftlicher Vertiefungsrichtung werden ausserdem die Gelegenheit haben, während der Anfang Dezember im Kongresszentrum stattfindenden «AO Davos Courses» ein wenig Kursluft zu schnuppern und dort die gleichen Übungen durchzuführen wie angehende Chirurginnen und Chirurgen.

Christoph Sprecher erklärt das Röntgenbild eines Motorradfahres.
Christoph Sprecher erklärt das Röntgenbild eines Motorradfahres.
zVg
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