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Der Fitnessboom – mehr als nur Schönheitswahn

Fitness ist längst mehr als Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion. Immer mehr Menschen trainieren gezielt für ihre Gesundheit, als Ausgleich zum Alltag oder zur Vorbereitung auf sportliche Aktivitäten. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in den Mitgliederzahlen.

Davoser
Zeitung
13.03.26 - 07:00 Uhr
Leben & Freizeit
Trainer begleiten die Trainierenden individuell und achten darauf, dass Übungen korrekt ausgeführt werden. Neben Krafttraining umfasst das Prätti Fit ein breites Angebot rund um Bewegung, Prävention und Gesundheit. Ziel ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Training, Beratung und persönliche Betreuung zusammenwirken.
Trainer begleiten die Trainierenden individuell und achten darauf, dass Übungen korrekt ausgeführt werden. Neben Krafttraining umfasst das Prätti Fit ein breites Angebot rund um Bewegung, Prävention und Gesundheit. Ziel ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Training, Beratung und persönliche Betreuung zusammenwirken.
zVg
Fitnessstudios verzeichnen in der Schweiz seit Jahren steigende Mitgliederzahlen. Trainierten 2010 noch rund 770 000 Menschen in einem Studio, sind es heute etwa 1,37 Millionen. Nach einem pandemiebedingten Rückgang hat sich die Branche rasch erholt und wieder neue Höchstwerte erreicht.

Fitnesstudios im Wandel

Parallel dazu hat sich das Angebot vieler Studios deutlich verändert. Neben klassischem Gerätetraining spielen heute Kurse, Physiotherapie und weitere Gesundheitsangebote eine immer grössere Rolle. Viele Anlagen verstehen sich zunehmend als Orte der Prävention, an denen Menschen gezielt etwas für ihre Gesundheit tun wollen.

Ein Beispiel dafür ist das Davos Fitness. Das Studio wurde 2013 eröffnet und traf damit einen Zeitpunkt, in dem Fitness für immer mehr Menschen Teil des Alltags wurde. Die Nachfrage war von Beginn an vorhanden. Das Kursprogramm wurde im Laufe der Jahre deutlich ausgebaut und hat sich bis heute etwa verdoppelt.

Neben klassischem Gerätetraining gehören verschiedene Gruppenkurse zum Angebot, darunter etwa Spinning, Yoga, Pilates, Step- oder Dance-Workout. Rückenfit und Gesundheitskurse wie «Fit durchs Leben» richten sich gezielt an ältere Trainierende.

Während anfangs ein Physiotherapeut in Teilzeit im Haus tätig war, nutzen heute drei externe Anbieter die Räumlichkeiten. Zudem hat sich auch das Team verändert und ist breiter aufgestellt. Ergänzend zu den klassischen Fitnesstrainings gehören heute unter anderem medizinische Massagen, Ernährungsberatung sowie Mentaltraining zum Konzept.

Andere Gründe fürs Training

Wer in Davos trainiert, verfolgt häufig andere Ziele als in grösseren Zentren im Unterland. Während dort oft Gewichtsreduktion im Vordergrund steht, nutzen in Davos viele das Fitnessstudio als Ergänzung zu ihren sportlichen Aktivitäten in den Bergen.

Leiterin des Davos-Fitness-Teams Magdalena Ziegelmeier erzählt von einer über 80-jährigen Frau, die jedes Jahr am Engadiner Skimarathon teilnimmt. Auch sie kommt regelmässig ins Davos Fitness, um sich fit zu halten und sich gezielt auf das Rennen vorzubereiten. Solche Beispiele sind nicht ungewöhnlich. Viele Sportler nutzen das Studio für Ausgleichstraining, zur Vorbereitung auf Wettkämpfe oder nach Verletzungen. Kraft-, Stabilisations- und Rumpftraining gehören für viele genauso zum Trainingsplan wie die Einheiten draussen.

«Für viele ist das Fitnesstudio heute auch ein Treffpunk im Alltag»

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Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Prävention. Manche kommen auf Empfehlung von Arzt oder Physiotherapeut, andere wegen eines ersten körperlichen «Zwick». Neben den gesundheitlichen Gründen spielt für viele auch der soziale Aspekt eine Rolle. Für viele ist das Fitnessstudio auch ein Treffpunkt im Alltag. Während an manchen Morgen zahlreiche ältere Trainierende ihr Training mit Austausch verbinden, wird das Studio am Abend zum Treffpunkt vieler junger Leute.

Neuer Standort im Prättigau

Mit dem neuen Prätti Fit in Schiers wagt das Team nun den nächsten Schritt. Die Idee für einen Standort im Prättigau entstand bereits vor rund neun Jahren. Schon damals erschien der Ascherapark der geeignete Standort. Ein erster Anlauf blieb jedoch ohne Erfolg, da sich das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzen liess. Nun wagte das Team einen zweiten Versuch – diesmal mit Erfolg.

Bei der Eröffnung am Sonntag, 1. März, zeigte sich schnell, dass das Interesse gross ist. Schon kurz nach Beginn füllten sich die Räume, das Team wurde regelrecht überrannt.

Auch in Schiers setzt das Team auf das ganzheitliche Konzept, das bereits in Davos verfolgt wird. Im Ascherapark entsteht ein breites Angebot rund um Fitness und Gesundheit. Dahinter steht die Idee, den Menschen in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen: Körper, Geist und Seele sollen im Einklang stehen und die Grundlage für langfristiges Wohlbefinden bilden.

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