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Als Davos Bühne der Eiskunstlauf-Elite war

Wenn mit «Art on Ice» internationale Stars in der «zondacrypto-Arena» auftreten, knüpft Davos an eine lange Tradition an. Der Ort war über Jahrzehnte hinweg ein bedeutender Schauplatz des internationalen Eiskunstlaufs – lange bevor Kunsteisbahnen und Showformate den Sport bestimmten.

Davoser
Zeitung
11.03.26 - 12:00 Uhr
Sport
Sonja Henie auf der Davoser Eisbahn, um 1935. 
Sonja Henie auf der Davoser Eisbahn, um 1935. 
Foto Furter
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde Davos für seine hervorragenden Eissportbedingungen bekannt. Dank verlässlichem Natureis und der Bahnverbindung ins Unterland eignete sich der Ort für grosse Wettkämpfe. Zwischen 1899 und 1966 wurden hier mehrfach Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen.

Meisterschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Diese Titelkämpfe unterschieden sich von heutigen Grossanlässen: Disziplinen fanden getrennt statt, teils an unterschiedlichen Orten. Damen-, Herren- und Paarlauf waren nicht selbstverständlich Teil desselben Programms. Eine «Weltmeisterschaft» war weniger ein einzelner, grosser Anlass als vielmehr eine Abfolge einzelner Titelentscheidungen. Davos wurde zu einem Treffpunkt der internationalen Eislaufszene. Wintersportgäste aus ganz Europa trafen sich auf den Davoser Eisflächen.

Zwar wurde 1906 erstmals eine offizielle Damen-Weltmeisterschaft durchgeführt. Doch die Europameisterschaften, die Davos wiederholt ausrichtete, blieben bis 1930 reine Herrenwettbewerbe. Selbst bei Weltmeisterschaften wurden Damen-, Herren- und Paarlauf nicht zwingend am selben Ort ausgetragen.

Olympia-Stars in Davos auf dem Eis

Dennoch traten in den 1930er-Jahren internationale Spitzenläuferinnen in Davos auf. Mit Sonja Henie stand eine der einflussreichsten Athletinnen des modernen Eiskunstlaufs auf der Davoser Eisbahn. Die Norwegerin, dreifache Olympiasiegerin und zehnfache Weltmeisterin, verband sportliche Präzision mit öffentlicher Inszenierung und machte den Damenlauf weltweit populär. Ihre Auftritte sorgten für grosse Aufmerksamkeit und lockten internationales Publikum an.

Parallel dazu dominierte bei den Männern die österreichische Schule. Karl Schäfer, zweifacher Olympiasieger und mehrfacher Welt- und Europameister, trat bei den Europameisterschaften mehrfach in Davos an. Die Ranglisten jener Jahre zeigen eine auffällige österreichische Präsenz. Davos war Bühne einer Epoche, in der Wien als Zentrum des Herren-Eiskunstlaufs galt.

Weltmeisterschaften für alle

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam auch ein Wendepunkt in der Eislaufszene. Das Modell, Weltmeisterschaften gebündelt auszutragen, setzte sich international durch: Damen, Herren und Paare traten am selben Ort an. Der Sport sollte wieder verbindend wirken. 1948 fanden in Davos Weltmeisterschaften statt, bei denen erstmals alle Disziplinen gemeinsam ausgetragen wurden.

Mit der Verbreitung von Kunsteisbahnen verlor das Natureis im Hochgebirge seine frühere Sonderstellung. 1966 wurde letztmals eine Weltmeisterschaft in Davos ausgetragen. Geblieben ist die Erinnerung an eine Epoche, in der internationale Titel auf offener Eisfläche entschieden wurden.

Wenn heute bei «Art on Ice» Sport und Show verschmelzen, wirkt diese Geschichte nach. Die Bühne hat sich verändert, der Bezug zum Eiskunstlauf ist geblieben.

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