Mit einer rostigen Fähre nach Feuerland
Die DZ-Leser Lotti und Werni Bitterli berichten regelmässig von ihrer Reise von der kanadischen Ostküste aus quer und längs über den amerikanischen Kontinent. Die auf rund 15 Monate veranschlagte Tour soll sie schliesslich bis nach Feuerland bringen, wo sie inzwischen angekommen sind.
Die DZ-Leser Lotti und Werni Bitterli berichten regelmässig von ihrer Reise von der kanadischen Ostküste aus quer und längs über den amerikanischen Kontinent. Die auf rund 15 Monate veranschlagte Tour soll sie schliesslich bis nach Feuerland bringen, wo sie inzwischen angekommen sind.
Endlich die Füsse im südlichen Polarmeer
Ushuaia, hört sich doch an wie Musik? Durch Berge, über den Paso Garibaldi mit Sicht auf Gletscher, halten wir unserem grossen Ziel entgegen: Ushuaia. Wir haben uns natürlich nicht träumen lassen, dass das Ende der Welt und die südlichste Stadt der Welt mit 70 000 Einwohner besiedelt ist. Aber was solls, wir sind heil und schadlos angekommen und klopfen uns gegenseitig auf die Schultern, gab es unterwegs doch einiges zu bewältigen. Und jetzt kommt der grosse Moment: Wir schwenken unsere Füsse im südlichen Polarmeer, um einiges kälter als vor acht Monaten im nördlichen Polarmeer.
Von hier aus starten die mehrtägigen Antarktisrundreisen, die für uns aber viel zu teuer sind und so machen wir uns nun Richtung Norden auf den Weg. Erst jetzt erleben wir so richtig die unendliche Weite Patagoniens. Tagelange, schnurgerade Strasse durch die öde Landschaft. Im 360-Grad-Radius versinkt der Horizont auf die andere Seite der Erde, zuerst grosses Staunen, dann die Frage wie lang es denn noch dauert. Glücklicherweise bevölkern grosse Herden Guanacos die Pampas, die sich nun mit ebenso grossen Herden kugelrunden, warm eingepackter Schafen das karge Gras teilen. Das nächste auf der Liste ist der Besuch der grössten Magellanpinguinkolonie.
In Einerkolonne zum Meer hinunter
Einfacher gesagt als gefahren, auf den 150 Kilometern Wellblechpiste ist die Köchin einmal mehr froh um das unzerbrechliche Geschirr. Nur für die letzten zwei Kilometer kapitulieren wir dem Auto zuliebe und nehmen den Rest sportlich, was sowieso längstens nötig ist. Mit einem unglaublichen Lärmpegel werden wir von den 200 000 putzigen Magellanpinguinen empfangen. Sie brüten in ausgebuddelten Sandhöhlen, unter den struppigen Gebüschen und verbleiben kuschelnd, geschützt vom Wind in der guten Stube. Jetzt aber ist die Jungmannschaft reif genug, um draussen aufs Futter zu warten, das in voller Lautstärke gefordert wird. Und so watscheln die Familienclans in Einerkolonne zum Meer hinunter, um mit dem Bauch voller Fische zu dem hungrigen Nachwuchs zurück zu wackeln. Ein absolut köstliches Spektakel. Die jungen Pinguine müssen sich nun schnell mausern, mit dem Flaum dürfen sie nicht ins Wasser, der saugt das Nass auf, der Pinguin wird zu schwer und würde ertrinken.
Für den Rest unserer Reise werden wir uns aus der Millionenstadt Buenos Aires noch einmal melden und wünschen Euch Allen einen schönen Frühlingsbeginn.
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